Am Ende des Zweiten Weltkrieges verliert Gerti alles: den Vater, der verschwindet, die Mutter, die stirbt, und die zwei Schwestern, die ins Heim verstoßen werden. Nur Gerti bleibt bei den Großeltern zurück. In einem noch zerstörten Österreich muss das Mädchen früh lernen, allein zu überleben und die eigene Würde gegen alle gesellschaftlichen Vorurteile der Zeit zu behaupten. Max Moor erzählt eine mitreißende Liebesgeschichte über weibliche Selbstbehauptung in einer Zeit, in der es dafür noch kein Wort gab – und über drei Schwestern, die einander verlieren und doch nie ganz loslassen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Bewertung
5/5
15.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kurzweiliges Debüt
Cover und Klappentext hatten es mir angetan.
Der Einstieg /Prolog war etwas befremdlich, erklärte sich letztlich erst im Epilog.
Die dann folgende Geschichte über die unterschiedlichen Biographien der drei Schwestern las sich kurzweilig, ich mag den Schreibstil. Beeindruckend dargestellt fand ich die Schilderungen von Rudis Erlebnissen im Kloster. Oder generell immer wieder, wie es der Autor schaffte, mit Worten und Formulierungen Distanz zu wahren und dennoch den Figuren nah zu sein.
Gerti als starke Frau kam mir bisweilen ein bisschen idealisiert vor, manches hätte sicher auch kürzer gestaltet werden können.
Begeistert hat mich der historische Blick auf die Zeit unmittelbar nach dem Zusammenbruch des dritten Reichs, wie tief verwurzelt viele Ansichten -logischerweise- waren und dass es natürlich ab 45 keine plötzlich bekehrten Menschen waren, die da agierten...
Alles in allem finde ich, dass dies ein höchst kurzweiliges Romandebüt ist, das mich auf Nachfolger hoffen lässt.
Cover und Klappentext hatten es mir angetan.
Der Einstieg /Prolog war etwas befremdlich, erklärte sich letztlich erst im Epilog.
Die dann folgende Geschichte über die unterschiedlichen Biographien der drei Schwestern las sich kurzweilig, ich mag den Schreibstil. Beeindruckend dargestellt fand ich die Schilderungen von Rudis Erlebnissen im Kloster. Oder generell immer wieder, wie es der Autor schaffte, mit Worten und Formulierungen Distanz zu wahren und dennoch den Figuren nah zu sein.
Gerti als starke Frau kam mir bisweilen ein bisschen idealisiert vor, manches hätte sicher auch kürzer gestaltet werden können.
Begeistert hat mich der historische Blick auf die Zeit unmittelbar nach dem Zusammenbruch des dritten Reichs, wie tief verwurzelt viele Ansichten -logischerweise- waren und dass es natürlich ab 45 keine plötzlich bekehrten Menschen waren, die da agierten...
Alles in allem finde ich, dass dies ein höchst kurzweiliges Romandebüt ist, das mich auf Nachfolger hoffen lässt.
Bewertung
aus Hamburg
5/5
13.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr emotional und berührend
Max Moor ist mit dem Roman "Schwestern. Trotz allem" ein hervorragendes Meisterstück gelungen. Er erzählt die Geschichte mit spürbarer Wärme und einem sicheren Gespür für Details. Sein Schreibstil ist flüssig und mitreißend.
Drei Schwestern - drei Leben, verbunden durch Verlust, Erinnerung und Hoffnung, die nicht erlischt. Für Gerti und ihre Schwestern beginnt das Leben nach dem Zweiten Weltkrieg mit großem Verlust. Der Vater ist fort, die Mutter stirbt, und ihre beiden Schwestern werden in ein Heim gebracht. Gerti bleibt bei den Großeltern. Drei Knöpfe aus einer alten Weste aus ihrer BDM-Zeit bewahrt sie als Glücksbringer für die Schwestern auf. Im zerstörten Österreich wächst sie auf und kämpft darum, allein zurechtzukommen und ihre Würde zu behaupten. Die Suche nach ihren Schwestern begleitet sie ein Leben lang. Im Jahr 2010 schaut sie zurück auf ihr Leben.
