Rezension
»Scheier hat sein kluges Unternehmen also ganz bewusst und im Höchsten Sinne des Wortes supplementär zur KSA angelegt. Wer die schönen und handlichen Bände seiner Ausgabe konsultiert, bekommt einen Nietzsche, der nicht nur ein neues Denken predigt, sondern dieses Denken auch in einer sehr distinkten Form praktiziert: in der des Aphorismus. Von daher vermittelt die taktile und typographische Klassizität der sechs nicht sehr umfangreichen Bände der Meiner-Ausgabe genau jenen Eindruck, den Nietzsche nach seiner Wendung von Wagner zu Voltaire und von der Musik zur ›Schrift‹ auch im stilistischen Gestus vermitteln wollte. [...] Claus-Artur Scheiers intelligent gemachte und mit anregenden Nachworten versehene Ausgabe lädt zur Neu- wie auch zur Wiederentdeckung scheinbar bekannter Texte ein und verweist mit Nachdruck auf Nietzsche als einen Philosophen des Stils, für den die Form stets auch Inhalt, für den die Oberfläche stets auch Tiefe bedeutete.«Germanisch-Romanische Monatsschrift 64/3/2014
»Wer Nietzsche lesen und nicht nur gelegentlich zitieren will, und zwar ihn so lesen will, wie Nietzsche sich selbst Ende der 1880er Jahre als Lehrer der Philosophie der Zukunft verstand, der ist mit dieser schönen und handlichen Ausgabe gut bedient.«Theologische Literaturzeitung, 140 (2015) 5, Ingolf Ulrich Dalferth.
»Gegenüber dem pedantischen Seufzer des ersten Blicks, hier fehle ja der Zarathustra, wird man doch sagen müssen, dass auch die Ausgabe im Ganzen einen so erfrischenden Blick auf Nietzsche gewährt, der gerade diesen Denker in seiner und als seine Zeit in einem entscheidenden Moment der Geschichte porträtiert. Selten ist der Gesichtspunkt des ›Wie‹ einer Lektüre schärfer als hier.«Coincidentia 2015-2, Harald Schwaetzer
»Scheiers Ausgabe verdient weite Verbreitung und mag dazu dienen, Urteile auf den Prüfstand zu stellen, die Nietzsches Philosophie höchst kritisch gegenüber stehen, wie etwa bei Vittorio Hösle. Die Aufgabe, Nietzsche zu verstehen, verdient jedenfalls einige Anstrengungen, zumal Nietzsche selbst gar nicht von jedem verstanden werden wollte. Dabei kann die handliche Scheiersche Ausgabe in sechs Bänden im Meiner Verlag gute Dienste tun. Sie kann daher für alle Bibliotheken zur Anschaffung empfohlen werden. Wer noch gar nichts von Nietzsche gelesen hat, kann mit dieser Auswahlausgabe einen guten Anfang machen.«Informationsmittel für Bibliotheken
»Die hier von Claus-Artur Scheier herausgegebene Neue Ausgabe gibt einen authentischen und von allen nachträglichen Verschlimmbesserungen gereinigten Blick auch den ›echten Nietzsche‹, der zu jener Zeit noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war, bevor er Anfang 1889 einen Nervenzusammenbruch erlitt, von dem er sich niemals wieder vollständig erholen sollte. Mit diesem sechsbändigen Schuber der Philosophischen Bibliothek hat man eigentlich alles, was man für ein persönliches Nietzsche-Studium braucht. [...] Nietzsches Werk spricht für sich selbst und lässt dem Leser dank seines essayistischen Stils auch viel Freiraum für eigene Assoziationen und Entdeckungsreisen.