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Ich will dich lebend »Der Roman hat mich sprachlos gemacht.« (Bärbel Schäfer)

8

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

2896

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.09.2026

Verlag

Frankfurter Verlagsanstalt

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

12,9/20,7/3 cm

Gewicht

428 g

Farbe

Beige / Tabak

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-627-00354-8

Beschreibung

Rezension

»Über die Dynamik der allzu oft als Liebe getarnten Gewalt schreibt Julia Malik präzise und authentisch. Wir müssen hinsehen, auch wenn es schmerzhaft ist, um zu verstehen.«



Christina Clemm






»Julia Malik findet eine Sprache von brennender Dringlichkeit für das, was sich ins Gedächtnis einschreibt und nicht loslässt – nah genug, dass man es noch lange auf der Haut spürt.«



Fikri Anıl Altıntaş






»Packend realistisch führt uns Julia Malik ein Gewebe normalisierter Gewalt vor, und wie die Rettung daraus so schwierig ist. Aber weil das Literatur ist, sind wir Lesenden am Ende mit gerettet. Und glücklich.«



Marlene Streeruwitz






»Julia Malik kann weit mehr als Schauspiel […]. Eine Frau also, die offensichtlich mehrere Bühnen braucht und auf jeder auch etwas zu erzählen hat. Julia Malik erfindet sich immer wieder neu: Schauspielerin, Musikerin, Autorin – und alles erfolgreich. […] In ihrem neuen Roman ›Ich will dich lebend‹, erzählt sie von Freundschaft unter Frauen und von einer toxischen Beziehung.«



ARD Brisant






»Julia Malik […] hat vielschichtige, höchst glaubwürdige Figuren entwickelt, die einem beim Lesen sehr nahekommen. […] Dabei ist ein extrem dichter Roman entstanden, der in einem rasanten Tempo erzählt ist und der in jeder Zeile spüren lässt, wie viel die Figuren ihrer Autorin bedeuten.«



BR24 Radio






»Der Roman hat mich sprachlos gemacht […] Deswegen danke ich dir für dieses wirklich sehr bewegende Buch. Jeanne, Selma und Mischa haben mich sehr, sehr lange begleitet. Es ist ein sehr intensives Buch und ich kann es nur empfehlen.«



Podcast »book:deluxe«






»Ihre Bücher haben gemeinsam, dass sie keinen seichten Stoff besprechen wollen. Es sind Themen, die ihren Raum, eine Bühne brauchen: Häusliche Gewalt, Rollenkonflikte, der Weg zur weiblichen Selbstermächtigung. Julia Malik thematisiert jene Problematik in ihren Büchern, schonungslos, lässt sie sichtbar werden.«



Sleek

Produktdetails

Verkaufsrang

2896

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

03.09.2026

Verlag

Frankfurter Verlagsanstalt

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

12,9/20,7/3 cm

Gewicht

428 g

Farbe

Beige / Tabak

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-627-00354-8

Herstelleradresse

Frankfurter Verlags-Anst.
Arndtstraße 11
60325 Frankfurt
DE

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  • Bianka

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    07.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Buch, aus dem man erst einmal wieder auftauchen muss

