Im dritten Band der schwedischen SPIEGEL-Bestsellerreihe müssen das ungleiche Ermittlerduo Svea Karhuu und Jon Nordh in die Provinz. In einer Aussteiger-Gemeinschaft in Schonen wurden drei Mädchen ermordet. Die Mitglieder der Kommune schweigen, dann geschehen weitere Morde und die Ermittler kommen an ihre Grenzen.Die junge Kriminalpolizistin Svea Karhuu und der erfahrene Kommissar Jon Nordh werden ins ländliche Schonen gerufen, wo innerhalb einer Aussteigergemeinschaft drei Mädchen im Teenageralter erschossen aufgefunden wurden. Am Tatort findet sich eine obskure Botschaft, die mit dem Blut eines Opfers an die Wand geschrieben wurde. Bald wird den beiden ungleichen Ermittlern klar, dass die esoterisch geprägte Kommune sektenhafte Züge trägt und die Aufklärung der Morde keinesfalls bedingungslos unterstützt. Während Svea Karhuu einer Spur nach Nordschweden folgt, die sie in einer abgelegenen Berglandschaft bis zu einem samischen Schamanen führt, rennt Jon Nordh vor Ort gegen eine Mauer aus Lügen, Halbwahrheiten und Schweigen an.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
sleepwalker
5/5
18.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Spannend bis zum Schluss
„Opfer, die wir bringen“ ist der dritte Teil der „Ein Fall für Svea Karhuu und Jon Nordh“-Krimiserie von Roman Voosen/Kerstin Signe Danielsson. Ich kenne die ersten beiden Teile auch und bezeichne mich inzwischen als Fan der Reihe. Das Autorenduo serviert der Leserschaft gut durchdachte Geschichten mit spannendem Plot und spannungsgeladenen Konstellationen zwischen den Ermittelnden.
Aber von vorn.
Drei Teenager-Mädchen werden erschossen in ihren Zimmern aufgefunden. Alle drei lebten in einer Art Aussteigerkommune in Südschweden, ohne Smartphone und Fernseher, abseits von Mainstream, dafür mit anthroposophischer Lebenseinstellung, bio-dynamischem Landbau und teils extremen Ansichten. Die Ermittlungen von Jon Nordh und Svea Karhuu zeigen schnell, dass auch bei dieser Art der Lebensführung nicht alles so harmonisch ist, wie die Bewohnenden das gerne hätten. Die Jugendlichen der Gemeinschaft wurden in der Schule gemobbt, gesundheitliche Probleme wurden „alternativmedizinisch behandelt“ und Henry, der Vater eines der Opfer wurde wegen seiner psychischen Probleme der Gemeinschaft verwiesen. Nachforschungen ergeben, dass der 17jährige Melker, ebenfalls ein Bewohner der Kommune und Freund der drei toten Mädchen, vermisst wird. Ist er der Täter oder ein weiteres Opfer? Svea und Jon ermitteln fieberhaft in alle Richtungen,
Uff. Da haben Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson wieder mal eine Menge Themen in ihren Krimi gepackt. Unter anderem schreiben sie über eine Aussteiger-Community mit Hang zu Esoterik und Schwurbel, ein Schamane, rassistisches und eugenisches Gedankengut, dazu drei tote Mädchen, die sich mit Problemen wie Ess-Störung und Selbstverletzung plagten.
Ich bin ein großer Fan von „unbequemen“ Ermittlern, daher können sowohl Jon Nordh als auch Svea Karhuu bei mir punkten. Schön finde ich, ihre charakterliche Entwicklung seit dem ersten Teil der Reihe mitverfolgen zu können, vor allem in Puncto Teamwork haben sich beide sehr gesteigert, was sich auch im Umgang mit ihren Kollegen Anna Wallgren und Henning Stöcker zeigt. Die beiden sind inzwischen nicht mehr „die Muppets“, sondern geschätzte Teile des Teams. Natürlich haben die Ermittelnden auch ein Privatleben. Jon leidet nach wie vor unter dem Unfalltod seiner Frau, sein Verhältnis zu seinen Kindern ist wechselhaft, vor allem zu seiner Tochter hat er immer weniger Zugang. Er ermittelt auch weiter zu dem inzwischen zwei Jahre zurückliegenden Unfall, kommt aber nicht weiter. In Sveas Leben tut sich ebenfalls einiges, denn ihr Freund Kristoffer will zu ihr nach Malmö ziehen, dazu plagt sie die Angst vor ihrem ehemaligen Chef. Der Spagat zwischen komplex und thematisch überladen gelingt dem Autoren-Duo dieses Mal meiner Meinung nach nur deshalb, weil viele der Themen in sich zusammenhängen. Vor allem die Anthroposophie bringt sehr viele Nebenthemen mit sich, wie beispielsweise Impfgegnerschaft, „biodynamischen Landbau“ durch mit Kristallen und Dung gefüllte Kuhhörner, Kritik an den Covid-Maßnahmen und Ablehnung der evidenzbasierten Medizin zugunsten eines dubiosen Heilpraktikers. So bleibt alles trotz der Vielzahl an „Baustellen“ in sich stimmig.
