Vier Erwachsene, ein Hotel und ein ungewöhnlicher Plan ... Ein mitreißender Roadtrip durch die USA mit einem unkonventionellen Lebensentwurf als Ziel!Als Valentine unerwartet ein Gothic-Hotel in South Carolina erbt, fühlt es sich wie Schicksal an. Denn seit sie, ihre Partnerin Linh, ihr langjähriger Freund und Bandkollege Raul und sein Partner Banner in ihren Vierzigern sind, haben sich ihre Prioritäten verschoben. Schließlich schafft Val es, die anderen davon zu überzeugen, von Berlin und New York in die Südstaaten zu ziehen, um das heruntergekommene Hotel zu renovieren. Dort wollen sie eine ungewöhnliche Wahlfamilie gründen und alle gemeinsam ein Kind großziehen. Mit vier Elternteilen müsste niemand seine Identität aufgeben, sie könnten Künstler bleiben und ein erfülltes Leben führen.Doch als die vier sich in ihrem neuen Zuhause einleben und ihre Tochter August zur Welt kommt, geraten die Beziehungen ins Wanken. Am Tag der Hoteleröffnung verwandelt sich der Abend in einen Albtraum: August ist verschwunden. Daraufhin wenden sich die Eltern gegeneinander. Und bald wendet sich die Welt gegen sie.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Rina
aus Mannheim
5/5
06.10.2026
eBook (ePUB)
Eine ungewöhnliche Familiengeschichte
Ich hatte durch das Cover eher mit einem auf die Spitze getriebenen und durchaus amüsanten Leseerlebnis gerechnet. Vor allem hatte ich gedacht, dass das Verschwinden von August viel mehr im Mittelpunkt stehen würde. Tatsächlich nimmt das aber erst später wirklich Raum ein.
Gerade am Anfang geht es sehr viel um die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander.
Raul, Val, Banner und Linh sind alles andere als perfekt und vielleicht auch nicht unbedingt geeignet, eine Familie zu gründen. Dass sie das selbst wissen, bringt Val überhaupt erst auf die Idee, doch gemeinsam eine Familie zu gründen. Leider läuft nicht alles wie geplant. Die künstliche Befruchtung ist nicht gleich erfolgreich, was vor allem Val in ein emotionales Durcheinander stürzt. Auch ist nicht jeder begeistert von der Idee. Da gibt es die Eltern von Raul und Banner, die sich ungewollt einmischen und auch Linhs Schwester ist mit ihrer besitzergreifenden Art alles andere als leicht zu ertragen.
Ich muss sagen, mir haben vor allem die rohen Emotionen gefallen, die die vier durchmachen. Hier wird nichts beschönigt. Es geht in der Geschichte um Drogenmissbrauch, Depressionen, schwierige Familienverhältnisse und noch um so vieles mehr. Ich war überrascht, welche Flut an Themen hier zusammenkommt und wie ernst die Geschichte eigentlich ist. Trotz dieser Vielfalt hat sich die Geschichte für mich nie überladen angefühlt.
Ich würde sogar sagen, dass manche Themen durch ihre Rohheit vielleicht nicht für jeden leicht zu lesen sind. Natürlich gibt es hier auch ein paar, vor allem amerikanische, Klischees. Trotzdem fand ich die Figuren alle insgesamt interessant, gerade weil sie so nahbar wirkten.
Im zweiten Teil kam dann noch etwas mehr Spannung auf, da jeder versucht herauszufinden, wer denn nun der Entführer ist. Zunächst will keiner glauben, dass einer der vier etwas damit zu tun hat. Doch nach und nach kommen Zweifel auf. Mit der Auflösung am Ende hätte ich jedenfalls nicht gerechnet.