    Ich weiß gar nicht, wie ich dieses Buch beschreiben soll. Ich weiß nur, dass es mich nicht mehr loslässt. Es gibt Bücher, die liest man und denkt danach, Das war gut. Und dann gibt es Bücher, bei denen man irgendwann merkt, dass man nicht mehr einfach nur liest, sondern mitten in ihnen steckt. „Ich will dich lebend“ gehört für mich ganz eindeutig zur zweiten Sorte. Selma und Micha erleben zunächst eine Liebe, die sich für Selma wie etwas Einmaliges anfühlt. Eine Nähe, die sie so noch nie gekannt hat. Doch aus dieser vermeintlich großen Liebe wird immer mehr Kontrolle, Isolation, Manipulation und Gewalt. Selma gerät in eine Situation, aus der sie unbedingt herauswill und gleichzeitig immer weniger in der Lage ist, sich selbst zu glauben. Und genau das ist es, was dieses Buch für mich so erschreckend macht. Es erklärt nicht einfach, warum jemand bei einem gewalttätigen Partner bleibt. Es lässt einen verstehen, wie so etwas überhaupt möglich werden kann. Wie Liebe und Angst nebeneinander existieren können. Wie jemand die Gewalt immer wieder verdrängt, sich selbst die Schuld gibt, versucht, alles richtig zu machen und dabei immer weiter von sich selbst wegkommt. Das ist unglaublich eindringlich geschrieben. Besonders die Darstellung von Selmas innerer Wahrnehmung hat mich immer wieder sprachlos gemacht. Ihre Gedanken springen, Erinnerungen vermischen sich, verschiedene Wirklichkeiten überlagern sich. Sie versucht, das Geschehene irgendwie in ein Leben einzuordnen, in dem Micha gleichzeitig der Mann ist, den sie liebt, und der Mensch, vor dem sie sich fürchten muss. Und dann diese Sprache. Ich habe selten so viele Sätze gelesen, bei denen ich dachte, wie kommt man auf so ein Bild? Die Autorin schreibt teilweise völlig nüchtern und sachlich und trifft einen damit gerade deshalb. Dann wieder entstehen Bilder, die so ungewöhnlich und präzise sind, dass ich sie am liebsten sofort markiert hätte. Räume, Türen, Treppen, Schlüssel, das Gefühl des Eingesperrtseins und die Frage, wo eigentlich die Grenze zwischen Innen und Außen verläuft, ziehen sich durch die Geschichte und bekommen immer wieder neue Bedeutungen. Auch Jeanne hat mich sehr beschäftigt. Sie ist nicht einfach nur die Freundin, die Selma retten möchte. Als Michas Schwester steckt sie selbst mitten in diesem Geflecht aus Familie, Loyalität, Schuld und Verdrängung. Je mehr sie versucht, Selma zu helfen, desto stärker wird sie mit ihrer eigenen Vergangenheit und ihrer Familie konfrontiert. Was ich an dem Buch außerdem sehr mochte, es macht es sich niemals einfach. Es gibt keine bequemen Antworten. Keine perfekte Retterin. Kein „Warum geht sie nicht einfach?“. Stattdessen zeigt der Roman, wie kompliziert Abhängigkeit sein kann und wie sehr Gewalt nicht nur den Körper, sondern auch die Wahrnehmung, das Denken und das eigene Selbstbild verändert. Und dann gibt es diese Gerichtsszenen. Ich dachte irgendwann, ich wüsste, worauf ich mich einstellen muss. Ich wusste es nicht. Ein ganz bestimmtes, unscheinbares Geräusch hat mich an einer Stelle regelrecht kalt erwischt. Ich wusste sofort, dass ich es schon einmal gelesen hatte. Und plötzlich war alles wieder da. Solche Momente kann dieses Buch. Es nimmt etwas scheinbar Nebensächliches und gibt ihm später eine Bedeutung, die einen völlig unvorbereitet trifft. Ich habe beim Lesen oft Wut empfunden. Hilflosigkeit. Traurigkeit. Manchmal musste ich einen Abschnitt einfach kurz sacken lassen. Und trotzdem konnte ich nicht aufhören zu lesen. „Ich will dich lebend“ ist schwer. Wirklich schwer. Aber es ist gleichzeitig unglaublich klug, sprachlich außergewöhnlich und psychologisch sehr genau. Für mich ist es vor allem ein Buch darüber, was passiert, wenn Menschen versuchen, mit Dingen zu leben, die eigentlich nicht in ihr bisheriges Weltbild passen. Und darüber, wie schwer es sein kann, sich selbst wiederzufinden, wenn man sich lange Zeit nur noch danach richtet, was ein anderer Mensch denkt, fühlt und will. Ich bin am Ende angekommen und hatte nicht das Gefühl, einfach ein Buch beendet zu haben. Ich hatte das Gefühl, aus einer Geschichte aufzutauchen. Und genau deshalb werde ich dieses Buch so schnell nicht vergessen.