Die bewegende Geschichte über die Schwestern hat mich sehr berührt und voll überzeugt. Ein eindringliches Buch, das lange nachhallt.
Absolute Leseempfehlung.
Bewertung
5/5
13.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannende Familiengeschichte mit historischem Hintergrund
Max Moors Roman „Schwestern. Trotz allem“ entfaltet ein packendes und emotional vielschichtiges Familiendrama, das seine Leser tief in die deutsche Nachkriegsgeschichte eintauchen lässt.
Die Erzählung beginnt im dramatischen Frühjahr 1945. In geschickt verschränkten Handlungssträngen, wechselnden Zeitebenen und abwechselnden Kapiteln entfaltet sich ein vielstimmmiges Mosaik: Wir begleiten Albert durch seine Tagebucheinträge, die an einen Pfarrer gerichtet sind, erleben kurz die Perspektive von Johanna – der Mutter der drei Schwestern Gerti, Hansi und Rudi –, blicken durch die Augen des Großvaters und tauchen schließlich ausführlich in das Leben der Schwestern ein.
Ein zentraler und aufwühlender Teil des Buches widmet sich der Kindheit der drei Mädchen, die in völlig unterschiedlichen Umfeldern heranwachsen mussten. Max Moor zeichnet hier eindringliche Kontraste: Während eine Schwester bei den Großeltern und einer strengen Tante aufwächst, erlebt die andere im Kloster bei Nonnen eine Kindheit, die von Gewalt und bedingungslosem Gehorsam geprägt ist. Die Dritte im Bunde hingegen erfährt das, was den anderen verwehrt blieb: das Aufwachsen in einer liebevollen Familie.
Nach etwa einem Viertel des Buches macht die Handlung einen Zeitsprung in das Jahr 1957. Von diesem Punkt an verfolgt der Roman die Lebenswege der Schwestern als Erwachsene weiter und zeigt, wie tief die Prägungen der Kindheit in ihre Biografien eingeschrieben sind.
Besonders beeindruckend ist Max Moors sprachliches und stilistisches Geschick: Er versteht es meisterhaft, durch die veränderten Tonalitäten der einzelnen Kapitel die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Lebenswege der Schwestern spürbar zu machen. Mit nur wenigen treffenden Worten skizziert er Schauplätze und Situationen so intensiv, dass man als Leserin oder Leser direkt im Geschehen steht.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen und werde es sicher weiterempfehlen.
Bewertung
5/5
10.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Großartiger Roman
Max Moor ein bekannter Schauspieler ist mir als Buchautor völlig unbekannt.
Mich hat der Titel Schwestern trotz allem in seinen Bann gezogen und ich war sehr auf die Geschichte gespannt.
Das Buchcover ist eher schlicht in rot gestaltet und die drei Schwestern schattiert im Hintergrund. Die Geschichte umfasst 555 Seiten und der Leser/in sollte sich Zeit nehmen. Man kann das Buch nicht in einem Rutsch lesen.
Zur Geschichte:
Gerti, Rudi, Hansi sind die Protagonisten und wir dürfen an ihren Lebensgeschichten teilhaben.
Keine leichte Kost - Endes des zweiten Weltkrieges.
Nach dem Tod des Vaters kommt Gerti, die Älteste zu ihren Großeltern und ihre kleineren Schwestern in ein Waisenhaus.
Drei Knöpfe, als Glücksbringer sollen die Schwestern für immer verbinden.
Rudi möchte ihre Kindheit im Heim vergessen und Hansi wurde adoptiert. Leider verlieren sich die Schwestern aus den Augen........
Mich hat dieser Schicksalsroman sehr bewegt. Der Autor schreibt tiefgründig und mit großem Sprachvolumen.
Ein zu tiefst bewegender Roman, der neugierig macht auf ein Stück deutscher Geschichte, die uns bis heute prägt.
