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Produktbild: Michaela Kohlhaas

Michaela Kohlhaas Roman | Eine tollkühne Überschreibung der berühmten Novelle von Heinrich von Kleist

1

19,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

42413

Erscheinungsdatum

19.05.2026

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

253 (Printausgabe)

Dateigröße

1773 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783518785980

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Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt
  • alle Texte können angepasst werden

Verkaufsrang

42413

Erscheinungsdatum

19.05.2026

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

253 (Printausgabe)

Dateigröße

1773 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783518785980

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  • Bories vom Berg

    aus München

    2/5

    29.10.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gut gemeint reicht nicht

    Der Titel des neuen Romans «Michaela Kohlhaas» von Heike Geißler weist überdeutlich auf die berühmteste Novelle der deutschen Literatur hin, die 1810 von Heinrich von Kleist erschienen ist. Es ist nicht die erste Adaption dieses Stoffes, ein ältere unter dem Titel «Ragtime» stammt von dem Amerikaner E. L. Doctorow, der seinen Helden Coalhouse Walker genannt hat. Wie Heike Geißler im Interview erklärte, war es ursprünglich ihre Absicht, den originalen Stoff auf die Gegenwart zu adaptieren, eine parallele Erzählung erwies sich dann aber aus verschiedenen Gründen als unmöglich. Und so habe sie sich, auch dem Weiblichen besser entsprechend, dann doch lieber für eine gemäßigte Version des Protestes und Widerstandes ihrer Heldin entschieden und ihre Protagonistin als eine sanfte Anarchistin angelegt. Es gäbe bei ihr auch keine Initialzündung wie bei Kleist, weil letztendlich ja doch alles zu spät sei, heutzutage! Und so hat sie mit Michaela Kohlhaas eine radikale Aussteigerin erschaffen, deren Form des Widerstands darin besteht, selbst der Sand im Getriebe zu sein. «Die Kohlhaas», wie sie im Roman genannt wird, nimmt damit Rache für die Ungerechtigkeiten unserer total verrohten Welt. Heraus gekommen sei dabei aber «kein Märchen, das gut ausgeht, auch wenn man sich das wünscht». Die Protagonistin dieses in zwölf Kapiteln chronologisch über ein Jahr hinweg erzählten Romans ist eine etwa vierzigjährige stellvertretende Friedhofs-Verwalterin, die allein stehend und kinderlos in Leipzig lebt. Als sie erfährt, dass die Tronkenburg, ihre geliebte Stammkneipe, von einem Immobilienhai übernommen wurde, ist sie entsetzt. Spontan lässt sie alles stehen und liegen, meldet sich telefonisch bei der Arbeit ab, packt ein paar Habseeligkeiten ein und bricht voller Empörung auf, ohne zu wissen, wohin. Sie lebt fortan als Obdachlose, die durch ihren demonstrativen Freiheitsdrang und ihre hasserfüllten Reden die Leute auf der Straße provoziert, die immer mehr verwahrlost, verdreckt und stinkt. Mal findet sie Unterkunft in einem im Winter leer stehenden Schlösschen, besorgt sich einen Planwagen, in dem sie haust, und wird immer bekannter auch weit über Leipzig hinaus. Schließlich wird dann sogar das Fernsehen auf sie aufmerksam und lädt sie zu einer Talkshow ein. «Ich sage ja nichts, was sie nicht selbst wissen,» meint der Moderator, «aber Sie riechen wirklich nicht gut, Sie stinken, so muss ich es sagen». Die Kohlhaas nickt: «Es ist auch gar nicht so leicht, in Ihrer Nähe zu sitzen, dabei scheinen Sie recht gut zu riechen.» Auf die letztendlich ja durchaus berechtigte Frage, was sie denn ändern würde, bleibt sie ihm die Antwort schuldig! Für all das Verstörende in ihrem Roman findet Heike Geißler eine angemessene, stimmige Sprache. Sie setzt eine Frau als namenlose Ich-Erzählerin ein, die Michaela Kohlhaas vom Friedhof her kennt und die aus ihrer vernunftgeprägten Sicht distanziert deren unbeherrschte Obsession schildert. Ein wenig irritiert dabei ist die Tatsache, dass «Die Kohlhaas» ja nicht Rache will für selbst erlittenes Unrecht wie bei Kleist, sie zieht wie eine Hexe fluchend und Verwünschungen ausstoßend durchs Land in der trügerischen Hoffnung, dadurch etwas bewirken zu können. Sie agiert also, auf ein gutes Ende hoffend, mit maßloser Wut, mit Übertreibung, Sabotage, Zerstörung. Aber sie ahnt auch, ein gutes Ende wird es nicht geben! Heike Geißler hat in dem Interview die Frage, ob Literatur ein Medium sei, um Gerechtigkeit zu üben, klar mit Ja beantwortet. «Am Umgang mit Obdachlosen misst sich die Brutalität der Welt» erklärte sie und fügte hinzu: «Wir sind so kurz auf dieser Erde, da kann man doch aufeinander kucken». Gleichwohl, so originell die Idee für diesen wohlmeinenden Plot auch ist, so wenig überzeugend ist der daraus entstandene. feministische Roman. Alles wirkt arg konstruiert daran, insbesondere weil das Rachemotiv hier ja absolut nicht verfängt. Außerdem wirkt diese merkwürdig abrupte «Auto-Agression» der Kohlhaas total aufgesetzt, und der Rache-Aspekt an der gesamten Gesellschaft ist hier ja sowieso von vornherein zum Scheitern verurteilt. Gut gemeint reicht eben nicht!

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    Dagmar Küchler

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    5/5

    08.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Frau steigt aus!

    In Kleists Novelle (1810) wird dem Pferdehändler Michael Kohlhaas ein großes Unrecht widerfahren. Um zu seinem Recht zu kommen, zieht er eine Spur der Verwüstung durchs Land. Obwohl er letztendlich Gerechtigkeit erlangt, wird er für seine Untaten erhängt. Heike Geißler überträgt die Geschichte in die Gegenwart. Michaela Kohlhaas, stellvertretende Friedhofsverwalterin, weigert sich, sich länger Fremdbestimmung zu unterwerfen. Sie hat genug von den Mächtigen und steigt aus ihrem bürgerlichen Leben aus. Anders als Michael Kohlhaas führt ihr Weg jedoch zur Selbstzerstörung. Sie verfällt zusehends der Verwahrlosung, vernachlässigt ihre Hygiene, stinkt und zieht mit ihrem Planwagen durchs Land. Dass dies kein glückliches Ende nehmen kann, wird bereits auf den ersten Seiten deutlich. Michaela Kohlhaas ist für mich keine Sympathieträgerin. Manche ihrer Handlungen kann ich nachvollziehen, aber der radikale Bruch mit der bürgerlichen Gesellschaft fällt mir schwer zu akzeptieren. Heike Geißler erleichtert es uns, dieses düstere Szenario zu akzeptieren, indem sie humorvolle Momente in ihren Roman einbaut. So beispielsweise, wenn ihre Kohlhaas in Karnevalskostümen herumläuft und mit einem Kinderholzschwert ihre Reden hält. Ebenso fließt dezent ein feiner Sprachwitz in den Text ein. Zu Schulzeiten hätte ich mich zumindest lieber mit diesem Text beschäftigt als mit dem über 200 Jahre alten Original!

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