Es ist ein heißer Sommer, als Dora nach vielen Jahrzehnten in ihren Heimatort Hausen zurückkehrt. Stundenlang wandert sie durch die fremdvertrauten Straßen – zu ihrem Elternhaus, aber auch zu dem Fachwerkhaus, in dem einst ihre beste Freundin wohnte. Als sie entdeckt, dass vor diesem Haus Stolpersteine verlegt wurden, ist Dora fassungslos. Denn dort liegen nur vier Steine, doch sie weiß genau, dass es fünf sein müssten: Der ihrer ehemals besten Freundin Fanny fehlt. Was ist damals mit ihr geschehen? Mitreißend liest Maria Hartmann die Geschichte eines Dorfes in dunklen Zeiten.Ungekürzte Lesung mit Maria Hartmann1 mp3-CD | ca. 7 h 33 min
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
aus Dettelbach
5/5
24.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Highlight
In ihrem Roman Und mittendrin der Birnbaum erzählt Ute Mank die Geschichte einer besonderen Freundschaft von zwei Mädchen aus ganz unterschiedlichen Kulturen und Schichten. Die Autorin schildert diese Freundschaft auf eine berührende, emotionale und bewegende Art und Weise. Sie verbindet dabei historische Geschichte und emotionale Erzählung.
Vor allem in der heutigen Zeit ist die Erinnerung an die Judenverfolgung essenziell wichtig und darf nicht vergessen werden. Solche Geschichten wie diese von Ute Mank füllen historische Fakten mit Leben und machen es so begreifbar und emotional erlebbar.
Die Geschichte ist gut geschrieben, voller Gefühl, voller stimmiger Bilder und Worten, die bewegen.
Ich finde dieses Buch sehr wichtig und wenige Bücher in diesem Jahr haben mich so sehr bewegt wie dieses. Daher ein absolutes Highlight 2026.
stina23
5/5
22.09.2026
eBook (ePUB)
Wie wird erinnert?
Dora ist über 80, als sie beschließt in ihr Heimatdorf zurückzukehren und um dort in ein Seniorenheim zu ziehen. Ihre Schwägerin, die ebenfalls in Hausen lebt, ist eine Ansprechpartnerin für Dora, mit ihrem Bruder verbindet sie wenig. Dennoch will sie in ihrem Alter einen letzten Neuanfang wagen. Womit die rüstige Frau nicht gerechnet hat, sind die Erinnerungen, die sie in ihrer alten Heimat einholen. Dora erinnert sich besonders an ihre Kindheits- und Jugendfreundin Fanny, die jüdischen Glaubens war und die mit ihrer Familie während des zweiten Weltkrieges ermordet wurde. Doch Dora findet bei ihren Spaziergängen heraus, dass Fanny kein Erinnerungsstein/Stolperstein vor ihrem ehemaligen Haus gewidmet ist. Dora beginnt Nachforschungen zum Schicksal ihrer damaligen Freundin, wird dabei immer wieder von Schuld geplagt und von der Verdrängungskultur im Dorf ausgebremst. In der jungen Studentin Pina findet Dora eine Mitstreiterin. Gemeinsam gehen sie einen Weg, der vielen unbequem ist, jedoch das wahrhafte Erinnern lebt.
In Dora findet man eine Protagonistin, die für mich bisher einzigartig ist. Zuvor hatte ich noch kein Buch gelesen, in dem die Erlebnisse einer über 80ig-Jährigen im Mittelpunkt standen. Eine Frau, die auf viel Lebenserfahrung zurückblicken und diese nutzen kann, um vorwärtszukommen und um gleichzeitig Vergangenes neu zu sehen, hat mir imponiert. Dora war mir auch schnell sympathisch. Klug, eigenwillig, wissbegierig und selbstbewusst. Sie setzt sich recht schonungslos mit ihrer eigenen Verantwortung am Leid ihrer jüdischen Freundin auseinander und zeigt das vermeintliche Unwissen und Wegsehen im Dorf damals und heute auf. Schuld hat dabei viele Gesichter. Den Mut sich für diejenigen einzusetzen, denen Leid und Unrecht angetan wird, hatten nur einzelne.
Mich hat das Buch tief berührt. Es erzählt leise, aber mit Nachdruck von Menschen, wie sie waren und wie sie auch heute sind und von dem, was es bedeutet, welchen Weg man einschlägt.
Katto
aus Köln
5/5
22.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine leise Geschichte über Freundschaft, Schuld und das Erinnern
„Und mittendrin der Birnbaum“ von Ute Mank ist ein ruhiger, eindringlicher Roman. Er hat mich auf eine besondere Art berührt.
