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Reichskanzlerplatz Roman | Ein intensives Porträt der Frau, die Magda Goebbels wurde | Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2024

22

25,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.08.2024

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

296

Maße (L/B/H)

20,9/13/3 cm

Gewicht

410 g

Farbe

Mauve

Auflage

4

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43190-0

Beschreibung

Rezension

»... schon nach wenigen Seiten konnte ich kaum aufhören zu lesen. Ja, es braucht dringend dieses kluge, mitreißende Buch.« ("DER SPIEGEL")
»Nora Bossong traut sich was.« ("DIE WELT")
»... schon deshalb lesenswert, weil er packende Einblicke in eine ebenso rätselhafte wie spannende Epoche zu geben weiß.« ("Berliner Zeitung")
»Wie Leuchtraketen platziert sie Sätze.« ("Frankfurter Rundschau")
»Was ich an diesem Buch so faszinierend finde [...]: Es ist ein Buch, das bleibt streng in der Zeit [...], und trotzdem musste ich bei jedem Kapitel, bei jeder Seite an heute denken. « ("ZDF - Das Literarische Quartett")
»Ein Meisterwerk poetischer Schauerlichkeit.« ("FOCUS")
»Unbeschadet der beeindruckenden Sensibilität, mit der Bossong immer wieder die menschliche Fähigkeit zu verletzen und verletzt zu werden, literarisch herausgearbeitet hat: Ihr Werk ist eben auch von einer trotzigen Hoffnung durchzogen.« ("Zeitzeichen")

»
Reichskanzlerplatz
ist deshalb nicht nur eine literarische Aufarbeitung des Nationalsozialismus, sondern mehr noch ein bedeutsamer Beitrag zu aktuellen politischen Debatten in Deutschland und Europa.«
("Kulturabdruck")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

14.08.2024

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

296

Maße (L/B/H)

20,9/13/3 cm

Gewicht

410 g

Farbe

Mauve

Auflage

4

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-43190-0

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: GPSR Kontakt

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  • Lesepartie

    aus Bielefeld

    5/5

    27.08.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Lesenswert

    Nach dem Ersten Weltkrieg kommt Hellmut Quandt in die Klasse von Hans Kesselbach. Die beiden Jungen freunden sich an. Hans ist vom Reichtum der Quandts eingeschüchtert und fühlt sich nie dazugehörig. Besonders beeindruckt ist Hans von der jungen Stiefmutter Magda Quandt, die nur wenig älter ist als ihre Stiefsöhne. Als Hellmut viel zu früh verstirbt, finden Hans und Magda in ihrer Trauer zueinander. Hans ahnt noch nicht, was die Zukunft für sie bereit hält. Denn Magda wird eines Tages die erste Frau im nationalsozialistischem Reich sein und Hans wird um sein Leben bangen müssen. Der fiktive Charakter Hans Kesselbach ist der Erzähler dieser Geschichte, die Fakten und Fiktives gekonnt vermischt. Als sehr junge Frau heiratet Magda den Industriellen Günther Quandt, doch dieser interessiert sich mehr für seine Geschäfte als für seine junge Frau. Sie wiederum findet Trost in Affären. Nach der Scheidung lernt Magda Quandt Joseph Goebbels kennen und heiratet ihn. Hans berichtet von der ersten Begegnung mit der jungen Frau, deren Ausstrahlung er sich trotz seiner homosexuellen Neigungen nicht entziehen kann. Zwischen ihnen gibt es eine Verbindung, die über die Jahre bestehen bleibt. Hans ist Einzelkind, sein Vater ein verdienter Soldat, er genießt eine gute Schulbildung und soll in den diplomatischen Dienst eintreten. All das erfüllt Hans, ohne jemals zu hinterfragen, ob es wirklich sein Weg ist. Er erfüllt einfach die Erwartungen, die an ihn gestellt werden. Er dient der Weimarer Republik ebenso wie dem Dritten Reich. Nur eine Erwartung erfüllt er nicht, er weigert sich zu heiraten, obwohl es ihm immer wieder Nahe gelegt wird. Hans ist ein typischer Mitläufer, der aufgrund seiner Stellung genau weiß, was vor sich geht und doch wegschaut und darauf hofft, dass es bald ein Ende hat. Nur am Schluss kann man erahnen, dass Hans wohl doch Rückgrat bewiesen und aufbegehrt hat. Für mich ist Hans Kesselbach die zentrale Figur des Romans, weitaus mehr als Magda Goebbels. Er ist ein Kind seiner Zeit, gehorsam, hat seine Emotionen im Griff und ist unauffällig. Die einzigen Ausbrüche aus diesem Leben sind die kurzen Liebschaften mit Männern und die Liaison mit Magda. Mich hat der Roman überzeugt, weil er anhand von seinen Charakteren sehr gut diese Zeit zwischen den Weltkriegen beschreibt. Und weil Nora Bossong einfach wunderbar intensiv erzählen kann.