  • Lesenswert

    aus Bielefeld

    5/5

    03.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kann ich einer Freundin helfen, indem ich sie entführe?

    "Ich will dich lebend" von Julia Malik ist ein Roman, der wütend und betroffen macht. Jeanne und Selma sind beste Freundinnen. Eines Tages beobachten die beiden Jeannes Bruder Mischa beim Ladendiebstahl. Selma deckt ihn und sie verliebt sich in ihn. Von diesem Zeitpunkt an gehört Selma nur noch Mischa, sie meldet sich nicht mehr bei Jeanne. Jeanne forscht nach und stellt fest, dass die große Liebe seitens Mischa wohl eher aus Manipulation,, Herrschsucht und Gewalt besteht. Deshalb entführt sie Selma, um sie zu schützen. Bei der Lektüre dieses Romans ist mir mehrmals die Luft weggeblieben. Dazu schwirrten mir immer wieder Fragen durch den Kopf: Warum lässt eine Frau so etwas zu? Und warum wird mit einer Frau so umgegangen, als ob sie selbst schuld an allem sei? Nach und nach lässt uns die Autorin in Selmas und Jeannes Leben eintauchen und wir erfahren von Kapitel zu Kapitel immer mehr. Wir lernen an dieser Stelle nicht nur Jeannes und Mischas dominanten Vater kennen, wir begleiten Selma und Jeanne auch zur Polizei. Die Polizistin, die Selma befragt hat, hat mich wirklich wütend gemacht. Gerade von einer Frau hätte ich doch mehr Sensibilität dem Opfer gegenüber erwartet. Julia Malik transportiert nicht nur Tatsachen, Sie transportiert die Emotionen aller Charaktere sehr überzeugend. Jeanne, die Selma helfen will, was zu Überwachung ausartet. Selma, die Mischa immer wieder glaubt, dass es ihm leidtut und so etwas nie mehr vorkommt. Ein Roman, der das Thema häusliche Gewalt beeindruckend aufgreift und absolut lesenswert ist! Es macht wütend und traurig und stellt gleichzeitig die Frage "Wie kann ich helfen, ohne die betroffenen Frauen unter Druck zu setzen" 5 Sterne für diesen gesellschaftspolitisch relevanten Roman!

  • lesen_lauschen_lieben

    aus Kiel

    5/5

    27.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Stell dir vor, du entführst deine beste Freundin. Um sie vor dem Menschen zu beschützen, der dir am nächsten steht.

    Selma, Professorin und erfolgreiche Architektin, verknallt sich in Restaurantbesitzer Mischa, den gutaussehenden Bruder ihrer besten Freundin Jeanne. Selma und Mischa werden ein Paar und können kaum noch die Finger voneinander lassen. Jeanne, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, hat von Anfang an kein gutes Gefühl bei der Beziehung. Vielleicht ist sie ja nur eifersüchtig, denn sie und Selma waren jahrelang unzertrennlich. Irgendwann meldet Selma sich kaum noch bei Jeanne, kapselt sich immer mehr ab, wirkt bei Gesprächen fahrig und ängstlich. Fragen weicht sie aus. Jeanne hat einen schrecklichen Verdacht. Sie nimmt Kontakt auf zur Exfreundin ihres Bruders – und was die ihr berichtet, bestätigt die schlimmsten Befürchtungen: Eine Spirale aus Verführung, Isolation, Lügen und Gewalt beginnt, sich ein zweites Mal zu drehen. Jeanne beschließt, Selma kurzerhand zu entführen und in ein Versteck zu bringen, von dem aus Selma Anzeige gegen Mischa erstattet. Hier ist sie sicher. Bis zum Tag des Gerichtstermins. Dieses Buch hat mich aufgewühlt und tut es immer noch. Das Thema „Gewalt in der Partnerschaft“ wird aus der Sicht der Unterstützerin geschildert, die so ohnmächtig wie unverzichtbar ist. Jeannes Rolle ist komplex und ambivalent: Sie ist die Schwester des Täters und sie liebt Selma, das Opfer. Jeanne riskiert alles, als sie Selma retten will und die Mischung aus Hilfe und Übergriffigkeit nicht dosieren kann. Das Buch ist absolut schonungslos in der Beschreibung der körperlichen und sexuellen Gewalt, die Mischa Selma antut. Vor allem im Protokoll der polizeilichen Befragung, die in ihrer demütigen Monotonie kaum zu ertragen ist. Mich hat aber vor allem nachdenklich gemacht, welches Stereotyp ich selbst beim Thema „Gewalt in der Partnerschaft“ im Kopf hatte. Jedenfalls nicht das der klugen, lebenserfahrenen und wortgewandten Frau, wie Selma sie ist. Das, was Selma passiert, könnte jeder passieren. Jeder von uns. Ein aufrüttelndes, packend und literarisch geschriebenes Buch für alle, die sich mit ihren eigenen Vorannahmen und mit dem Thema häusliche Gewalt auseinandersetzen wollen. Und die lernen wollen, besser hinzusehen.

