Ein Zauberer und ein Entertainer lieben dieselbe Frau
Jack Robbins und Ronnie Dean sind Freunde und sie träumen beide vom Ruhm - Jack als Entertainer, Ronnie als Zauberer. Nach ihrer Militärzeit lassen sie das berüchtigte Londoner East End hinter sich und stürzen sich Ende der 50er-Jahre ins flirrende Showgeschäft. Als die bezaubernde Evie White zu ihnen stößt, steigt ihr Stern, bis er zu verglühen droht: Aus Freunden werden Rivalen. Denn Evie - erst Ronnies Assistentin, später seine Verlobte - beginnt eine Affäre mit Jack. Wenig später verschwindet Ronnie während eines Auftritts und bleibt verschwunden. Als könnte er wirklich zaubern.
Hypnotisch und elegant beschreibt der große Romancier Graham Swift die magischen Momente im Leben, die sich selten im Rampenlicht abspielen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Bewertung
4/5
19.04.2020
eBook (ePUB 3)
Da sind wir
Mal abgesehen von dem wunderschönen, absolut passenden und gelungenen Cover, ist dieses Buch fein erzählt, eindrucksvoll und viel zu kurz!
Graham Swift erzählt hier von zwei Freunden, Jack und Ronnie, die die Militärzeit gemeinsam überstanden haben, und jetzt auf der Bühne ihr Glück suchen.
Im Brighton der fünfziger Jahre stehen sie mit Evie, die sie als Assistentin engagieren, als Magier und Entertainer auf der Showbühne und sind erfolgreich.
Bis dann die Liebe zu Evie zwischen ihnen steht und die Freundschaft zerbrechen lässt.
Die Magie der Vorstellungen und die Geschichten, die zu den Zaubertricks gehören,
haben mich gefesselt.
Graham Swift ist ein großer Erzähler!
stefanb
3/5
08.06.2020
eBook (ePUB 3)
Zauberkünstler
Denkt man an britische Gegenwartsliteratur, dann dürfte einem sofort Graham Swift einfallen, zählt er doch zu den bekanntesten. Mich hat an seinem neuesten Werk „Da sind wir“ vor allem der Blick auf das Ende der Fünfzigerjahre angesprochen und die zu erwartende sprachliche Qualität.
„Zwei Zauberkünstler und ein zauberhaftes Paar.“ [71] Daraus ergibt sich dann eine Dreiecksgeschichte und drei unterschiedliche Lebenswege, Einblicke, Erzählungen. Es ist ein Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart, welche uns der allwissende Erzähler näherbringt.
Für mich blieben die drei Hauptcharaktere etwas unnahbar, allein Evies Sicht trug dazu bei, dass die Charaktere an Tiefe gewinnen. Als Leser*in bleibt man doch etwas vom Geschehen distanziert. Auch hätte ich mir einen spannenderen Einblick in das Showgeschäft erhofft. Das Klang auf dem Klappentext so wundervoll magisch. Und so konnte der Roman mich nicht wirklich erreichen, obwohl er gut geschrieben und es eine interessante Geschichte ist.
Das Ende passt zwar zu den ganzen Illusionen, Tricks und Zaubereien, aber ist mir etwas zu offen. Insgesamt fand ich die Perspektivwechsel gelungen, auch das zeitliche Hin und Her, jedoch hätte ich mir eine Unterteilung in Kapitel gewünscht.
Bewertung
5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sommer 1959. Der letzte in den 50er Jahren. Ronnie, Zauberer aus Leidenschaft, bekommt in der Show seines Freundes, dem flinken Jack, seine eigene Nummer. Er bekommt Unterstützung von der bezaubernden Evie White, von nun an seine Assistentin und später seine Verlobte. Doch weshalb wirft Evie noch im selben Sommer ihren Verlobungsring ins Meer? Wie kam Ronnie zur Zauberei? Und was hat es mit Pablo, dem Papagei auf sich? In den 60er Jahren ist nichts mehr so wie es war. Als Evie 75 Jahre alt ist, wirft sie einen Blick auf ihr magisches Leben im Rampenlicht. Und auf die beiden Männer, die stets neben ihr standen. Ein Buch wie der Sommer. Mal wärmt es das Herz, mal sitzt es drückend schwer auf der Brust. Ein zauberhafter Roman für helle Tage.