Im Mittelpunkt steht Dora, die nach vielen Jahrzehnten in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Dort wird sie wieder mit ihrer Kindheitsfreundin Fanny konfrontiert, einem jüdischen Mädchen, dessen Schicksal Dora nie wirklich losgelassen hat. Gemeinsam mit der jungen Pina beginnt sie, Fragen nachzugehen, die über Jahrzehnte unbeantwortet geblieben sind.
Es geht um Freundschaft und Verlust, aber auch um Schuld, Wegsehen und die Frage, wie man mit Erinnerungen lebt, die einen ein ganzes Leben lang begleiten.
Ich mochte sehr, wie Ute Mank Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. Nach und nach erfährt man mehr über Dora und Fanny und bekommt ein immer besseres Gefühl dafür, was diese Erinnerungen für Dora bedeuten. Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen. Ute Mank schreibt ruhig, klar und unaufgeregt. Das Buch ist eher zurückhaltend erzählt, was für mich aber gut zur Geschichte passt. Trotzdem entstand nach und nach eine Spannung, weil ich unbedingt wissen wollte, was damals mit Fanny passiert ist.
Die Protagonistin Dora fand ich sehr interessant, weil sie keine Figur ist, die man einfach in eine bestimmte Schublade stecken kann. Ihre Gedanken und ihr Umgang mit der Vergangenheit haben mich immer wieder zum Nachdenken gebracht. Auch die Verbindung zwischen Dora und Pina fand ich schön. Zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen nähern sich einer Vergangenheit an, die für beide auf ganz unterschiedliche Weise Bedeutung bekommt. Für mich macht genau das den Roman besonders interessant: Die beiden Generationen begegnen sich auf eine Weise, die zeigt, wie wichtig es ist, sich auch heute noch mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.
„Und mittendrin der Birnbaum“ ist für mich ein stiller, berührender Roman über Freundschaft, Erinnerungen und die Schatten der Vergangenheit. Er hat mich nachdenklich und auch ein Stück weit traurig zurückgelassen. Vor allem aber hat mich das Buch daran erinnert, wie wichtig es ist, hinzusehen und Fragen zu stellen – auch wenn die Antworten unbequem sind. Ich empfehle ihn gerne weiter.
raschke64
aus Dresden
5/5
21.09.2026
eBook (ePUB)
Nachdenkliches Buch
Dora entschließt sich relativ plötzlich und kurzfristig, in ihren Heimatort Hausen zurückzukehren und in ein Altersheim zu ziehen. Als junges Mädchen ist sie von dort weggegangen und nie wieder zurück gekommen. Langsam macht sie sich erneut mit dem Ort vertraut und findet vor dem Haus ihrer damaligen besten Freundin vier Stolpersteine. Ihre Freundin war Jüdin. Doch die Familie bestand aus fünf Personen und der Stein für Fanny fehlt.
Das Buch erzählt die Geschichte einer Freundschaft, aber auch vom Wegsehen, Helfen und von Schuld. Es ist ein stilles, ruhiges und sehr nachdenkliches Buch. Es lässt sich sehr gut lesen und durch die Rückblenden erfährt man so nach und nach die Geschichte und kann die Gedanken von Dora teilen. Die Autorin schafft es, dass der Leser sich selbst ein Urteil bilden und eigene Entscheidungen treffen kann. Und dass man nie die Hoffnung aufgibt, ob sich die beiden Mädchen/Frauen noch einmal begegnen werden. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.
Oma57
5/5
20.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr berührendes Buch!
Das Cover dieses Buches hat mir sehr gut gefallen , es passt sehr gut.
Das Buch hat mich sehr gefesselt und ich habe es relativ schnell gelesen, auch dank der nicht allzu langen Kapitel.
Die Geschichte um Dora hat mich sehr berührt.
Sie kehrt als alte Frau in ihr Dorf zurück, das sie als junge Frau verlassen musste.
Es kommen Erinnerungen hoch, als sie ihr Elternhaus wiedersieht und auch das Haus, in dem ihre damalige beste Freundin Fanny, eine Jüdin ,gelebt hat.
Es kommen große Schuldgefühle in ihr auf, weil sie ihrer Freundin zur Zeit der Judenverfolgung damals nicht beigestanden hat.
Sie weiß bis heute nicht, was aus Fanny geworden ist und das nagt an ihr.
Gerade in unserer heutigen Zeit sind solche Bücher wichtig, damit diese Zeit nicht verdrängt wird und solche Dinge nicht mehr passieren.