Insgesamt wirklich ein empfehlenswertes Buch. Ernster als erwartet, mit wichtigen Themen und Protagonisten, die mir durch ihre Verletzlichkeit irgendwie ans Herz gewachsen sind.
pearl-on-the-rox
Orell Füssli Book Circle Community
5/5
28.09.2026
eBook (ePUB)
Eine echte Entdeckung
Im Rahmen eines wunderbaren «Sunday Book Reading» beim Kein & Aber Verlag durfte ich zwei Stunden lang einfach nur lesen… ungestört, ohne Ablenkung und mit ganz viel Zeit, um in ein Buch einzutauchen. Und bei Das haben wir nicht gewollt fiel mir das erstaunlich leicht.
Die Autorin Calla Henkel zieht einen von den ersten Seiten an in eine ungewöhnliche Geschichte hinein. Was zunächst gar nicht wie ein Thriller wirkt, entwickelt nach und nach einen Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte. Vier Menschen wollen mit einem gemeinsamen Kind eine Familie nach ihren eigenen Regeln gründen – doch als das Kind verschwindet, gerät dieses sorgfältig gedachte Konstrukt ins Wanken.
Besonders begeistert hat mich Henkels Sprache: klug, eigenwillig, manchmal schräg und dabei unglaublich leicht zu lesen. Es ist diese ungewöhnliche Erzählweise, eine Art düstere Atmosphäre und die psychologischen Verwicklungen. Für mich ist genau diese Mischung aus Beziehungsroman, Familiengeschichte und Thriller das Besondere an diesem Buch. Man weiss lange nicht, wohin die Geschichte führt und genau deshalb möchte man unbedingt weiterlesen.
Eine echte Entdeckung für mich und definitiv nicht mein letztes Buch von Calla Henkel.
Danke an den Kein & Aber Verlag für dieses besondere Leseerlebnis und dafür, dass ihr mich auf eine Autorin aufmerksam gemacht habt, die wunderbar zu meinem Lesegeschmack passt❤️
Bewertung
5/5
17.09.2026
eBook (ePUB)
Kein Wohlfühlroman, aber sehr eindrücklich und atmosphärisch und absolut lesenswert!
Mit "Das haben wir nicht gewollt", einem atmosphärischen und tiefgründigen Familienroman, hat mich Calla Henkel sehr positiv überrascht.
Die Karriere der Musikerin Valentine und ihres Bandkollegen Raul stagniert. Rauls Partner Banner und Valentines langjährige On-Off-Partnerin Linh stehen ebenfalls vor beruflichen und persönlichen Wendepunkten.
Als Valentine unerwartet ein heruntergekommenes Hotel im Hinterland der amerikanischen Südstaaten erbt eröffnet sich für die vier Freunde die Möglichkeit für einen Neuanfang. Gemeinsam wollen sie das Hotel renovieren, eine alternative Wahlfamilie gründen und gemeinsam ein Kind aufziehen.
Mit Geburt der gemeinsamen Tochter August gerät die von Beginn an fragile Familienkonstellation jedoch ins Wanken und die Dynamiken spitzen sich zu, als August am Tag der Eröffnung des Hotels verschindet.
"Das haben wir nicht gewollt" ist eine ungewöhnliche Familiengeschichte um vier vielschichtige, teils egozentrische und keinesfalls immer symphatische Charaktere.
Eine Geschichte mit komplexen und teils auch toxischen Beziehungsdynamiken, welche sich insbesondere um den Handlungsstrang mit dem Verschwinden der gemeinsamen Tochter verdichten.
Ein Familiendrama über vier Menschen, die zu viel (alles) wollen, und an den Herausforderungen eines Lebensentwurfes abseits der gesellschaftlichen und heteronormativen Normen und an ihren eigenen und gegenseitigen Erwartungen fast zerbrechen.
Calla Henkel schreibt großartig und erzählt dabei die Geschichte der alternativen Wahlfamilie auf eine sehr eindringliche und spannende Art und Weise.
Die Geschichte wird in wechselnder Perspektive erzählt, was Leser*innen intensive Einblicke sowohl in die Gefühls- und Gedankenwelt der Hauptprotagonist*innen, als auch deren Beweg- und Abgründe und Handlungen ermöglicht.
