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Produktbild: Trauben schwarz wie Blut

Trauben schwarz wie Blut Roman

Aus der Reihe Edition Converso
1

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

20 - 100 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

24.05.2025

Herausgeber

Klaudia Ruschkowski

Verlag

Friedenauer Presse

Seitenzahl

254

Maße (L/B/H)

21,4/11,9/2 cm

Gewicht

370 g

Farbe

Seidengrau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

La vigna di uve nere

Übersetzt von

Klaudia Ruschkowski

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-949558-44-3

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Altersempfehlung

20 - 100 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

24.05.2025

Herausgeber

Klaudia Ruschkowski

Verlag

Friedenauer Presse

Seitenzahl

254

Maße (L/B/H)

21,4/11,9/2 cm

Gewicht

370 g

Farbe

Seidengrau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

La vigna di uve nere

Übersetzt von

Klaudia Ruschkowski

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-949558-44-3

Herstelleradresse

Friedenauer Presse
Großbeerenstraße 57A
10965 Berlin
DE

Email: info@matthes-seitz-berlin.de

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  • Buchbesprechung

    aus Bad Kissingen

    5/5

    23.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Düsterer Mafia-Roman aus 1953, noch heute aktuell

    REZENSION – Im Jahr 1953 sorgte die auf Sizilien geborene Schriftstellerin Livia De Stefani (1913 bis 1991) mit ihrem Debütroman „La vigna di uve nere" für Aufsehen und – nicht nur bei Sizilianern – mit zweifachem Tabubruch für einen Skandal: Es war der erste, noch dazu von einer Frau geschriebene Roman über die „ehrenwerte Gesellschaft“ der Cosa Nostra. Zudem geht es in der Erzählung auch um einen Fall geschwisterlichen Inzests. Das Buch ist eine radikale Auseinandersetzung, wenn nicht gar harsche Abrechnung der Autorin mit der patriarchalisch beherrschten und Frauen unterdrückenden Gesellschaft ihrer sizialianischen Heimat, die sie 20 Jahre zuvor als junge Frau verlassen hatte. Doch obwohl der Roman 1954 mit dem Premio Salento ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt wurde – im Jahr 1956 erschien er mit dem Titel „Der Weinberg der schwarzen Trauben“ auch auf Deutsch – sowie 1984 für das italienische Fernsehen RAI mit Mario Adorf in der Hauptrolle verfilmt wurde, geriet er bald in Vergessenheit. Vor wenigen Jahren wurde er in Italien wiederentdeckt und erst jetzt im Mai in neuer Übersetzung mit dem Titel „Trauben schwarz wie Blut“ in der Edition Converso veröffentlicht. Dieses für den Verlag sicher finanzielle Wagnis war eine lobenswerte Entscheidung: Denn trotz ihres Alters hat diese Erzählung, die inzwischen als einer der litararisch anspruchsvollsten Romane des 20. Jahrhunderts gilt, nichts an ihrem literarischen Wert, ihrer gesellschaftlichen Brisanz und – in weiterem Sinn – auch nichts an ihrer Aktualität verloren. Livia De Stefani, selbst Tochter und Erbin reicher sizilianischer Großgrundbesitzer, geht in ihrem Debütroman zurück in die Zeit der eigenen Kindheit und Jugend im ländlichen Sizilien der 1920er und 1930er Jahre, in ein nach der Auswanderungswelle hungernder Arbeiter und Bauern erstarrtes Land unter der Allmacht von Feudalherren und im Würgegriff der Mafia: Casimiro Badalamenti, ein rangniedriger, aber kaltblütiger Mafioso, Besitzer eines Weinbergs mit in der Gegend seltenen schwarzen Trauben, ist nach zweifachem Mord gezwungen, seinen Heimatort Giardinello zu verlassen. Im wenige Kilometer entfernten Cinisi nistet er sich bei der ihm bekannten Prostituierten Concetta ein. Um seiner Ehre willen diese Verbindung zu verheimlichen, verbietet er ihr, das Haus zu verlassen. Trotz ihres Zusammenlebens will Casimiro keine Kinder. Doch Concetta weiß ihn bei seiner Mannesehre zu packen und bringt vier Kinder zur Welt. Casimiro gibt diese kurz nach ihrer Geburt an von ihm abhängige Familien im Umland ab. Keines der Kinder weiß also von seinen Geschwistern. Um nach zehn Jahren des Vergessens schließlich doch noch ein „Ehrenmann“ zu werden, sieht sich Casimiro gezwungen, Concetta zu heiraten und drei seiner Kinder ihren Pflegefamilien wieder zu entreißen. Mit seiner nun vollkommen scheinenden Familie kehrt er zu seinem Weinberg mit den schwarzen Trauben zurück. Dort lässt er Nicola, den Ältesten und einzigen Sohn, seinen Erben, wie ein Sklave arbeiten und legt ihn nach dessen Fluchtversuchen sogar in Ketten. Rosaria, die Zweitälteste, besucht ihren Bruder heimlich in seinem Zimmer, um ihn zu trösten. Beide haben sich nicht als Geschwister, sondern erst als Heranwachsende kennengelernt und verlieben sich. Als Rosaria von Nicola schwanger ist, sieht sich Casimiro seiner Ehre und seiner Aufstiegschancen in der mafiösen Gesellschaft beraubt und daher gezwungen, drastische Maßnahmen zu seiner Ehrenrettung zu ergreifen. Thema des Romans ist die Zerstörung des Einzelnen durch überzogene gesellschaftliche Normen und familiäre Verpflichtungen. Vor allem das von der Autorin geschilderte Schicksal der Concetta, aber auch ihrer Tochter Rosalia zeigt, wie patriarchalische Strukturen nicht nur das Leben der Frauen, sondern auch das der Männer beeinträchtigen und letztlich in Gewalt münden. „Trauben schwarz wie Blut“ ist ein recht düsterer, aber sehr authentisch wirkender, wohl auch aus eigenen Beobachtungen der gebürtigen Sizilianerin schöpfender Roman. Dadurch unterscheidet er sich literarisch und zugleich wohltuend von modernen Mafia-Unterhaltungsromanen. Kritisch lässt sich allerdings anmerken, dass die Darstellung der ausnahmslos dunklen Seite sizilianischer Kultur doch eine recht einseitige Sichtweise ist. Die literarische Auseinandersetzung mit der Mafia-Kultur Siziliens – zumindest zu damaliger Zeit – und die atmosphärische Dichte des teilweise für manche Leser vielleicht verstörenden Romans sind gerade heute angesichts zunehmenden Autokratismus eine Herausforderung, über Auswirkungen überzogenen Machtstrebens nachzudenken. Der Roman ist 72 Jahre alt, doch dieser Aspekt sichert ihm zeitlose Aktualität, weshalb er auch heute noch lesenswert ist. So steht auch im Nachwort: „Denn das Spiel der Macht bleibt sich in seinem Mechanismus ewig gleich. Dieser gründet auf dem Unbewusstsein oder dem Nicht-Wissen-Wollen der 'Ohnmächtigen' von ihrer eigenen Macht: Auf ihrem Gehorsam und ihrer Akzeptanz der Macht der 'Übermächtigen'.

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