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Produktbild: Königin der Nacht
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Artikelbild von Königin der Nacht
Lukas Bärfuss

1. Königin der Nacht

Königin der Nacht Ein kurzes Buch über meine Mutter

Gesprochen von
5
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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Julian Mehne

Spieldauer

3 Stunden und 19 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

24.09.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

61

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783732493463

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Julian Mehne

Spieldauer

3 Stunden und 19 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

24.09.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

61

Verlag

Argon

Sprache

Deutsch

EAN

9783732493463

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  • Eva

    5/5

    26.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Annäherung an institutionalisierte Marginalisierung und die eigene Herkunft

    Lukas Bärfuss nähert sich in seinen Texten seiner Herkunft und den Geschichten seiner Eltern. 2022 erschien Vaters Kiste, das Buch über seinen Vater. Königin der Nacht ist das Buch über seine Mutter. Es führt direkt in die entbehrungsreiche, haarsträubend harte Kindheit in einem Leben, in das er nicht gehörte. Ihr Sohn war ihr Ballast, entfremdet, im Buch heißt er “der Sohn“. Die Mutter war lieblos, empathielos, sie mochte ihn nicht. Im Alter von 15 Jahren verkauft sie ihn an einen Landwirt, er arbeitet bis zum Umfallen. Kurz darauf verschwindet sie, er wird obdachlos. Seine Freunde sterben an Drogen, an Alkohol, an den Behörden, an der Straße. Er überlebt, wird Vater, Publizist. Seine Mutter stirbt in der Dominikanischen Republik mit 60 Franken Vermögen. Auf wenigen Seiten gelingt etwas Sensationelles. Die Situation des jungen Mannes spiegelt die prekären Lebensumstände der Mutter, die Stigmata, die Zuschreibungen. Sie ist alleinerziehend, arm, ungebildet, in einem Land, in dem alternative Lebensformen unerwünscht sind. Lukas Bärfuss nimmt die individuelle Erfahrung und verortet die mythenhafte Mutter-Kind-Erzählung in der sozialen Realität. Königin der Nacht hinterfragt die Maßstäbe eines Landes, in dem Vermögen den Wert eines Menschen definiert und bis heute die Armen und Marginalisierten unterdrückt. Lukas Bärfuss schreibt brutal ehrlich, der Text ist hart, derb, messerscharf präzise, blickt der eigenen entsetzlichen Vergangenheit offen ins Gesicht. Ihm gelingt die Erkenntnis, dass auch ihm am Ende die Empathie für die vermeintlich Gescheiterte fehlte, dass er ein Narrativ überreicht bekam, das er nicht nicht zu durchbrechen vermochte. Erst mit dem Tod schimmern die Angst, die Schwäche, die Unfreiheit durch das Kostüm der Königin der Nacht. Stilistisch umwerfend, emotional herausfordernd, unbedingt lesenswert und so hemmungslos kritisch, dass es vor der inneren und äußeren Erkenntnis kein Entkommen gibt. Was für eine Wucht!

  • drawe

    aus Landau

    5/5

    11.06.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Ich kannte das Gefühl der Mutterliebe nicht."

    „Ein kurzes Buch über meine Mutter“ – so der Untertitel. Ja, mit seinen nur 128 Seiten ist das Buch ein kurzes Buch, aber ein gewaltiges. Bärfuss beginnt sein Buch mit dem Tod seiner Mutter, die sich die teure Schweiz nicht mehr leisten konnte und ihre letzten Jahre in der Dominikanischen Republik verbrachte. Bei der Durchsicht ihres Nachlasses erkennt er ihre bittere Armut, erinnert sich an die katastrophale letzte Begegnung mit ihr und lässt seine Kindheit wieder Revue passieren: eine entbehrungsreiche Kindheit, ohne den Schutz einer Familie, ungeliebt, abgelehnt, von seiner Mutter um Geld und seine Zukunft betrogen, in die Obdachlosigkeit getrieben, „mit einem Gauner als Vater, einem Flittchen als Mutter, mit einem vagantischen Stiefvater“. Die Mutter geht so weit, das Kind als sog. Verdingkind an eine Bauernfamilie zu geben, „und der Junge war verkauft“. Seine Klage über diese harte Zeit ist berührend, eine Klage darüber, dass „seine Stimme erstickt, sein Wille an die Kette gelegt wird“. Dennoch findet er autodidaktisch den Weg zur Schrift, zum Lesen, zu Büchern und wird in seiner Obdach- und Mittellosigkeit „von allen guten Engeln behütet“, wie er es heute sieht. Der Autor bemüht sich offensichtlich um Distanz zur eigenen Biografie, wenn er nur vom „Sohn“ und dann vom „Jungen“ spricht, und er findet erst zum „Ich“, wenn er gegen Schluss die Biografie seiner Mutter in einen größeren Zusammenhang stellt. Er nimmt die gesellschaftlichen Verhältnisse der Schweiz in den Blick und klagt an: die Verdingung an, die aus armen Kindern Sklaven mache, und das System der Zwangsarbeit an, das bis in die 70er Jahre existierte. „Wie wird man zum reichsten Land der Welt? Durch Fleiß, schmutzige Geschäfte und den Krieg gegen die Armen innerhalb der eigenen Grenzen.“ Und die Geschichte dieses Krieges gegen die Armen und nicht gegen die Armut, die müsse erst noch geschrieben werden: der Feldzug der Rassisten und Eugeniker gegen die fahrenden Leute, die Homosexuellen, Waisen und alle anderen Schwachen. Und hier ordnet er seine Mutter ein, die mit Stärke und Mitleidlosigkeit versuchte, in diesem System zu überleben und dennoch scheiterte. Und an diesem Punkt seines Buches, wo er das Wort „Ich“ benutzt, bekommt auch seine Mutter ihren Namen: Ursula. Eine spezielle Form der Annäherung.

