Unterschiedlicher hätten die Leben der vier Freundinnen kaum verlaufen können, und doch bleiben sie sich über die Jahrzehnte hinweg treu: Jude, die kultivierte Gastronomin; Adele, einst gefeierte Schauspielerin; Wendy, die feministische Intellektuelle; und schließlich die warmherzige Sylvie, der Kitt der Gruppe. Als Sylvie stirbt, wird den drei anderen klar, dass sie ohne ihre Freundin neu definieren müssen, was sie zusammenhält. An einem gemeinsamen Wochenende in Sylvies altem Strandhaus fördern allzu viel Wein und ungebetene Gäste ein wohlbehütetes Geheimnis zutage, das ihre jahrelange Freundschaft auf die Probe stellt.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Was für ein Wochenende. Dieses Buch schreckt ab, zieht an und verdeutlicht, was passieren kann, wenn eine alte und lange Freundschaft auf die Probe gestellt wird. Charlotte Wood schreibt mit viel Feingefühl, aber auch mit zartem Humor, wie die drei zurückgebliebenen Frauen mit dem Tod ihrer Freundin umgehen. Jede für sich, erinnert sich an die Zeit mit Sylvie und den anderen Frauen. Jede Frau trauert anders und versucht den Tod zu verarbeiten. Jede der drei Frauen kämpft mit ihren eigenen Sorgen und Nöten. Sei es ein schwerkranker Hund, die drohende Obdachlosigkeit oder das Leben als ewige Geliebte. Die Gedanken sind manchmal recht böse, gerade gegenüber den Freundinnen. Sie nerven sich, sie sind neidisch aufeinander und sie lästern übereinander, sie fühlen sich voneinander bevormundet, bemuttert oder zu wenig respektiert. Und nun müssen sie ein Strandhaus ausräumen und verkaufen. Ein Strandhaus, das sie verbindet mit schönen, traurigen und emotionalen Geschichten aus ihrer Freundschaftszeit. Es geschieht einiges auf den wenigen Seiten und ich war mittendrin, konnte kaum aufhören zu lesen. Manchmal musste ich laut lachen, wenn sie, die drei Ü70-Jährigen, sich zankten und stritten, manchmal hatte ich einen Kloß im Hals, wenn das Schicksal zu hart zuschlug. Am meisten hat mich der schwerkranke Finn gepackt. Ich hatte oft den Gedanken erlöst ihn endlich. Lass ihn gehen, aber auch er spielte in dieser Geschichte eine wichtige Rolle, so dass er dabei bleiben musste. Leseempfehlung!
Bewertung
5/5
22.03.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein wunderbares Buch über Freundschaft - so unterschiedlich die Charaktere auch sind.
Charlotte Woods Roman handelt von vier Freundinnen, die trotz ganz unterschiedlicher Lebensentwürfe ein Leben lang miteinander verbunden bleiben.
Als Sylvie stirbt, kommen ihre Freundinnen - 3 ältere Damen - ein letztes mal in Sylvies Standhaus zusammen. Nur dieses Wochenende sind sie nicht zum Vergnügen hier. Sie räumen gemeinsam das Haus, bevor dieses verkaut werden soll. Dabei prallen 3 ganz unterschiedliche Charaktere aufeinander. Bisher hatte wohl Sylvie den ausgleichenden Part übernommen. Nun gilt es die Rollen neu zu verteilen.
Die Szenen, die sich, mal in den Köpfen der Frauen, mal zwischen den Freundinnen abspielen, wirken so authentisch, dass man ganz autoamtisch mitfiebert, mitfühlt, mitlacht.
Mich hat dieses Buch bestens unterhalten und amüsiert.
Bewertung
Book Circle Community
3/5
04.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein leiser Roman, der spät in Fahrt kommt
Ein Wochenende von Charlotte Wood hat für mich leider nicht die Erwartungen erfüllt, die ein Bestseller weckt. Die Geschichte dreht sich um drei ältere Freundinnen, die sich nach dem Tod ihrer gemeinsamen Freundin in einem Haus am Meer treffen. Was nach einer emotional intensiven Auseinandersetzung mit Alter, Freundschaft und Verlust klingt, blieb für mich über weite Strecken erstaunlich kraftlos.
Während der Stil durchaus solide ist und die Charaktere gut beobachtet scheinen, fehlte mir über grosse Teile hinweg ein echter Spannungsbogen oder eine inhaltliche Entwicklung, die mich mitgerissen hätte. Ich habe beim Lesen oft gehofft: Jetzt kommt’s dann, doch diese Hoffnung wurde bis zu den letzten Seiten kaum erfüllt. Erst gegen Ende gewann die Geschichte für mich an Tiefe und Relevanz – leider zu spät, um das Leseerlebnis insgesamt zu retten.
