1912: Hannah ist 22 Jahre alt, als ihr Vater stirbt und ihr Bruder den kleinen Hof der Familie an sie abtritt. Ein Skandal im Dorf, doch das hat Hanna noch nie gekümmert. Als in der Stadt beim Termin mit dem Notar dessen junger Ehefrau Julie begegnet, ist es der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft.
Hannah ist Julies Leben, umgeben von Dienstmädchen und Reichtum, völlig fremd – Julie ist vom ersten Moment an fasziniert von Hannahs Mut und unbändigem Willen, als Frau einen Hof zu führen, dem Widerstand der Männerwelt zum Trotz. Während die Jahre vergehen, unterstützen sich die beiden in den schönen und tragischen Momenten ihres Lebens.
Bis die Schatten des Krieges auch auf sie fallen und alles verändern ...
Inspiriert von den Biographien ihrer Großmütter erzählt Katja Maybach von zwei Frauen, die ihrem vorbestimmten Schicksal mutig trotzen.
Mitreißend, berührend und wunderschön erzählt: »Zwei Frauen« ist ein bewegender Roman für alle Leser:innen von Ewald Arenz »Zwei Leben«, Brigitte Glasers »Kaiserstuhl«.
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Ich hatte schon so eine Ahnung, dass ich „Zwei Frauen“ von Katja Maybach mögen könnte, aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass es mir so gut gefallen würde.
Der Schreibstil war wunderbar flüssig, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Besonders gut hat mir gefallen, dass das Buch aus zwei Handlungssträngen besteht. Diese begleiten die beiden Protagonistinnen Hannah und Julie. Dadurch lernt man die beiden Frauen, ihre Leben und ihre Gedankenwelt sehr gut kennen. Ich fand es sehr interessant, die Parallelen und Unterschiede zwischen den beiden herauszulesen.
Mein großer Favorit war hierbei Hannah, weil sie von Anfang an ein sehr starker Charakter war. Sie hatte Träume und hat alles dafür getan, um diese wahr werden zu lassen.
Das Buch hat mir außerdem noch einmal verdeutlicht, dass wir uns als Frauen in Deutschland glücklich schätzen können, wie viele Rechte wir heute haben. Zu der Zeit, in der das Buch spielt, war das noch ganz anders – und auch heute ist die Situation in manchen Ländern der Welt noch immer so. Das sollten wir uns immer wieder bewusst machen.
Das Buch hat mich wahnsinnig gefesselt und ich kann es definitiv weiterempfehlen. Ich werde mich auf jeden Fall auch noch nach weiteren Büchern von Katja Maybach umsehen.
Bewertung
aus Herzebrock-Clarholz
5/5
21.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Zwei Frauen, zwei Leben
Mit „Zwei Frauen“ erzählt Katja Maybach die Geschichte von Hannah und Julie, zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Geschichte beginnt im Jahr 1912. Hannah ist eine junge Bäuerin und bekommt nach dem Tod ihres Vaters von ihrem Bruder den elterlichen Hof überschrieben. Hannah lässt sich vom Gerede im Dorf nicht beeindrucken und geht ihren Weg, der von harter Arbeit, aber auch von der Möglichkeit der Selbstbestimmung geprägt ist.
Beim Termin beim Notar begegnet Hannah Julie. Julie wiederum lebt in einer ganz anderen Welt. Sie ist die Frau von Carl-Friedrich und lebt in Wohlstand und Luxus. Dienstmädchen nehmen ihr viele Dinge des täglichen Lebens ab, und von außen betrachtet könnte ihr Leben kaum angenehmer sein. Doch hinter dieser schönen Fassade fehlt ihr etwas ganz Entscheidendes: die Liebe und die Freiheit, über ihr eigenes Leben zu bestimmen.
Obwohl die beiden Frauen aus völlig verschiedenen Welten kommen, fühlen sie sich zueinander hingezogen. Sie begegnen sich immer wieder und nach und nach entwickelt sich daraus eine besondere Freundschaft. Ich fand es sehr schön zu beobachten, wie die beiden Frauen sich gegenseitig kennenlernen und dabei auch immer ein Stück von der Welt der anderen verstehen und auch ausdrücklich zeitweise einander nicht verstehen. Das bringt die Besonderheiten der damaligen Zeit außerordentlich zum Vorschein. Hannah, die so selbstbewusst und tatkräftig ist, fasziniert Julie. Und Julie bringt wiederum etwas in Hannahs Leben, das diese bisher so nicht gekannt hat. Julie hat nach außen hin alles, was man sich wünschen könnte, und ist trotzdem nicht glücklich. Man merkt beim Lesen immer wieder, dass ein Leben in Wohlstand nicht automatisch bedeutet, frei oder zufrieden zu sein.