  • Bewertung

    aus Thun im Kanton Bern

    4/5

    17.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    fehlende Mutterliebe

    Das ist ein schönes Buch, die Geschichte einer schwierigen Kindheit mit einer Mutter, die ihre Rolle als Mutter nicht verantwortungsvoll wahrnimmt. Damit bleiben beim Jungen Schäden zurück, die in dieser Aufarbeitung seiner Geschichte zum Ausdruck kommen. Die Jugend ist feinfühlig geschrieben. Aber ich gestehe, dass ich lieber ganze Sätze lese, statt - wie ab und zu - einzelne Satzfetzen. Der dritte Teil dient der theoretischen Aufarbeitung der sozialen Situation. Meines Erachtens ist er der schwächste Teil des Buches, nicht weil die Position falsch wäre. Persönlich teile ich viele Meinungen. Aber sie ist zu geradlinig und setzt kausale Beziehungen dort, wo solche Beziehungen noch ziemlich nebulös sind. Wie der Autor selber sagt, sollte er „nach Theorie“ nicht dort sein, wo er heutzutage ist. Die Kausalität der Theorie wird damit arg strapaziert. Deshalb sollte die Kritik an den vorherrschenden Zuständen, obwohl im Grundsatz korrekt, mit mehr Zurückhaltung und wohl etwas weniger Personen-bezogen - formuliert werden.

  • Lust_auf_literatur

    4/5

    17.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Königin der Nacht

    “Die Königin der Nacht” ist mein erster Kontakt mit dem Schweizer Dramatiker und Romancier, der in der Autorenbeschreibung als “streitbarer Publizist” beschrieben wird. Während meiner Recherche stoße ich gar auf den Begriff “Wutbürger der Schweiz”. Sein Stil wird als kompromisslos beschrieben und seine Aussagen und Haltungen gelten als drastisch und radikal. In “Königin der Nacht” zeigt sich diese Kompromisslosigkeit in der schonungslosen, dokumentarischen Härte des Buches und in seiner vorgebrachten Gesellschaftskritik. Denn in dem autobiografischen Essay erzählt Bärfuss von der dysfunktionalen Beziehung zu seiner Mutter und von seinem Aufwachsen im Schatten dieser kalten Königin. “Warum gibt es für seine Sorgfalt keinen Bedarf, warum fragt niemand nach seiner Zärtlichkeit, warum spielt es keine Rolle, was er gelesen hat, was er denkt?” Es ist zweifellos eine harte und düstere Kindheit und Jugend ohne jegliche Liebe und Zuwendung und mit wenig Zukunftsperspektiven. Auch als Erwachsener ist für Bärfuss eine Annäherung an die Mutter, die mittlerweile in der Halbwelt im Ausland lebt, nicht mehr möglich. Die Distanz bleibt bis zum Tod der Mutter und darüber hinaus. Und doch erkennt Bärfuss seine Mutter als den Menschen, der ihn entscheidend geprägt hat. “Eine Mutter ist, was man nicht loswird. Auch nicht mit dem Tod.” Ich hatte während des Lesens schon überlegt, wie ich meine kritischen Gedanken formulieren könnte, denn die ersten zwei Teile von Bärfuss’ Essay schienen mir zu wenig gesellschaftskritisch und reflektierend hinsichtlich der Lebenssituation seiner Mutter. Doch im letzten Teil zerbombt der Autor diese Kritikpunkte geradezu, denn er prangert sehr, sehr deutlich an, wie eine patriarchale und kapitalistische Gesellschaft seine schwächsten Glieder nicht schützt, sondern ausbeutet und demütigt. “Das Land, in dem du lebst, verfolgt die Schwachen. Hüte dich! Sei stark! Wenn du eine Frau bist, sei doppelt stark! Wenn du homosexuell bist, sei doppelt stark! Wenn du eine falsche Nationalität hast - verschwinde! Wir machen den Schwachen das Leben zur Hölle!” Dieser letzte Teil ist für mich das emotionale Highlight des Buches und sorgt dafür, dass ich es auch dir empfehlen will. Ich würde „Königin der Nacht“ in einer Reihe mit dem großartigen „Mameleben“ von Michel Bergmann oder mit dem bewegenden „Abschiede von Mutter“ des Schweizer Rappers und Autors Gian-Marco Schmid nennen. Sie alle beschäftigen sich autobiographisch mit dem schwierigen Verhältnis zu ihren Müttern und der Ambivalenz von Liebe und Schmerz.

  • Bewertung

    4/5

    17.06.2026

    eBook (ePUB 3)

    Eindrückliches Buch

    Königin der Nacht ist ein erschreckendes Beispiel einer Mutter, die unfähig ist, ihr Kind zu lieben. Beeindruckt hat mich die Resilienz des jungen Bärfuss. Bärfuss hat mich mit seiner lebensnahen Schilderung in sein Leben mitgenommen. Der 3. Teil hat sich etwas verloren..

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