  • MarieOn

    4/5

    21.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Extrem aufwühlend

    Jeanne trifft Selma zum ersten Mal auf einem Podium. Die Moderatorin stellt Selma Fragen zur Architektur, die sie vage beantwortet. Selma dreht und windet sich, wippt mit dem Fuß unter den überschlagenen Beinen. Jeanne, die Molekularbiologin, hinterfragt Selmas Antworten, die eine Charmeoffensive startet. Nach dem Podium sollen sich die Gäste beim Büffet einfinden. Jeanne klemmt sich an Selma, irgendwas fasziniert sie. Doch Selma schultert ihre übergroße Tasche und will weg, sie habe noch eine Verabredung. Jeanne überredet sie zu bleiben. Selma wird von einem Typen angequatscht, dem sie nur einen kurzen Blick gönnt, um sich wieder Jeanne zuzuwenden. Sie brechen gemeinsam auf und ziehen in Selmas Lieblingsbar. Jeanne und Selma verbindet vom Tag ihres Kennenlernens eine tiefe Freundschaft. Sie quatschen die Nächte durch, besuchen Partys, tanzen. Sieben Jahre teilen die ungleichen Frauen jede emotionale Regung und dann lernt Selma Jeannes Bruder Mischa kennen. Den Betreiber eines Szenerestaurants, in der er allabendlich in Armani hofiert. Selma kann sich seinem Charme nicht entziehen. Sie lässt sich auf Mischa ein, auf dieses besondere Gefühl, das er ihr schenkt. Während Selma sich weiter an Mischa fesselt, arbeitet Jeanne als Kuratorin für ihren Vater und vermarktet seine Gemälde. Wenn sie Selma trifft, dann nur im Zusammenhang mit Mischa. Obwohl die beiden ihr stets bestätigen, dass sie sie gerne bei sich haben, fühlt sie sich als Störenfried und glaubt bald, dass sie sowohl Selma als auch ihren Bruder verloren hat. Als Mischas Ex-Freundin sie anruft, braucht sie einen Moment, um das Unaussprechliche zu verarbeiten. Doch dann weiß sie, dass sie handeln muss. Sie packt ihr Auto mit Vorräten und Kleidung, lockt Selma unter einem Vorwand aus Mischas Restaurant und fährt mit ihr in die Abgeschiedenheit eines verfallenen Hauses, dessen Existenz Mischa nicht kennt. Fazit: Die Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Julia Malik hat in ihrem zweiten Buch eine Frauenfreundschaft gezeichnet, die auseinanderfällt. Ihre Protagonistin Selma rutscht in eine toxische Beziehung mit dem Bruder ihrer besten Freundin. Schnell wird aus der lebenslustigen, unbeschwerten, frei beruflich selbstständigen Selma eine abhängige, beigeblasse Frau, die versucht, ihr Leben zu kontrollieren, um das Schlimmste zu vermeiden. Während Selma sich den Gegebenheiten anpasst, bleibt Jeanne ahnungslos, was sich hinter Mischas Wohnungstür abspielt. Als Jeanne Selma regelrecht entführt, sie zu einer Anzeige überredet, ahnt sie nicht, wie sehr Mischa Selma konditioniert hat. In der Einöde, die die beiden Frauen umgibt, erfahre ich nach und nach, was Selma passiert ist und ich muss sagen, als mittlerweile geübte Leserin toxischer Beziehungen haben mich verschiedene gut beschriebene Szenen voll erwischt. In aller Konsequenz zeigt die Autorin das anfängliche Umgarnen, die stete Gehirnwäsche, dass diese Beziehung etwas ganz Besonderes ist, die Demütigungen durch die Verletzungen und die Scham. Selmas Zwiespalt der Schwester den geliebten Bruder nicht madig machen zu wollen und die eigenen Schuldgefühle, wenn er wieder ausgerastet ist, ist ebenfalls gut herausgearbeitet. Niemand ahnt, wie perfide Mischa wirklich tickt, weil er oberflächlich gut kontrolliert, gefällig und erfolgreich in seiner Selbstdarstellung ist. Erschreckend unzumutbar ist auch das Verhör der Polizistin, bei der Selma Anzeige erstattet. Das will man nicht erleben. Was mir nicht gefallen hat, sind die pseudointellektuellen Dialoge zwischen den beiden Frauen während der Kennenlernphase, das ist aber mein einziges Manko in dieser schonungslosen, augenöffnenden Geschichte, die ich wichtig finde.

