Walter Scott's Guy Mannering (1815), the second of the Waverley novels, is a richly textured tale of dispossession, mistaken identity, prophecy, and legal inheritance set amid the rugged landscapes of Galloway and the Border country. Combining romance, antiquarian detail, social comedy, and Gothic suspense, the novel moves between the fortunes of the kidnapped heir Harry Bertram and the memorable figures who surround him, especially the formidable Meg Merrilies. Its vigorous Scots dialogue and panoramic realism place it at the heart of early historical fiction. Scott, already celebrated as a poet before turning anonymously to the novel, drew upon his deep knowledge of Scottish law, folklore, ballad tradition, and regional history. His work as an advocate, sheriff-depute, collector of oral traditions, and Border antiquary furnished him with the social range and historical imagination that animate Guy Mannering. The novel reflects his enduring interest in how private lives are shaped by lineage, landscape, and national memory. Readers interested in the origins of the historical novel will find Guy Mannering both entertaining and intellectually rewarding. It is especially recommended for those who value vivid characterization, atmospheric setting, and fiction that transforms local custom into enduring literary art.
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19.10.2011
Buch (Taschenbuch)
Schottland 1760: Als Guy…
Schottland 1760: Als Guy Mannering seine Ausbildung in Oxford beendet hat, macht er eine Rundreise durch Schottland und verreitet sich prompt. Übermüdet, erschöpf und am Ende seiner Kräfte kommt er bei Mr Godfrey Bertram auf dessen Gut Ellangowan unter, auch wenn der Zeitpunkt denkbar ungünstig ist, denn Mrs. Mertram ist gerade dabei ein Kind zu gebären. Zum Dank für die freundliche Aufnahme trotz Geburtsstress stellt Guy Mannering dem Knaben ein Horoskop aus, eine Kunst, die er auf der Uni interessehalber erlernte. Leider fällt der Blick in die Zukunft des kleinen Henry eher unschön aus, daher nimmt er den Eltern das Versprechen ab, das Horoskop erst nach dem fünften Geburtstag des kleinen Henry anzusehen, in der Hoffnung, dass es sich als falsch erweisen wird. Dazu soll es aber nicht mehr kommen, denn an seinem fünften Geburtstag verschwindet Henry Bertram unter mysteriösen Umständen und seine Mutter stirbt im Kindbett als sie seine kleine Schwester zu Welt bringt. 16 Jahre später erst werden sich die Wege der Familie Bertram und Mannering wieder auf unerwartete Weise kreuzen und das Horoskop geöffnet werden. Guy Mannering spielt zwischen 1760 und 1780 im Südwesten Schottlands mit einigen Episoden in Holland und Indien. Walter Scott erzählt die Geschichte des Henry Bertram, des Sohnes des Laird von Ellangowan, der im Alter von fünf Jahren verschwindet und ohne Wissen um seine Herkunft in seine alte Heimat zurückfindet. Dieser Haupterzählstrang macht aber nur einen ganz kleinen Teil der Geschichte aus, denn es werden auch die Erlebnisse von Guy Mannering und seiner Familie erzählt. Gewürzt wird das Ganze mit einer Prise Wirtschaftskriminalität der damaligen Zeit (Schmuggel, Piraterie und Diebstahl), einer Familientragödie, verworrenen Liebesgeschichten inklusive nächtlicher Serenade vor dem Balkon, Hinterlist und Betrug. Der Roman wird teilweise in Briefform erzählt, teilweise wendet sich der Autor direkt an den Leser, meist jedoch als klassischer Roman. Walter Scott veröffentlichte diesen Roman anonym und ihn in nur 6 Wochen! Umso erstaunlicher, wenn man diese vielen verwickelten Erzählstränge betrachtet, die sich kreuzen, verbinden, wieder trennen und doch irgendwie wieder zusammenfinden. Diese Erzählweise ist die größte Stärke aber auch das größte Problem des Romans. Einerseits ist die Handlung vorhersehbar, man weiß recht bald wie es enden wird, aber hier ist eindeutig der Weg das Ziel. Wie der Autor es schafft, die Handlungsstränge zu verbinden und ein logisches Ende herbeizuführen, das ist das, was einen bei der Stange hält und vor allem auch die grandios gezeichneten Charaktere mit ihren Ecken und Kanten. Der verschrobene, autistisch wirkende Domine, die unheimliche Zigeunerin, die hinterhältige Pirat, der gewitzte Edinburgher Jurist, … jeder Einzelne ein lebendiges Unikat. Die Geschichte nimmt nur sehr langsam Fahrt auf und packt einen erst gegen Ende des ersten Teiles, denn während des ersten Teils werden einfach zu viele Personen, zu viele Handlungsstränge nacheinander eingeführt. Dazu noch gleich zwei Zeitsprünge (5 Jahre und 11 Jahre). Kaum ist man drinnen, hat sich mit den Personen bekannt gemacht, wird man wieder aus der Handlung gerissen, das ist das erste Drittel des Buches demotivierend und ein echter Spannungskiller, danach jedoch erweist sich diese Erzählweise als wunderbar spannend, denn die handelnden Personen kreuzen immer wieder in unterschiedlichen Kontexten ihre Wege und beeinflussen sie Handlung unabhängig voneinander. Walter Scott hat sich diese Geschichte jedoch nicht selber ausgedacht. Seine Grundinspiration für Kapitel i-V erhielt Scott von einem alten Diener seines Vaters, der ihm die Geschichte eines Astrologen und dessen Geburtshoroskop für den Erben eines Gutes lieferte. Die Geschichte des ahnungslos in seine Heimat zurückkehrenden Erben hat sich so ähnlich auch tatsächlich zu Scotts Zeiten zugetragen und aus diesen Zutaten wurde ein gut recherchierter Roman.
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