  • Juti

    aus HD

    5/5

    18.02.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    die Lebensgeschichte eines…

    die Lebensgeschichte eines Liebenden Eigentlich könnte es ein harmloses Buch sein, eine Geschichte, die wir unendlich oft gehört haben, eine Dreiecksbeziehung. Doch selten ist zum einen, dass der Liebende schwul ist und dies in der Nazi-Zeit verbergen will und zum anderen ist es außergewöhnlich, dass die Geliebte Magda Quandt heißt. Quandt ist bis heute eine der reichsten Unternehmerfamilien Deutschlands, was auch problematisiert wird, da das Unternehmen während der Nazi-Zeit von Zwangsarbeitern profitierte. Noch viel brisanter wird die Geschichte, wenn man weiß, dass Magda Quandt sich scheiden ließ und Josef Goebbels heiratete. Die beiden waren die Vorzeigefamilie der Nazis, obwohl der Mann etliche Seitensprünge machte. Da zählt der eine Liebhaber Magdas ja nur als Vergeltung. In Wikipedia steht das der Führer selbst die Ehe retten musste, hier wird das eher am Rande erwähnt, weil in den Kriegsjahren die Hauptfigur in der italienischen Botschaft arbeitet und den direkten Kontakt zu Marta verliert. Ein Buch über die existentiellen Dinge des Lebens, auch weil Magdas und Quandts Sohn Helmut stirbt, was historisch nicht stimmt. Dieser Sohn leitete mit seinem Halbbruder die Firma. Ich habe das Buch schnell und gerne gelesen. Selbst wenn, wie die Zeit schreibt, der Wikipedia- Artikel von Magda Quandt ausreichen würde, man muss ihn erstmal finden. Und dieses Werk ist viel emotionaler. 5 Sterne für ein Buch der Longlist, die im letzten Jahr viele gute Bücher hatte. Ich hoffe, dass ich die drei von mir noch nicht gelesenen Bücher der Shortlist genauso gut finde. Zitate: Haben Sie schon Charlotte gesehen? […] In ihrem Dekolleté könnte man Fledermäuse verstecken! (76) Die Weimarer Republik mit ihren kleinteiligen Parteien und Anliegen hatte sich nicht bewährt in dieser Zeit, in der eine Wirtschaftskrise auf die nächste folgte und die Menschen sich am Abend ins Bett legten, das schon verpfändet war, ehe sie wieder aufwachten. Weimar war etwas Gutes, solange die Suppenküche nur die drei, vier Verlorenen des Viertels bediente, die die Köchin beim Vornamen kannte, und nicht die Massen, die straßauf, straßab anstanden, Großfamilien, Kleinfamilien, einsame Alte, zuversichtliche Junge, die jeden Morgen auf die Straße traten, dass es auch wieder besser werden würde. (146)