Bewertung
5/5
10.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kulturgeschichte der Nachkriegszeit und der Zeit des Wirtschaftswunders
Max Moors Roman ist ein Sittenbild der Nachkriegszeit und der Zeit des Wirtschaftswunders. In kurzen Kapiteln wechseln beißende Ironie und Sarkasmus mit emotionalen Abschnitten, jeweils aus der Perspektive einer anderen Person. Moors Sprache. Kennt man. Von seiner Moderation. Des ARD-Kulturmagazins TTT.
Die vier Protagonisten seines Buchs sind die drei Schwestern Gerti, Rudi und Hansi sowie Albert, der „Hallodri“, der zufällig mit Gerti in Kontakt kommt. Alle vier sind schwer traumatisiert durch ihre unglückliche Kindheit bzw. durch den Einsatz im Krieg. Gerti wächst nach dem Verschwinden des Vaters und dem Tod der Mutter bei der hartherzigen Tante und den hilflosen Großeltern auf, die jüngeren Rudi und Hansi kommen gemeinsam ins Heim.
Die Biographien der Schwestern, inspiriert von einer Familiengeschichte von Moors Frau, sind interessant. Sie entwickeln sich nach ihrer Trennung ganz unterschiedlich, gehen aber sehr selbstbewusst ihren Weg. Beim Lesen kam mir der Verdacht, dass der Autor seine Protagonisten so konstruiert hat, dass er möglichst viele kulturelle Aspekte der ca. 30 Jahre von Ende 1944 bis 1973 unterbringen kann. Albert verbringt wegen seines Berufs längere Zeit in der Türkei, in Afrika, in Asien, was dem Autor ermöglicht, seine außenpolitischen Ansichten mitzuteilen. Bei Gerti, die in Österreich bleibt, thematisiert er die fehlenden Rechte der Frauen und die Vorurteile der Bevölkerung gegen Alleinerziehende mit unehelichen Kindern, die teilweise noch aus der Nazizeit übernommen wurden, den provinziellen Mief. Rudi schafft es bis in die High Society von Rom (ohne sich dort wohlzufühlen), was Moor ermöglicht, eine Übersicht über die Stars der damaligen Kultur und Politik einfließen zu lassen. Ähnlich wie bei Hansi, die als Hotelmanagerin in Linz und Wien ebenfalls mit den „Großkopferten“ (wie Moor es ausdrücken würde) in Kontakt kommt.
Beim Lesen entstand manchmal der Eindruck, dass es Moor weniger um die Hauptpersonen geht als darum, die kulturelle Entwicklung der 30 Jahre zu vermitteln. Er berauscht sich fast daran, alle Themen unterzubringen, über die in den von ihm moderierten Sendungen berichtet wurde. Sei es die Außen- und Gesellschaftspolitik, Wirtschaft, Musik, Kunst, Literatur, Technik, besonders Autos, Kulinarik etc.
Weil er sich aber immer rechtzeitig einfängt und die Handlung interessant ist, hat mir das Buch gut gefallen.
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5/5
19.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Beeindruckend
Gerti, Rudi und Hansi drei Namen dies sich einprägen. Jede der Schwestern bekommt in Max Moor`s Romandebüt ihre eigene oft berührende und sprachlos machende Geschichte, doch am Ende bleiben immer die Familienbande. Ein fiktionaler Roman, deren Ideen aus dem familiären Umfeld des Autos stammen, der durch seine sprachliche Präzession, Feinfühligkeit und Humor begeistert.
Diese Geschichte packt, verwundert, tut auch manchmal weh und liest einfach so weg. Historische Ereignisse werden geschickt eingewoben und hallen nach.
Für mich ist es ein großartiger Familienroman.
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4/5
20.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erschütternde Schicksale...
...dreier Schwestern in den Wirrnissen der Kriegs- und Nachkriegsjahre. Auseinandergerissen wachsen sie in Heimen und Pflegefamilien auf. Sie werden erwachsen und versuchen, jede auf ihre Weise, ihr Leben zu leben. Aber die Verletzungen sind groß. Max Moor's erster Roman liest sich spannend und abenteuerlich. Auch wenn ich zu Beginn etwas brauchte, die Figuren für mich zu visualisieren. Wenn man sie dann einmal erfasst hat, fiebert man mit ihnen.
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