Die Geschichte ist spannend, der Spannungsbogen konstant hoch, die falschen Fährten, auf die das Autoren-Duo die Leserschaft führt, sind clever konzipiert und Charaktere, Landschaften und Atmosphäre hervorragend beschrieben. Dieses Mal führen die Ermittlungen Jon und Svea nach Schonen, aber auch weit in den Norden Schwedens zu den samischen Ureinwohnern. Das Buch bietet bis zum schlüssigen Ende und dem fulminanten Cliffhanger nach drei Epilogen alles, was das Leserherz sich wünschen kann. Erzählt wird überwiegend aus Sicht eines außenstehenden Erzählers, der immer nur so viel weiß, wie das Publikum. Allerdings gibt es einige eingeschobene Kapitel aus Sicht eines Ich-Erzählers, sie stammen aus dem Tagebuch eines der toten Mädchen.
„Opfer, die wir bringen“ ist das dritte Buch einer Reihe, man kann es aber problemlos ohne Vorkenntnisse lesen, alles Wichtige wird im Lauf der Geschichte aufgegriffen. Allerdings empfehle ich allen, die gut konzipierte, spannende Krimis, Nordic Noir und Ermittler mit Ecken und Kanten mögen, auch die beiden anderen Teile der Serie zu lesen. Es lohnt sich!
Von mir gibt es für dieses Buch die volle Punktzahl.
mesu
5/5
15.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Nichts ist wie es scheint
Drei junge Mädchen die in einer Komune leben werden ermordet. Mit ihrem Blut wurden Botschaften an die Wände geschrieben. Karhuu und Nordh nehmen die komplexen Ermittlungenauf. Sie stoßen auf viele Widerstände, kollektives Schweigen, dubiose Heiler und Spuren die wie Seifenblasen zerplatzen. Eine Mordermittlung die sie bis an ihre Grenzen führt.
Herrausragend, unglaublich spannend und überaus vielschichtig. Eine Handlung mit vielen Irrwegen und einer Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann. Bravo!
Bewertung
5/5
12.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Ein sagenhafter Krimi
In bin in erster Linie durch den Titel auf diesen Krimi aufmerksam geworden. Opfer die wir bringen ist mein erstes Buch des Autoren-Duos Voosen/Danielsson und es konnte mich sofort fesseln: Drei Teenager-Mädchen werden grausam ermordet. Sie alle eint eins, sie lebten zusammen in einer Aussteiger-Kommune. Verdächtige gibt es genug: Der psychisch labile und kranke Vater eines der Mädchen, der aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wurde. Wollte er sich rächen und einen erweiterten Suizid begehen? Die Bauern, die die biodynamische Kommune als Konkurrenz zu ihrer konventionellen Landwirtschaft sehen. Die Hater, die die Gemeinschaft im Internet bedrohen und denen deren Lebensstil missfällt. Oder liegt die Tat in der Kommune selbst begründet? Schließlich übernehmen Teenager nicht immer gern die Denkweise ihrer Eltern. Aber mit Ausnahme der Teenager waren alle auf dem Retreat in Ölland. Sind die Beziehungen unter den Jugendlichen so harmonisch wie sie wirken? Warum verhält sich der Bruder eines der Mädchens so merkwürdig und wieso ist einer der Teenager verschwunden und bisher nicht auffindbar? Oder handelt es sich um einen Femizid? Auf das Ermittlerduo Svea Kahruu und Jon Nordh wartet eine intensive Suche nach dem Täter. Erschwerend kommt hinzu, dass deren Privatleben gerade alles andere alles einfach ist: Svea sieht sich immer noch im Fadenkreuz ihres ehemaligen Chefs, der in die organisierte Kriminalität verstrickt ist. Jon versucht nach dem Unfall-Tod seiner Frau für seine beiden Kinder da zu sein und wieder einen Alltag zu etablieren. Oder war es etwa gar kein Unfall-Tod?! Der Schreibstil ist flüssig, die Geschichte beginnt langsam, um sich dann immer mehr zu steigern und im letzten Drittel überschlagen sich die Ereignisse geradezu. Die Kommissare ergänzen sich prima: Sie die eher verständnisvolle und politisch Korrekte, er der weniger empathische und vorurteilsbehaftete Ungeduldige - Die Balance zwischen der Ermittlungsarbeit und dem Privatleben der Ermittler ist hier herausragend gelungen. Geprägt auch durch starke Dialoge und Sprüche, die ihre Persönlichkeit hervorheben und mich immer wieder zum Schmunzeln brachten. Während es Svea gelingt, sich gegenüber dem Schamanismus zu öffnen und sogar Hilfe darin für sich selbst zu finden, verstrickt sich Jon immer mehr in Lügen, u. a. auch um seine Fehler zu kaschieren, die ihm unterlaufen, weil es als alleinerziehender Vater und Witwer gar nicht so leicht ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Dadurch wirkt er sehr echt und authentisch auf mich. Dabei gerät gerade er an seine Grenzen bei den Befragungen der Gemeinschaft, die ihn partout entweder anzulügen scheint oder Dinge verschweigt. Trotz allem gelingt es den beiden Ernittlern, sich weiter zu entwickeln. Der Erzählstil konnte mich total begeistern, ich hatte den Eindruck als würde ich mit ermitteln, so hatte ich natürlich wie Svea und Jon viele offene Fragen, die ich mit Spannung verfolgt habe in der Hoffnung, dass sich meine Vermutungen bewahrheiten. Die Auflösung war für mich auch mit Überraschungen verbunden und ließen mich den Buchtitel vollkommen stimmig empfinden. Der Epilog macht neugierig auf den nächsten Band der Reihen und klingt sehr vielversprechend.