TochterAlice
aus Köln
5/5
20.05.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hier schreibt Graham Swift…
Hier schreibt Graham Swift von Zauberern und anderen bunten Vögeln. Auch wenn es zunächst gar nicht so schillernd losgeht in diesem kurzen Roman, der doch alles beinhaltet, was man sich nur wünschen kann! Vor allem eine glasklare Sprache und einen stimmigen, fesselnden Stil, beides bleibt in der exzellenten Übersetzung bestens erhalten! Im Mittelpunkt steht Ronnie, zunächst ein kleiner, verschüchterter Junge, den es zu Beginn der Bombardierungen auf London im Zweiten Weltkrieg - was mehr oder weniger gleichbedeutend mit dem Beginn des Krieges selbst ist - aufs Land verschlägt. Er wird, wie Abertausende anderer britischer Kinder auch, evakuiert und wird von seinen Gasteltern mehr oder weniger verzaubert - denn er kommt mehr oder weniger in ein Paradies. In dem er auch noch das Zaubern lernt. Diese Fertigkeit will er Jahre später zu seinem Beruf machen - gemeinsam mit Jack, seinem Freund aus Armeezeiten, träumt er von einer Karriere auf der Bühne. Zu der dieser ihm irgendwann, mittlerweile zum Moderator einer kleinen Show geworden, ihm tatsächlich verhilft. Und fast auch noch zu einer Braut. Aber eben nur fast. Warum das so ist und wie es kommt, dass Jack ebenso plötzlich von der Bühne verschwindet wie er auf ihr landet - das beschreibt Graham Swift ebenso lakonisch wie fesselnd. Und das Publikum - in diesem Falle wir, die Leser - bleibt mindestens ebenso nachdenklich zurück wie Evie, Ronnies Fast-Ehefrau... Ein überaus lohnendes Stück englischer Literatur, das aus meiner Sicht nur einen einzigen Mangel aufweist: es ist viel zu schnell zu Ende!
https://lieslos.blog/
5/5
27.04.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die magische Welt des Showbusiness und vieles mehr…
„Da sind wir!“ - Ich muss gestehen: mir gefällt der Titel nicht.
Er ist nichtssagend bzw. irreführend.
Der Originaltitel hingegen,„Here we are“, lässt Bilder vor dem geistigen Auge entstehen. Bilder, die zu der Geschichte passen.
Obwohl der Roman nur 159 Seiten hat, geht es um so vieles:
Erscheinen und Verschwinden...
Illusionen und Tricks...
Zauber und Magie...
Die Welt des Showbusiness...
Mütter und Väter...
Beziehungen und Dreieckskonstellationen...
Krieg...
Kindliche Nöte und Strategien, um mit den Gegebenheiten klar zu kommen...
Schuldgefühle...
Jack, der Entertainer und Ronnie, der Zauberer, haben sich beim Militärdienst in England kennengelernt.
Nach ihrer Militärzeit bleiben sie in Kontakt und 1958 verhilft der als Alleinunterhalter erfolgreiche Jack seinem Freund Ronnie zu einem Engagement in seiner Show im Seebad Brighton.
Evie wird Ronnies Assistentin und ... Verlobte.
Und dann verschwindet Ronnie...
All das erfährt man schon auf den ersten Seiten.
Währenddessen lässt Graham Swift beiläufig Andeutungen und Bemerkungen einfließen, die Fragen aufwerfen, den Leser neugierig machen und die Spannung steigern.
Dann drosselt er das Erzähltempo und lenkt den Blick in eine andere Richtung.
Wir lesen vom Aufwachsen des 1931 geborenen Ronnies in ärmlichen Verhältnissen in London und davon, wie und wo er die Kriegsjahre verbracht hat und wer sein „Zaubermeister“ wurde.