  • Bewertung

    aus Dortmund

    5/5

    02.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Lesetip

    Das Buch hat mich von der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Es ist keine Biographie über Magda Goebbels, sondern ein Roman, der zeigt, wie Menschen sich unter dem Druck der Gesellschaft verändern und anpassen: Magda, in dem sie glühende Hitler-Anhängerin wird; Hans, der etwas ziellos durch sein Leben mäandert, weil er nicht offen zu seiner Homosexualität stehen kann, damals völlig unmöglich. Die Weimarer Republik und das 3. Reich sind dabei eigentlich eine Art von Kulisse. Eine Kulisse, die nur zu leicht wieder Realität werden kann, und so ist der Roman auch eine Geschichte über das unterschiedliche Verhalten, das Menschen an den Tag legen werden, sollte es je wieder zum Äußersten kommen. Dabei war mir die Frage immer im Kopf: Wie hätte ich mich verhalten, wie würde/werde ich mich verhalten? Der Stil ist relativ distanziert, was sicher auch der Stimmung vor ca. 100 Jahren entspricht. Mir hat die Sachlichkeit sehr gut gefallen. Lesetip von mir!

  • SiWel

    aus Mönchengladbach

    5/5

    12.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Name Magda Goebbels und…

    Der Name Magda Goebbels und der Reichskanzlerplatz waren mir noch Begriffe aus den Erzählungen von meinen Großeltern, deswegen fiel mir das Buch sofort ins Auge. Es ist ein Roman von Nora Bossong, erschienen im Suhrkamp Verlag. Der lose Buchumschlag dazu wirkt schrill, bunt, kalt und auch explosiv. Der Roman zeichnet das intensive Porträt der Frau, die Magda Goebbels wurde, die Vorzeigemutter und First Lady des Dritten Reichs. Vieles davon, was Nora Bossong hier recherchiert hat, kenne ich noch aus den Erzählungen meiner Großeltern bzw. Eltern. Ich begegne hier Charakteren, denen ich heute so nicht mehr begegnen möchte, die in der Vergangenheit aber bekannte Größen waren. Nora Bossong hat einen mitreißenden Schreibstil, hier wurde gekonnt historisches mit fiktiven Geschehnissen in Szenen gesetzt. Ich bin mit über den Kurfürstendamm flaniert, habe an Festessen teil genommen, Walzer getanzt, habe aber zusätzlich noch viel über die damalige Zeit erfahren können. Die Charaktere Magda und Hans sind sehr lebendig gezeichnet. Auch die Ortschaften hat man stets vor Augen. Es macht total Spaß den Roman zu lesen und durch die Zeit von 1919 - 1944 zu reisen. Ein Buch, das man unbedingt lesen sollte.

  • BücherändernLeben

    aus Alt Ruppin

    5/5

    11.08.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wer war Magda Goebbels…