Das Buch war keineswegs schlecht. Es hatte ruhige, nachdenkliche Momente und streckenweise gelungene Dialoge. Doch es erschliesst sich mir nicht, warum es als Bestseller gilt – vielleicht spricht es eine Zielgruppe besonders an, die sich stärker mit den Lebensphasen und Themen der Figuren identifizieren kann.
Für mich persönlich ist “Ein Wochenende” kein Buch, das ich weiterempfehlen würde. Es bleibt ein leises, eher zähes Werk, das seine Qualitäten zu spät entfaltet.
hamburger.lesemaus
aus Bargfeld-Stegen
3/5
27.12.2024
Buch (Taschenbuch)
EIN WOCHENENDE Charlotte Wood…
EIN WOCHENENDE Charlotte Wood Drei Freundinnen im fortgeschrittenen Alter treffen sich an einem heißen Wochenende in einem Haus am See in Australien, um den Nachlass ihrer kürzlich verstorbenen gemeinsamen Freundin zu sichten. In der Vergangenheit verband sie eine enge Freundschaft, doch heute fällt es ihnen schwer, an diese Nähe wieder anzuknüpfen. Jede der Frauen hat einen ausgeprägten Charakter und ihre eigene Art, mit dem Leben umzugehen. Das führt zu Spannungen, Meinungsverschiedenheiten und unangenehmen Wahrheiten, die nicht jede der Damen hören möchte. Charlotte Wood zeichnet ein Porträt von vier reifen Frauen, die mit den Herausforderungen des Alterns und den Veränderungen in ihren Beziehungen konfrontiert sind. Leider empfand ich den Austausch der Figuren als eher düster und schwerfällig. Der leichte, humorvolle Umgang miteinander, den ich nach so vielen gemeinsamen Jahren der Freundschaft erwartet hatte, blieb aus. Auch die Charaktere konnten mich nicht für sich gewinnen. Keine der Protagonistinnen wirkte auf mich sympathisch, was dazu führte, dass ich mich emotional nicht mit ihnen verbunden fühlte. Dadurch fehlte mir auch die Spannung beim Lesen. Stattdessen hätte ich mir Rückblicke auf lustige, berührende, bedeutsame und gemeinsame Erlebnisse gewünscht, die die besondere Verbindung der Frauen greifbar gemacht hätten. Stattdessen vermittelt das Buch für mich ein beklemmendes Bild des Älterwerdens, das ich eher abschreckend fand. Trotz des wundervollen Covers konnte mich das Buch leider nicht überzeugen.
Bories vom Berg
aus München
1/5
29.03.2026
Buch (Taschenbuch)
Ebenso vorhersehbar wie freudlos
Die australische Schriftstellerin Charlotte Wood hat mit ihrem Roman «Ein Wochenende» eine interessante Thematik für ihre Geschichte gewählt. Sie umfasst zeitlich, der Titel sagt es bereits, nur ein einzelnes Wochenende. In dem unzertrennlichen Kleeblatt von vier älteren Frauen stirbt Sylvie, und Jude, Wendy und Adele werden gebeten, deren altes Sommerhaus am Meer komplett zu entrümpeln, damit es verkauft werden kann. «Nehmt Euch, was ihr wollt», heißt es in der E-Mail von Sylvies Erben, «betrachtet es als Ferien».
Zwei Tage haben die seit Jahrzehnten eng befreundeten Frauen Zeit dafür, und zwar an Weihnachten, wo es in dem auf der südlichen Halbkugel gelegenen Erdteil Australien ja Sommer ist und damit in der Regel auch sehr heiß. Sie waren schon oft in dem Haus von Sylvie, haben dort Weihnachten zusammen verbracht oder auch Ferien gemacht. Obwohl sie sich untereinander so gut kennen wie niemand anderen sonst, ist dieser Aufenthalt elf Monate nach Sylvies Tod eine besondere Herausforderung für die drei Freundinnen, die sich nun angesichts dieses eher ungewöhnlichen Auftrags und der geänderten Konstellation ihrer langjährigen Freundschaft auf neue Weise kennen lernen. Die Autorin lässt sich zu Beginn viel Zeit, die Anreise der Frauen mit den verschiedensten Verkehrsmitteln und ihre individuellen Reise-Erlebnissen und –Eindrücken zu schildern, was schon ein wenig auf ihre charakterlichen Eigenarten hindeutet. Als sie dann glücklich alle eingetroffen sind, ist zunächst alles wie immer, sie kennen sich ja schließlich lange genug. Ihrem Wesen entsprechend verhalten sich die Frauen dann aber recht unterschiedlich angesichts der bevorstehenden Aufgaben. Die kapriziöse Schauspielerin Adele hat sich gleich auf ihr Zimmer zurückgezogen, um sich im Bett liegend erstmal auszuruhen und einzustimmen auf das, was bevorsteht. Und wie es ihre Art ist, hat sie natürlich gleich auch das schönste Zimmer im Haus okkupiert. Wendy hingegen, die als intellektuelle Schriftstellerin ein erfolgreiches Buch nach dem anderen schreibt, ist mit ihrem altersschwachen, kranken Hund Finn beschäftigt, den sie abgöttisch liebt, der den anderen Frauen aber nicht zuletzt mit seinen Hinterlassenschaften gewaltig auf die Nerven geht. Aber nicht nur die Romanfiguren sind entsetzt, sondern auch der Leser, denn Finn ist nun sozusagen der Vierte im Bunde der Frauen und wirkt allenfalls als lästiger Störfaktor im Roman.