Besonders interessant fand ich, dass die Autorin die Lebenswege der beiden Frauen immer wieder parallel erzählt. Beide erleben Glück und Enttäuschungen, beide werden schwanger, aber unter ganz unterschiedlichen Umständen. Julie wird von ihrem Mann Carl-Friedrich schwanger, während Hannah eine Affäre mit Ludwig hat. Gerade an diesem Punkt wird deutlich, wie unterschiedlich die beiden Frauen über Liebe, Ehe und Mutterschaft denken. Jede hat ihre eigenen Vorstellungen davon, was eine Mutter sein soll und was im Leben einer Frau wichtig ist.
Auch die Zeit, in der der Roman spielt, wird sehr schön eingefangen. Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Möglichkeiten für Frauen noch ganz andere als heute. Die Erwartungen der Gesellschaft waren klar vorgegeben, und wer sich ihnen widersetzte, musste mit Widerstand rechnen. Besonders Hannah bekommt das zu spüren, weil es für viele Menschen kaum vorstellbar ist, dass eine Frau einen Hof selbstständig führt. Gleichzeitig zeigt der Roman aber auch, dass Frauen schon damals ihren eigenen Weg gesucht und gefunden haben.
Sehr gut gefallen hat mir der Schreibstil von Katja Maybach. Das Buch ist in einer feinen, ruhigen und gleichzeitig sehr gefühlvollen Sprache geschrieben. Nichts wirkt übertrieben, und trotzdem konnte mich die Geschichte emotional erreichen. Die einzelnen Entwicklungen greifen schön ineinander und am Ende bleiben für mich keine wichtigen Fragen offen Die Autorin beschreibt die beiden Frauen und ihre Lebensumstände so anschaulich, dass ich schnell das Gefühl hatte, mitten in ihrer Zeit zu sein. Auch die Beschreibungen des damaligen Alltags und der unterschiedlichen Lebenswelten fand ich sehr gelungen.
Besonders schön fand ich, wie kunstvoll die beiden Handlungsstränge miteinander verwoben sind. Man begleitet Hannah und Julie über mehrere Jahre und erlebt, wie sich ihre Leben entwickeln und verändern. Dabei bleibt die Geschichte nicht nur bei der Freundschaft der beiden, sondern erzählt auch von Liebe, Familie, Entscheidungen, Enttäuschungen und den Veränderungen, die die damalige Zeit mit sich bringt. Später werfen auch die Ereignisse des Ersten Weltkriegs ihre Schatten auf das Leben der beiden Frauen.
„Zwei Frauen“ ist für mich ein Roman über Freundschaft, über die Suche nach dem eigenen Weg und darüber, dass man manchmal gerade von einem Menschen etwas lernen kann, der aus einer völlig anderen Welt kommt. Hannah und Julie könnten kaum verschiedener sein und gerade deshalb ergänzen sie sich so wunderbar.
Katja Maybach hat mit Hannah und Julie zwei Frauen geschaffen, die mir beim Lesen wirklich nahegekommen sind. Ich habe mit ihnen gelitten, mich mit ihnen gefreut und mich gefragt, wie ich selbst in manchen Situationen gehandelt hätte.
Was nach dem Lesen bleibt, ist vor allem dieses besondere Gefühl, das manche Bücher hinterlassen. Die Geschichte ist nicht einfach vorbei, wenn man die letzte Seite gelesen hat. Sie hallt noch eine Weile nach und die beiden Frauen bleiben im Gedächtnis – und irgendwie auch ein bisschen im Herzen.
Für mich ist „Zwei Frauen“ deshalb ein sehr schöner und berührender historischer Roman, den ich gerne weiterempfehle. Besonders für Leserinnen, die Geschichten über starke Frauen, Freundschaft und unterschiedliche Lebenswege mögen, ist dieses Buch eine schöne Lektüre.