Ich habe durch dieses Buch für mich mitgenommen, öfter für andere Menschen einzustehen, auch wenn es vielleicht unangenehm wird und hoffe, das mir das gelingt.
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5/5
23.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mitverantwortung
Auch Ute Manks dritten Roman habe ich mit großem Interesse gelesen. Das Thema ist ein wiederkehrendes in der Literatur, und doch gelingt es der Autorin, ihm eine eigene Facette abzugewinnen. Dora entscheidet sich, ihren Lebensabend in einem Seniorenheim in ihrem Heimatort Hausen zu verbringen. Zurück am Ort ihrer Kindheit rücken auch die Erinnerungen wieder näher. Vor allem eine lässt sie nicht los: Fanny, ihre ehemals beste Freundin. Als die Nationalsozialisten erstarken, geraten Fanny und ihre jüdische Familie zunehmend ins Visier der Dorfgemeinschaft. Dora erlebt, wie Fanny in der Schule gedemütigt wird, und doch findet sie damals nicht den Mut, zu ihrer Freundin zu stehen. Dann ist Fanny plötzlich verschwunden. Lässt sich viele Jahrzehnte später noch klären, was damals mit ihr geschah? Mank erzählt soghaft von einer Dorfgemeinschaft in dunklen Zeiten und von Verantwortung für das eigene Handeln und Wegsehen. Eine anrührende Lektüre.
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5/5
22.09.2026
eBook (ePUB)
Ein tiefgründiges Meisterwerk über Schuld und Freundschaft!
Ute Mank hat mich mit „Und mittendrin der Birnbaum“ zutiefst bewegt. Der Roman zeigt auf berührende Weise, wie wertvoll echte Freundschaft ist, wenn das Leben ins Wanken gerät. Gleichzeitig beleuchtet das Buch meisterhaft ein wichtiges Thema: Wie viele Menschen damals die eigene Schuld verdrängt haben, um sich ihr nicht stellen zu müssen. Ein feinsinniges, ehrliches und unglaublich fesselndes Buch mit Charakteren, die im Gedächtnis bleiben. Absolute Kaufempfehlung!
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5/5
22.09.2026
eBook (ePUB)
Sehr berührend
Dieses Buch hat mich wirklich nicht mehr losgelassen.
Die Geschichte von Dora, die im Alter zurück in ihr Dorf Hausen kommt und vor dem Haus ihrer besten Freundin Fanny steht - und dort vier Stolpersteine sieht, wo fünf sein müssten - die ist mir richtig unter die Haut gegangen.
Ich musste immer wieder innehalten und mich fragen: Hätte ich damals mehr Mut gehabt? Es ist so eindrücklich beschrieben, wie aus einer Dorfgemeinschaft, in der jeder jeden kennt, plötzlich Ausgrenzung und Schweigen wird. Und wie schwer es Dora bis ins hohe Alter fällt, sich ihrer eigenen Schuld zu stellen.
Es ist ein sehr stilles, aber umso berührenderes Buch über Freundschaft, die eigentlich ein Leben hält, über Schuld und über die Hoffnung, doch noch Frieden zu finden.
Für mich ein echtes Herzensbuch. Absolute Leseempfehlung.
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5/5
12.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mitschuld tragen
Eine Geschichte über das Verschweigen und Vergessen der eigenen Schuld - damit legt Ute Mank den Finger in eine Wunde, die noch lange nicht geschlossen ist!
Als alte Frau kehrt Dora in ihren Heimatort zurück. Hier lauern an jeder Ecke Erinnerungen, die nicht nur schön sind. Vor allem diejenigen, die die Juden in der kleinen überschaubaren Dorfgemeinschaft zur Zielscheibe des nationalzozialistisch geschürten Hasses machten, hängen schwer an der alten Frau. Als sie beginnt, sich dieser Geschichte und damit ihrer eigenen zu stellen und Nachforschungen zu der verschollenen jüdischen Freundin Fanny betreibt, deren Stolperstein vor dem einst elterlichen Haus fehlt, kommen damit auch der Schmerz und die Schuld über das eigene Versagen und das eines ganzen Dorfes, ans Tageslicht.
Mich hat diese Sichtweise auf ein Stück deutscher Geschichte sehr berührt und mitgenommen. Auch wenn man denkt, schon alles zu diesem Kapitel gelesen zu haben, gibt es immer wieder einen Aspekt, der etwas Neues bereithält. Beim Lesen ist mir klar geworden, wie wichtig diese Frage nach der Mitschuld in Zeiten ist, in denen der Mut zum Aufstehen und Stimme erheben wieder an Bedeutung gewinnt!
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