Aber Swift erzählt diese Biographie nicht einfach. Er bringt sie uns höchst empathisch nahe und zeigt dabei ein außerordentliches Einfühlungsvermögen in das Innenleben eines Kindes.
Standen zu Beginn Neugier und Spannung im Vordergrund, so verfolgt man jetzt mit einer Vielzahl von Gefühlen diesen feinfühligen Schilderungen. Empörung, Traurigkeit, Freude... wunderbar, wie er die verschiedenen Emotionen im Leser zum Klingen bringt.
Im weiteren Verlauf erzählt Swift abwechselnd von Ronnie, Evie und Jack.
Wie bei einem Puzzle fügen sich die einzelnen Teilchen zu einem Gesamtbild und am Ende ist so manche, aber nicht die entscheidende Frage des Lesers beantwortet.
Es ist beeindruckend, was in so einem schmalen Bändchen alles erzählt werden kann. Und nicht nur WAS erzählt werden kann, sondern vor allem, WIE es erzählt werden kann.
Graham Swift spielt mit den Zeitebenen und mit den Perspektiven. Fließend und gekonnt schwenkt er den Spot in der Horizontalen zwischen den verschiedenen Protagonisten und in der Vertikalen zwischen den Zeiten hin und her.
Kein Wort ist zu viel, keines zu wenig.
Die Lektüre verlangt Aufmerksamkeit. Würde man einen Satz überlesen, hätte man etwas verpasst.
Klare Leseempfehlung!
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5/5
10.07.2020
eBook (ePUB 3)
Die magische Welt der Illusionen.
England in den Fünfziger Jahren, im Seebad Brighton treffen drei Künstler aufeinander.
Jack ist der unschlagbar witzige Ansager des Varietées,
dessen Höhepunkt der Auftritt des großen Pablos ist.
Pablo ist der Künstlername Ronnies, beide lernten sich zu Kriegszeiten kennen, aber ein richtiges Einschätzen des Gegenübers bleibt verborgen...
Verborgen, wie die ganze geheimnisvolle Geschichte,
die damit begann, als Ronnie ein kleiner Junge war und wegen des Krieges zu Pflegeeltern ins sichere Oxford geschickt wurde. Das liebevolle kinderlose Paar ließ ihn die ärmliche Kindheit bei seiner Mutter vergessen und zur großen Überraschung weihte man ihn ein, in die magische Welt der Zauberkünste...
Als er auf Evie, trifft beginnt seine Karriere als Meister der Illusionen...
Graham Swift ist Booker Preis Träger, seine Werke sind von Leichtigkeit und sprachlicher Eleganz gezeichnet.
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5/5
24.06.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Leben - eine Illusion
„Da wären wir.“ Mit diesen Worten pflegt Mrs. Lawrence die Limonade in den Garten zu bringen, den Tee auf den Tisch zu stellen und den Abschluss zahlloser anderer kleiner Verrichtungen zu bekräftigen. Sie sind wie eine kleine Zauberformel, eine Bestätigung, dass alles seine Richtigkeit hat, das Versprochene verlässlich eingetroffen ist und dass man hier und jetzt genau am richtigen Ort ist. „Da wären wir.“ Beglückende Worte für einen achtjährigen Jungen, dessen Leben in prekären Verhältnissen bei einer bitteren und in ihrer Zuneigung bestenfalls schwankenden Mutter und mit einem nur sporadisch anwesenden Seemann als Vater bislang eher von Unsicherheit und Uneindeutigkeit geprägt war. So ist schon seine Identität eine doppelte, denn sein spanischer Großvater vermachte seinem Enkel nicht nur ein leicht exotisches Äußeres, sondern auch einen spanischen Zweitnamen: „Pablo“. So heißt erstaunlicherweise auch der beeindruckende, strahlend bunte Papagei, den sein Vater eines Tages von einer seiner Reisen mitbringt, und der diese Tatsache immer wieder laut bekräftigt: „Ich bin Pablo“. Immerhin scheint sich hier wenigstens einer seiner selbst absolut sicher, bezeichnenderweise allerdings einer, der nur automatisch plappert und nicht denkt. Obendrein verschwindet