    Wer war Magda Goebbels wirklich ??? Von einer völlig außergewöhnlichen Seite, nähert sich Nora Bossong der Person Magda Goebbels. Es ist keine Biografie der ersten Dame in Hitlers tausendjährigem Reich, es ist das Porträt einer Frau, die sich verleiten lies, aus der etwas wurde und die dann in den Abgrund stürzte. Hans, der seine homosexuellen Neigungen nicht vor dem Stiefsohn der späteren Magda Goebbels verheimlichen konnte oder auch nicht wollte, kommt nach dem Tod seines Schulfreundes Magda immer näher . . . Und so begleite ich Hans und Magda rund 20 Jahre lang durch ihr Leben und dies ist geprägt vom Verfall der Weimarer Republik, Hitlers Größenwahn und dessen Abgesang. Das Wesentliche in diesem Roman ist für mich wie die Autorin aufzeigt, wie Menschen sich positionieren, wie weit sie sich mit dem neuen tausendjährigem Reich identifizieren. Magda schwenkt um und wird zur glühenden Anhängerin von Hitlers Visionen. Hans wird zum Mitläufer. Dieser Roman ist kein Sachbuch und dennoch ist er ein Musterbeispiel dafür, wie Menschen leicht zu verführen sind, wie sie bereit sind eigene bisher gelebte Werte über Bord zu werfen und wie sie auch bereit sind Widerstand zu leisten bzw. sich dem grausamen tausendjährigem Reich rechtzeitig entzogen haben. Schuldzuweisungen braucht es von Nora Bossong nicht, es reicht völlig aus, der Handlung zu folgen und ich begreife langsam, dass dieser Roman nicht nur in unserer Geschichte spielt, sondern sehr aktuelle Themen aufgreift. Selbstverständlich ist es besonders reizvoll sich mit der Person der Magda Goebbels zu beschäftigen. Als Leser erfahre ich etwas aus ihrer ersten Ehe, viel von ihrem Denken und mir wird ein mal mehr bewusst, dass ich mit moralischen Verurteilungen zurückhaltender werden sollte. Ein jeder Mensch bringt seine Biografie mit ins Leben und diese bestimmt seinen weiteren Lebensweg. Entschuldigt wird damit nichts, aber um des besseren Verstehens willen darf man sich auch mit Porträts von Menschen beschäftigen, die aus einem politischen Sumpf kommen, dem man lieber aus dem Weg geht oder ihn politisch bekämpft.

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Bewertungen (22)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von A. Nixdorf

    A. Nixdorf

    Thalia Münster – Münster-Arkaden

    Buchhändler*in

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    5/5

    12.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Beängstigend aktuell

    Hans lernt Magda Quandt, später einmal wird sie Goebbels heißen, zunächst als die sehr junge Stiefmutter seines Mitschülers und heimlichen Schwarms Hellmut kennen. Nachdem Hans und Magda aber von einem Schicksalsschlag schwer getroffen werden, fangen sie eine Affäre an. Sie will einer lieblosen Ehe entfliehen, er seiner eigenen Homosexualität. Doch dann lernt Magda Joseph Goebbels kennen. >Reichskanzlerplatz< beschäftigt sich mit Magda Goebbels nur als Nebenfigur, das sei für all die gesagt, die gerade wegen ihr dieses Buch in die Hand genommen haben - mich eingeschlossen. Zunächst skeptisch, hat mich Nora Bossong aber überwältigend positiv überrascht. Als Lesende verfolgen wir Hans statt Magda und sehen durch seine Augen die immer angespanntere Stimmung der Gesellschaft, von der noch jungen Weimarer Republik bis ins Nationalsozialistische Regime. Nicht nur in Hans' Umgang mit seinen Mitmenschen und dem, was er in seinem Umfeld beobachtet, sondern auch speziell durch seine Beziehung zu Magda erleben Lesende diesen Wandel auf eine beängstigend persönliche, vielleicht sogar vertraute Weise.
  • Zum Bewerterprofil von Simone Page

    Simone Page

    Thalia Kaufbeuren

    Buchhändler*in

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    5/5

    13.03.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das ungewöhnliche Leben der Magda Goebbels

    Dies ist ein faszinierender Roman übder das Leben von Magda Goebbels.Wie wurde Sie zu dieser Frau, was verband sie mit Joseph Goebbels und weshalb brachte sie am Ende des Krieges ihre Kinder um? Auf diese Fragen findet man in diesem Buch Antworten. Desweiteren ist dieses Buch auch noch in einer schönen Sprache geschrieben, weswegen es auch für den Deutschen Buchpreis nominiert gewesen ist. Sehr lesenswert!
  • Zum Bewerterprofil von Tatjana Rang