Bewertung
aus Hamburg
5/5
09.09.2026
Buch (Taschenbuch)
Spannende Fortsetzung der Reihe
Das war mein dritter Krimi vom Autorenduo Voosen / Danielsson, und ich finde, dass er sich nahtlos gut in die Reihe um das ungleiche Ermittlerduo Jon Nordh und Svea Karhuu einfügt.
Diesmal geht es um den erschütternden Mord an drei jugendlichen Mädchen in einer Aussteigerkommune, und dabei soll es nicht bleiben. Die Ermittler sehen sich falschen Fährten, wenig kooperativen Mitgliedern der Kommune, verschwundenen Personen, Esoterik und einem alten Mordfall gegenüber.
Auch diese Story ist gut durchdacht, die Charaktere sind tiefgründig und mit ihren eigenen persönlichen Problemen behaftet. Das macht den Krimi zusätzlich interessant, und man rätselt, fiebert und fühlt mit den Ermittlern.
Der Epilog endet mit einem Cliffhanger, und ich muss mich nun bis zum Herbst 2027 gedulden, bis Teil 4 erscheint.
Jürg K.
5/5
27.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Krimi mit Tiefgang
Was mich an diesem dritten Band besonders packt, ist weniger der Kriminalfall selbst, so brutal und verstörend er ist, sondern die Art, wie er die Ermittler an ihre innersten Grenzen führt. Diese Aussteiger-Gemeinschaft in Schonen wirkt wie ein abgeschottetes Biotop, in dem Wahrheit keinen Wert hat und Schweigen zur Währung wird. Drei ermordete Mädchen, eine blutige Botschaft an der Wand, und eine Gruppe, die sich lieber in esoterische Nebel hüllt, als Verantwortung zu übernehmen. Das erzeugt eine Beklemmung, die man beim Lesen fast körperlich spürt. Svea Karhuu wächst mir hier besonders ans Herz. Ihre Spur nach Nordschweden, hinein in eine karge Bergwelt und zu einem samischen Schamanen, hat etwas Rohes, fast Mystisches. Man merkt, wie sie sich selbst dabei verliert und gleichzeitig findet. Jon Nordh dagegen bleibt im stickigen Korsett der Lügen zurück, rennt gegen Mauern, die nicht nur aus Worten bestehen, sondern aus Überzeugungen, die sich wie Beton anfühlen. Was mich persönlich am meisten berühr. Die beiden sind ein ungleiches Duo, aber genau darin liegt ihre Stärke. Während Svea intuitiv und kompromisslos voranschreitet, kämpft Jon mit der Realität vor Ort, mit Menschen, die lieber sterben würden, als die Wahrheit preiszugeben. Diese Spannung zwischen ihnen trägt den Roman genauso wie der Fall selbst. Am Ende bleibt ein Gefühl von Dunkelheit, das nicht nur von den Morden kommt, sondern von der Erkenntnis, wie gefährlich Gemeinschaften werden können, wenn sie sich der Welt entziehen. Ein Krimi, der nachhallt, weil er nicht nur erzählt, sondern aufwühlt.
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5/5
16.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Opfer oder Täter
In einer für den leitenden Ermittler Jon Nordh ungewohnten Lebensumgebung werden drei Jugendliche, drei junge Frauen tot aufgefunden. Eine mit Blut geschriebene Nachricht wird als die vom Täter geschriebene angenommen, aber nicht verstanden. Es gibt einen Verdächtigen, auf den sich alle Ermittlungsarbeit zunächst konzentriert.
Svea Karhuu, seine Kollegin, kämpft mit und stellt sich gleichzeitig den Geistern der Vergangenheit, um in eine Zukunft blicken zu können.
Beide müssen Schweigen, Halbwahrheiten, Verdächtigungen, Intrigen, höchst persönliche Verletzungen aushalten, um diesen Fall zu lösen.
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3/5
11.09.2026
eBook (ePUB 3)
Etwas seltsam.
In einer esoterisch ausgerichteten Kommune in Skåne/Südschweden werden gleichzeitig drei erschossene junge Mädchen gefunden, über einer von ihnen an der Wand mit Blut das Wort RAGNARÖK geschrieben. Kriminalpolizistin Svea Karhuu und Kommissar Jon Nordh sollen aufklären. Es ist ein Thriller mit fast krampfhaft konstruierten Nazibezügen, in deren Nähe mit sachlich falschen Bemerkungen die Wikinger gerückt werden. Umso verwunderlicher, da die Morde nichts mit Nazis zu tun haben.
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