"Das haben wir nicht gewollt" ist kein Wohlfühlroman. Die Handlung wirkt manchmal überzogen und skurril, die Charaktere manchmal sperrig. Aber gerade auch das hat mich neugierig auf die weiteren Entwicklungen gemacht.
Trotz teilweise erzählerischer Längen im Mittelteil ein eindrückliches Familiendrama, das mich insgesamt begeistert hat.
Ich gebe eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.
Bianka
Thalia Book Circle Community
5/5
15.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich brauche keine Figuren, die ich die ganze Zeit sympathisch finde
Was passiert, wenn eine Familie schon vor ihrer Gründung eine verdammt schlechte Idee ist?
Vier Menschen, ein heruntergekommenes Gothic-Hotel in South Carolina und die ziemlich verrückte Idee, gemeinsam eine Familie zu gründen.
Valentine, ihre Partnerin Linh, ihr langjähriger Freund und Bandkollege Raul und dessen Partner Banner wollen alles anders machen. Keine klassische Familie, keine Rollen, in die irgendjemand hineinpassen muss. Stattdessen vier Eltern, die gemeinsam ein Kind großziehen und dabei trotzdem sie selbst bleiben können.
Klingt auf dem Papier irgendwie nach einer verdammt guten Idee.
In der Realität natürlich überhaupt nicht.
Denn schon bevor August überhaupt geboren wird, merkt man, dass bei diesen vier Menschen ziemlich viel im Argen liegt. Und genau das hat mir so gut gefallen. Diese Figuren sind nicht glatt, nicht besonders vernünftig und schon gar nicht immer sympathisch. Aber sie sind interessant. Und ich musste nicht jeden von ihnen mögen. Eigentlich musste ich das überhaupt nicht. Ich wollte sie verstehen.
Dann verschwindet August ausgerechnet am Abend der Hoteleröffnung und plötzlich kippt alles.
Aus der ungewöhnlichen Wahlfamilie wird ein Haufen Menschen, die sich gegenseitig misstrauen, beschuldigen und immer mehr auseinanderfallen. Und je weiter die Geschichte geht, desto mehr fragt man sich, wem man eigentlich noch glauben kann.
Ich mochte diese Mischung aus Southern Gothic, Familiendrama, schwarzem Humor und Mystery unglaublich gerne. Das Buch ist teilweise völlig drüber und gleichzeitig so menschlich, dass ich immer wieder dachte: Was zur Hölle passiert hier eigentlich gerade?
Und genau dieses Gefühl meine ich positiv.
Ich fand es spannend, wie Calla Henkel zeigt, dass eine Wahlfamilie nicht automatisch bedeutet, dass alles besser oder einfacher wird. Auch Menschen, die sich bewusst für ein anderes Familienmodell entscheiden, bringen ihre eigenen Fehler, Ängste, Wünsche und Abgründe mit.
Und ja, manche Entscheidungen der Figuren haben mich wahnsinnig gemacht. Aber auch das gehört für mich zu einer guten Geschichte. Ich brauche keine Figuren, die ich die ganze Zeit sympathisch finde. Ich brauche Figuren, über die ich nachdenke, mich aufrege und bei denen ich unbedingt wissen will, wie es weitergeht.
„Das haben wir nicht gewollt“ ist definitiv kein gewöhnlicher Familienroman. Dafür ist die Geschichte viel zu eigenwillig, düster, skurril und manchmal einfach herrlich kaputt.
Ich wusste zwischendurch wirklich nicht, wohin das alles führen soll. Aber ich wollte unbedingt mitgehen.
Und genau deshalb gibt es von mir 5 ⭐️ von 5 ⭐️
Bewertung
4/5
16.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nicht wirklich greifbar, außergewöhnlich, skurril
Ich kann dieses Buch gar nicht richtig einordnen und genau das macht es so interessant.
Es geht um die vier Hauptcharaktere Valentine, Linh, Raul & Banner, die in verschiedenen Konstellationen zueinander stehen. Die Kapitel werden jeweils aus der Perspektive der Figuren erzählt und machen Zeitsprünge, sodass die einzelnen Handlungsstränge nicht chronologisch ineinander übergehen.