    Tatjana Rang

    Thalia Berlin – Alexa

    Buchhändler*in

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    5/5

    22.01.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Toxisches Dreieck

    Nora Bossong beschreibt in eindringlicher Dichte ein fiktionalen Plot. Das Leben von Magda Quandt, später Magda Goebbels ab den frühen 1920er bis in die 1940er Jahre aus der Perspektive von Hans, der anfangs ein Freund ihres Stiefsohnes Hellmut Quandt ist und später widerwillig eine zeitlang ihr Geliebter wird. Hans trennen zu Magda Quandt sieben Jahre Altersunterschied. Hellmut ist ihm zeitlebens immer näher. Mit den Jahren fühlt er sich zu ihm mehr als nur platonisch hingezogen und verkraftet nur schwer dessen frühen Tod. Geht aber eine Affäre mit ihr ein, um seine Homosexualität zu verschleiern. Aus der Ich-Perspektive erzählt, erleben wir ein inneres Exil ab den 1930er Jahren, die Perspektive auf das versteckte Leben im Bannkreis der Anpassung. Aber auch die ständige Reflexion der eigenen Gedanken. Kaleidoskopisch nimmt der Leser an dem Aufstieg von Magda Goebbels zur "ersten Dame des Reiches" teil. Immer begleitet durch die Erzählperspektive von Hans. Wir erleben eine Frau, die skrupellos ist in Kälte, Empathielosigkeit und toxischem Selbstbezug. Und alles dafür tut, um ihre Spuren in der Geschichte zu manifestieren. Und am Ende einen kollektiven Suizid begeht. Nora Bossong hat ein erstaunliches Buch geschaffen, das am Ende die Befürchtung des Plakativen und Voyeuristischen entkräftet und den Eindruck hinterlässt, der Hauptprotagonist hätte hier eigens seine Lebenserinnerungen niedergeschrieben.
  • Zum Bewerterprofil von Jolina Merkle

    Jolina Merkle

    Thalia Sankt Augustin

    Buchhändler*in

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    5/5

    28.11.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    ,,Ihr Lächeln verriet ihre Eitelkeit”

    Ein Portrait über eine außergewöhnliche Frau. Durch die Augen des jungen Hans, beobachten wir den Aufstieg und Fall einer Frau, die heute für die weibliche Rolle des Dritten Reiches steht, wie keine andere. In den 20er Jahren war Magda Quandt mit dem deutschen Wirtschaftsmagnaten der Weimarer Republik verheiratet. Ab 1931 mit dem Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels. Mit diesem Namen ist sie auch traurigerweise in die Geschichtsbücher als Vorzeigemutter des nationalsozialistischen Regimes eingegangen. Nora Bossong hat ein Buch darüber geschrieben, wie die nationalsozialistische Ideologie sich Stück für Stück in der Gesellschaft eingenistet hat. Der Untergang war unvermeidbar. Das Grauen unübersehbar. Aber letztendlich sind es die Frauen, die eine Gesellschaft tragen.
  • Zum Bewerterprofil von Simone Büchner

    Simone Büchner

    Thalia Coburg

    Buchhändler*in

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    5/5

    19.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Fesselnd

    Es ist die Zeit der Weimarer Republik in der Hans Kesselbach, der fiktive Erzähler, und Hellmuth Quant Schulkameraden sind. Hans ist verliebt in Hellmuth, lernt in dieser Zeit auch seine schöne Stiefmutter Magda kennen. Nachdem Hellmuth für ihn unerreichbar geworden ist, beginnt er eine Affäre mit Magda die inzwischen die Ehefrau von Joseph Göbbels geworden ist und sich in dieser Verbindung langweilt. Hellmuth versucht mittels dieser Liaison seine Homosexualität zu verbergen. Die NSDAP ergreift die Macht, Magda lebt die Programme der Partei mit Haut und Haaren, Hans gerät zunehmend in Gefahr. Ein überaus spannender, literarisch sehr ansprechender Roman, dabei vielschichtig und dicht. Ein ungewöhnliches, absolut lesenswertes Portrait jener Zeit.

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