  • Bewertung

    4/5

    14.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ist lebend das Gleiche wie lebendig ?

    Auch wenn mich das Cover nicht wirklich angesprochen hat, der Titel hat es auf alle Fälle getan. Gerade in diesem sehr deutlichen Unterschied zwischen dem eher schon sinnlichen/entspannten Ausdruck der jungen Frau und der eher hell-gehaltenen Farbgestaltung im Gegensatz zu dieser Drastik, die der Titel ausstrahlt, habe ich für mich Potential für ein echt gutes Buch gesehen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Charaktere, allen voran natürlich Selma sind wirklich fest bis zur Perfektion ausgearbeitet und auch der Schreibstil schafft eine tolle Balance zwischen einer nüchternen Klarheit und dabei aber auch immer wieder einer gewissen Tragik in der Poesie. Dadurch werden all die wichtigen Themen, die zwar immer mehr auch Einzug in den öffentlichen Diskurs erhalten, dennoch aber mMn. nicht oft genug angesprochen werden können, sehr gut aufgearbeitet. Gerade die Thematik von toxischen Beziehungen in Verbindung mit Gewalt in Partnerschaften und dabei gleichzeitig aber auch weiblicher Selbstermächtigung, finde ich hier überaus wichtig. Ein einzelner Kritik meinerseits ist dabei dann aber doch, dass die Geschehnisse, gerade emotional zeitweise schon sehr nüchtern und ohne wirkliche Beleuchtung alternativer Wege bleibt. Schlussendlich blieb bei mir dann aber auch noch eine andere Frage hängen, die sich sowohl aus dem Titel als auch aus der Geschichte heraus, mMn. noch stellen könnte. Nämlich die Frage, ob und wenn ja, worin sich eigentlich lebend und lebendig unterscheiden. Man benutzt diese Begriffe irgendwie so oft als Synonyme, aber (auch) nach diesem Roman hab ich irgendwie das Gefühl, dass es doch irgendwie eine kleine Unterscheidung gibt. Als lebend wird, so hab ich das hier zumindest interpretiert, gerade in solchen Beziehungen, wie diejenige um die es hier geht, einfach die Tatsache, dass man gemeinsam lebt und einander hat ( schon auch so ein bisschen für einander lebt), empfunden. Im Gegensatz dazu ist lebendig dann, dass auch jeder Beziehungspartner für sich selbst ( auch unabhängig voneinander) ein erfülltes Leben hat. Ist wie gesagt aber nur meine Interpretation des Ganzen, weil ich den Titel diesbezüglich echt interessant finde.

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