Val & Raul sind best friends und tingeln seit Jahren gemeinsam in einer erfolgreichen Indie-Band durch die Welt. Sie stammen aus den USA, leben aber in Berlin. Raul pendelt zwischen New York, wo sein Partner Banner, ein wohlhabender Banker, wohnt, mit dem er eine offene Beziehung führt. Als sich ihre Karriere dem Ende neigt, Vals Vater stirbt und sie ein altes, verkommenes Hotel in den Südstaaten erbt, beschließen sie kurzerhand, Eltern zu werden und zu viert eine unkonventionelle Familie zu gründen. Wir erfahren in den einzelnen Kapiteln immer mehr über die Gefühlszustände, inneren Unsicherheiten, Traumata und psychologischen Abgründe der einzelnen Charaktere: schräg, teilweise nachvollziehbar, teilweise grotesk und weird.
Sie ziehen gemeinsam in den Heimatort von Val - auch Banner stammt aus der leicht düsteren Gegend. Sie beginnen, das unheimliche Hotel zu renovieren mit dem Ziel es in hippes Luxushotel zu verwandeln. Nach der Geburt ihrer Tochter August, wird die ungewöhnliche Familienkonstellation immer schwieriger. Ausgerechnet am Tag der Hoteleröffnung verschwindet August spurlos. Von diesem Moment an nimmt die Geschichte eine völlig neue Wendung und entwickelt sich von einem psychologisch geprägten Roman zunehmend zu einer Krimigeschichte.
Die vier beginnen sich gegenseitig zu verdächtigen, es kommen Geheimnisse ans Licht und Eifersucht, Neid und Misstrauen lassen ihre Handlungen immer radikaler und absurder werden. Hört sich jetzt bereits wild an? Dazu kommen noch viele weitere sonderbare Charaktere mit ihren Eigenheiten, eigenen Vorstellungen und unwillkürlichen Taten. Die Geschichte und die Zufälle werden immer sukrriler aber auch spannender. Zugegebenermaßen bin ich anfänglich etwas schwer in die Story reingekommen. Ab dem Zeitpunkt, ab dem das Kind verschwindet, wurde das Buch für mich zum Pageturner. Es ist so viel passiert, dass ich mir gar nicht alles merken konnte und gar nicht hinterherkam mit meinen Gedanken.
Der Roman behandelt insgesamt viele wichtige Themen wie Familienkonstellation, Traumata aus der Kindheit, Depressionen, queere Liebe und Beziehungen, Identität. Ich hätte mir mehr Raum für die einzelnen Themen gewünscht, aber teilweise fühlte es sich an wie eine Aufzählung von Schicksalsschlägen und obskuren Gedanken. Kaum hatte man eine Sache erfahren und verstanden, kam schon die nächste, und es blieb kaum Zeit zum Nachdenken. Auch der Schreibstil variiert stark zwischen eher schlicht aufgeschriebenen Passagen und pointierten Metaphern sowie ungewöhnlichen Ausdrucksweisen, die mich sehr unterhalten haben. Der Beschreibung nach hatte ich mehr Mystery erwartet, aber alles in allem war es für mich ein eigenwilliger Mix aus Entertainment und einem wichtigen Kern an Tiefe. Nicht wirklich greifbar, aber außergewöhnlich.
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4/5
23.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Henkel strikes again
Zwei Rockstars, eine Person die Theaterstücke schreibt und ein New Yorker Banker entscheiden sich hier als queere Patchworkfamilie ein Kind zu bekommen und gleichzeitig ein geerbtes Gothic- Hotel zu renovieren. Es erklärt sich von selbst, dass die verschiedenen Persönlichkeiten alle ihre eigenen Thematiken in die Konstellation mitbringen und spätestens am Eröffnungsabend läuft das Ganze endgültig aus dem Ruder, als die junge Tochter plötzlich verschwunden ist. Wieder außergewöhnliche Unterhaltung von Henkel aber für mich nicht ganz so genial wie das Buch zuvor.
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