Nur Jude hat sich als einstmals erfolgreiche Besitzerin eines angesagten Restaurants gleich an die Arbeit gemacht und angefangen, die vorhandenen Konserven nach Verfallsdatum zu sortieren. Wie zu erwarten kommt es während der beiden Tage zu allerlei Enthüllungen, Geständnissen und Verdächtigungen zwischen den befreundeten Frauen, vieles ist nicht so, wie es scheint. Es sind all die Probleme, die da aufscheinen und von den anderen mehr oder weniger gehässig kommentiert werden, es menschelt gewaltig in diesem Roman. Die einst glamouröse Adele hat schon lange keine Rolle mehr bekommen, ihre Zeit als Schauspielerin ist vorbei. Ihre lesbische Geliebte hat sie am Abfahrtstag vor die Tür gesetzt, sie steht jetzt plötzlich sozusagen auf der Straße, was sie den Freundinnen natürlich schamhaft verschweigt. Aber auch Judes finanzielle Großzügigkeit erweist sich in Wahrheit als aufgesetzte Attitüde, nur dank ihres reichen Liebhabers, von dem die anderen nichts wissen dürfen, kann sie sich ihren extravaganten Lebensstil überhaupt leisten. Und die intelligente Wendy wiederum kommt partout mit ihren erwachsenen Kindern nicht klar.
Der von Anfang an langweilige, profane Plot wartet mit allerlei Klischees auf bei den psychischen Eigenheiten seiner Figuren, die sich untereinander auf die Nerven gehen - und bald auch dem Leser! Es fehlt ihnen deutlich an Charisma, um sympathisch wirken zu können. Und der in allerlei Rückblenden stocknüchtern erzählten, vorhersehbaren Handlung fehlt es zudem leider an Humor, was diese Lektüre zu allem Überfluss letztendlich völlig freudlos macht!
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5/5
09.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Freundschaft ist mehr als nur ein Wort
Drei Freundinnen, die nicht mehr die Jüngsten sind und sich doch ein Leben lang nah waren, treffen sich an einem Wochenende, andem alles anders werden wird, weil die vierte Freundin nicht mehr da ist. Ein beglückend intensiver und ans Eingemachte gehender Roman, der zwischen Lachen und Weinen alles an Zwischentönen bietet, was das Leben einfach ausmacht. Und wenn dieses Leben gerade mal wieder etwas weniger rund läuft, dann bitte mehr Charlotte Wood!
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5/5
27.06.2022
Buch (Taschenbuch)
Frauenfreundschaften - schwarzhumorig und wahrhaftig erzählt
Drei Freundinnen lösen das Strandhaus der verstorbenen Vierten im Bunde auf und es entsteht ein Feuerwerk an Emotionen, langgehegten Animositäten und Rivalitäten - und eigenen Lebenslügen.
Dabei aber trotzdem sehr warmherzig geschrieben, teils irre komisch und mit vielen "Kenn ich doch..." Momenten gespickt. Ein grossartiges, kluges Lesevergnügen.
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5/5
28.03.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein Wochenende in Australien
So angenehm kommt man sonst nicht für ein Wochenende nach Australien: einfach diesen Roman schnappen und ein schattiges Plätzchen suchen! Von Anfang bis Ende eine gelungene Geschichte über vier Freundinnen und die Geheimnisse des Lebens.
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5/5
18.11.2021
Buch (Taschenbuch)
Klassischer Frauenroman.
Ein Wochenende um das Haus der verstorbenen Sylvie auszuräumen reicht um die jahrzehntelangen Freundschaft zwischen Jude, Wendy und Adele in den Grundfesten zu erschüttern, aber auch um Lebensentwürfe auf den Prüfstand zu stellen. Es geht hoch her und ans Eingemachte. Die Freundinnen, die trotz aller Unterschiede seit Jahrzehnten verbunden sind, schonen sich nicht, lassen ihr Band aber trotz aller Differenzen auch nicht reissen. Sehr guter (!!) Frauenroman.
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5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nach dem Tod ihrer gemeinsamen Freundin Sylvie räumen Jude, Adele und Wendy an einem heißen australischen Weihnachtswochenende deren Strandhaus und stellen fest, dass sie nach Jahrzehnten der Freundschaft gar nicht mehr soviel verbindet. Kunstvoll beschreibt Wood durch die wechselnde Perspektive, wie man sich selbst sieht, wie die anderen einen sehen und dass immer die Möglichkeit besteht, sich wieder näher zu kommen.
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