TochterAlice
aus Köln
5/5
17.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Das Glück der Frauen
Hier geht es um zwei Frauen: um Hannah und um Julie, die in unterschiedliche Positionen geboren wurden: Hannah ist die Tochter eines jähzornigen Hofbesitzers, der seinen Besitz heruntergewirtschaftet hat und sowieso keinen Deut auf Frauen gibt: als er stirbt, erbt sie nicht nichts und ihr Bruder das gesamte Erbe. Ihr Glück, dass Paul einen ganz anderen Weg im Sinn hat: er will Schuster werden und schenkt Hannah den Hof.
Die unkonventionelle Erbin entwickelt sich zu einer erfolgreichen Bäuerin, die allerdings von ihren Nachbarn nicht sonderlich geachtet wird, weil sie bald Mutter eines unehelichen Kindes ist. Gleichwohl müssen sich alle vor ihrer beruflichen Leistung verneigen - sie wirtschaftet so gut wie keine andere.
Julie hingegen ist mit einem deutlich älteren Mann verheiratet, den sie nicht liebt und tut sich schwer damit, den konventionellen Zwängen zu folgen - sie ist froh, als sie nach einer Fehlgeburt die Gelegenheit bekommt, Hannah das Lesen beizubringen.
Das Leben zweier Frauen um die Zeit des Ersten Weltkriegs, die nur unter großen Schwierigkeiten ihren Weg gehen konnten. Ein eindringliches und anregendes Buch. Ich bin allerdings froh, dass ich nicht in jenen Zeiten gelebt habe, so ist mir einiges erspart geblieben.
Hoelzchen
aus Bad Oldesloe
5/5
14.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Und am Ende wartet das Glück
Inspiriert von den Leben ihrer Großmütter, hat Katja Maybach diesen Roman geschrieben. Zwei Frauen, unterschiedlicher Herkunft, stehen im Mittelpunkt dieser Geschichte. Beginnend 1912, endend 1917. Nach dem Tod der Eltern, erhält die 24jährige Hannah den Hof von ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder übertragen. Er hat andere Pläne und schenkt Ihr das Anwesen. Beim Notar muss Hannah preisgeben, dass sie weder lesen noch schreiben kann, da sie nie eine Schule besucht hat. Zufällig lernt Hannah beim Notarbesuch, dessen 22-jährige Frau kennen: Julie. Kurze Zeit später treffen sie wieder aufeinander, Julie wünscht sich so sehr eine Freundin, da sie sich in ihrer Ehe einsam fühlt und mach Hannah den Vorschlag, ihr lesen und schreiben zu lehren. Doch kann diese Freundschaft halten? Anfang des letzten Jahrhunderts waren die Standesunterschiede noch ein großes Thema, doch diese beiden Frauen sind untypisch für das Frauenrollenbild, welches für Sie vorgesehen war, denn was sie sich in den Kopf gesetzt haben, wird gemacht. Hannah verliebt sich in Ludwig, einem Hallodri, der kommt und geht wie es ihm gefällt. Auch ein gemeinsames Kind kann ihn nicht halten. Hannah wird als ledige Mutter im Dorf zum Gesprächsthema, doch sie stört sich nicht daran. Auch Verkupplungsversuche ihres Bruders wehrt sie ab, weil sie dann ihren geliebten Hof abgeben müsste. Julie hat jung in bessere Kreise eingeheiratet. Ihr Vater, ein Gymnasiallehrer ist sehr froh über diese Verbindung, weiß er Julie doch gut versorgt. Allein darum ging es damals. Sexuell ist Julie völlig unvorbereitet in die Ehe gegangen und die Zusammenkünfte mit ihrem Mann sind ihr ein Graus. So hat sie sich die Liebe nicht vorgestellt und sie muss erkennen, dass ihre Neigungen woanders liegen. Lebensverändernde Ereignisse lassen aber beide Frauen schlussendlich glücklich werden und sie starten in ein neues Leben. Ein rundum gelungener Roman und immer wieder erwischte mich beim Lesen der Gedanke, wieviel davon wohl aus dem wahren Leben der Großmütter basiert. Leider gibt es kein Nachwort, vielleicht auch, um die Persönlichkeitsrechte zu bewahren. Nun denn, viel hat sich getan in den letzten 100 Jahren. Damals gab es noch kein Frauenwahlrecht in Deutschland und Universitäten wurden fast nur von Männern besucht. Erste Frauenbewegungen kamen auf, eine kurze Erwähnung im Roman ist zu finden, doch diese werden von den Männern belächelt. Hannah und Julie erkennen, dass die Traditionen aufgebrochen werden müssen. Sie beweisen Mut und Stärke und brechen aus ihren Käfigen und Zwängen aus. Zwei wirklich tolle Frauen die unser Respekt verdienen. Die Geschichte stimmt mich nachdenklich und hat mich sehr berührt, vor allen Dingen vor dem Hintergrund, dass meine Großmütter in dieser Zeit aufgewachsen sind. Ein völlig anderes Leben zu unserem heutigen. Erst jetzt wird mir so richtig bewusst, was diese Generation erleben musste, vom Kaiserreich und zwei Weltkriegen mal ganz abgesehen. Nur zwei Generationen weiter und die Welt hat sich komplett verändert. Wie gut, dass es Autor:innen wie Katja Maybach, die uns auf Zeitreise nehmen und wir somit auf unterhaltsame Art und Weise Einblicke in vergangene Zeiten erhalten. Eine absolute Leseempfehlung von mir.