das faszinierende Tier, von der Mutter prompt verkauft, allzu schnell aus Ronnies Leben, wie alles und alle auf seiner Lebensbühne immer nur ein kurzes Gastspiel zu geben scheinen. Dann ist er unversehens selber verschwunden aus der deprimierenden Welt seiner Mutter, die ihren Sohn 1939, unter dem Eindruck drohender deutscher Bombenangriffe auf London, zu dem liebevollen kinderlosen Ehepaar Lawrence in die altenglische ländliche Idylle schickt. Und in dieser vollkommen anderen, von Wohlstand, Bildung und Zuneigung geprägten Welt, verschwindet das Kind, das Ronnie bisher war, allmählich und vollkommen hinter dem Jungen, der er hier werden darf. Zudem lernt er bei seinem Ziehvater, wie er selber Herr über das Verschwinden werden kann: er wird Zauberer, gibt sich den Künstlernamen Pablo, und wird, zusammen mit dem begnadeten Conferencier Jack und seiner atemberaubenden Assistentin Evie, für eine kurze, rauschhafte Zeit zu einer Berühmtheit in der surrealen Welt des glitzernden Varietés. Unablässig lässt er Evie in immer ausgefeilteren und spektakuläreren Shows vor den Augen eines staunenden Publikums verschwinden und wieder auftauchen, er beherrscht das Geschehen auf der Bühne – aber Evie, seine große Liebe, beherrscht er im wahren Leben nicht. Sie entscheidet sich für Jack. Jedoch bevor Ronnie sie ganz loslässt, vollführt er noch den einen, den endgültigen und vollkommenen Trick….
„Da sind wir“ ist für mich einer der schönsten und anmutigsten und im wahrsten Sinne des Wortes bezauberndsten Romane dieses Frühjahrs. In wunderbar eleganter Sprache zieht uns Graham Swift unwiderstehlich hinein in die schillernde Welt des Varietés und in die lebenshungrige Atmosphäre der Nachkriegszeit und stellt dabei die grundsätzlichste aller Fragen: Was ist das Leben? Als Evie im Alter auf ihr eigenes wechselvolles Leben zurückblickt, beginnt sie zu begreifen: alles Erlebte, alles Erinnerte, alles Gefühlte und Gesagte wird letztlich zur Illusion, so verwirrend und faszinierend, so wahr und gleichzeitig so unwirklich und doppeldeutig wie nur irgendein meisterhafte Trick eines Zauberers auf der Bühne eines Varietés. Was bleibt, ist die Erinnerung an all das, was war und an all jene, die verschwunden sind und - die Sehnsucht nach der verlorenen Magie.
„Da sind wir,“ sagt Evie am Ende des Romans. Sie und Jack und Ronnie. Und das ist die größte und tröstlichste aller Illusionen.
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5/5
04.06.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Frau steht zwischen zwei...
Eine Frau steht zwischen zwei Männern... eine Geschichte, geschrieben vom Leben über Familie, Freundschaft, Liebe, gemeinsame Leidenschaften und dramatische Entscheidungen.
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5/5
19.05.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine unaufgeregt, sprachlich elegant...
Eine unaufgeregt, sprachlich elegant erzählte Geschichte über Liebe, Magie und die Unwägbarkeiten des Lebens. Ein richtig schönes Buch zum Genießen und Entschleunigen.
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4/5
06.04.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Magisch
England, Brighton Ende der 1950er Jahre. Varietékünstler Jack, Zauberer Ronnie und Tänzerin Evie treten in einer Show auf. Evie ist mit Ronnie liiert, die beiden wollen heiraten. Doch dazu wird es nicht kommen…
Literarischer Ausflug in das Künstlermilieu. Der große Romancier Graham Swift schreibt in gepflegter Sprache, erzählt nonchalant von Liebe, Freundschaft, Loyalität und Verlust. Eindrucksvoll!
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