Mrs. Dalloway
5/5
13.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Lesenswert
Die besagten zwei Frauen heißen Julie und Hannah und leben Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Hannah ist Analphabetin und versucht, ihren Hof alleine zu bewirtschaften. Julie hingegen ist eine Dame aus der Gesellschaft und mit einem reichen Mann verheiratet. Als sie sich kennenlernen ist das der Beginn von etwas Außergewöhnlichem.
Das Buch ist wundervoll und eine ganz ganz große Empfehlung! Ich mag alle Frauen in diesem Buch und keinen einzigen Mann. Der Schreibstil ist wundervoll, ich könnte da noch ewig weiterlesen. Es ist fast etwas traurig, dass das Buch schon zuende ist.
Die Schicksale - ja so muss man es schon nennen - beider Frauen gehen mir sehr nah. Ich bin froh und dankbar, dass ich 100 Jahre später leben darf und Feministinnen wie in diesem Buch mir den Weg dafür geebnet haben.
Besonders gut finde ich, dass Hannah sich gegen alle Widerstände stellt und ihr Ding durchzieht. Ich mag auch Mara sehr gerne, die immer an ihrer Seite ist. Ich finde generell das Thema Kinderkriegen und Mutterschaft spannend. Es wird viel darüber berichtet wie die Frauen sich fühlen ohne die Möglichkeit zur Verhütung und überhaupt ohne die Wahl ob sie überhaupt Mutter sein wollen. Der Roman gewinnt dadurch einiges an Tiefe.
Auch Ludovico weckt viele Gefühle in mir, aber keine positiven. Das wiederum macht das Buch aber spannend und man will immer wissen wie es mit diesem Hallodri weitergeht.
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5/5
01.05.2026
Buch (Taschenbuch)
Für ein unabhängiges Leben
Inhalt siehe Klappentext.
Ein beeindruckender Roman um gesellschaftliche Konventionen, Vorurteile,Freundschaft und den Mut auch trotz des Drucks von Außen, den eigenen Weg zu gehen .
Obwohl Hannah und Julie aus völlig verschiedenen Schichten stammen, gibt es doch eine große Gemeinsamkeit.Beiden scheint ihr Weg von Kindheit an vorgezeichnet, den der Mutter und Ehefrau.Damit sollten sich Frauen um 1912 zufrieden geben.Hannah in ärmlichen Verhältnissen und mit einem gewalttätigen Vater aufgewachsen ,erkennt schon früh wie wertvoll die Unabhängigkeit für die Frau sein kann.Julie hingegen,fehlt es an der Seite eines vermögenden Ehemannes scheinbar an nichts.Sie fühlt sich allerdings immer häufiger fremdbestimmt und möchte mehr als von ihr erwartet wird.
Als sie Hannah kennenlernt, ist sie fasziniert von ihrem unabhängigen Leben und entfernt sich dabei immer mehr aus ihrer Schablone in der sie gepresst wurde.
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4/5
26.09.2026
eBook (ePUB)
Starke Frauen
Die eine aus ärmlichen Verhältnisse, die andere mehr aus dem gutbürgerlichen Milieu. Sie freunden sich an und jenseits aller Konventionen gehen sie in schwierigen Zeiten ihren Weg.
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