Dorfroman

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Roman

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Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.11.2021

Verlag

btb

Seitenzahl

416

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.11.2021

Verlag

btb

Seitenzahl

416

Maße (L/B/H)

18,5/12,6/3,2 cm

Gewicht

358 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-77178-3

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Interessante und unterhaltsame Coming of Age Geschichte vor brisanter Thematik.

https://lieslos.blog/ am 02.12.2020

Bewertungsnummer: 1410088

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In dem Roman geht es im Großen um eine der größten, umstrittensten und bekanntesten Investitionsruinen im Nachkriegsdeutschland: Der „schnelle Brüter“ von Kalkar. Im Kleinen geht es um das Aufwachsen und Erwachsen werden des Ich-Erzählers Peter. Die Meinungen der Bewohner eines bäuerlich und katholisch geprägten Dorfes am unteren Niederrhein gehen stark auseinander, als in den 80-er Jahren in ihrer Nähe, in Kalkar, ein Kernkraftwerk, ein sogenannter Brutreaktor oder „schneller Brüter“, gebaut werden soll. Zwei gegensätzliche Haltungen stoßen aufeinander: Es gibt die Konservativen und Traditionsbewussten, die am Alten festhalten und das Bewährte und Gewohnte schätzen und es gibt die Fortschrittlichen und Modernen, die Veränderung und Entwicklung favorisieren, weil sie darin die Voraussetzung für wirtschaftlichen Wohlstand sehen. Ein Teil des Kirchenvorstands will kirchliche Ländereien an die Kraftwerksgesellschaft verkaufen, der andere Teil und die Landwirte sind gegen den Bau des Hochtemperaturreaktors. Als wäre das nicht schon konfliktträchtig genug, schaltet sich noch eine dritte Gruppe von außerhalb dazu: die Atomkraft-Gegner. Sie wollen mit ihren politischen Aktivitäten den Bau blockieren und unterbinden, wodurch sie den Aufruhr im Dorf noch verstärken. Die Konflikte kochen hoch, die bis dahin gut funktionierende Dorfgemeinschaft wird zerstört. Peter wächst mitten in diesem Tumult auf, erzählt melancholisch und beschreibt detailliert in drei Handlungssträngen und Zeitebenen seine Geschichte und die des Dorfes. Wir lernen ihn in seiner Kindheit, in der Teenagerzeit und als Erwachsenen kennen und erleben sämtliche Entwicklungsphasen mit. Er bewundert seinen Vater, der ein Entscheidungsträger im Kirchenvorstand ist, für dessen Engagement, was den Bau des Reaktors anbelangt. Er setzt sich mit seinen Eltern, der Kirche und dem politischen Geschehen auseinander, hinterfragt Obrigkeiten, zweifelt Autoritäten an, rebelliert, protestiert. Er verliebt sich mit fast 16 Jahren erstmals in die um sechs Jahre ältere Juliane, eine Atomkraft-Gegnerin, entwickelt ein politisches Bewusstsein, kehrt dem Dorf den Rücken, zieht nach Berlin und besucht schließlich Jahrzehnte später seine inzwischen hochbetagten Eltern in dem Dorf seiner Kindheit und Jugend. Ein Besuch, der Erinnerungen weckt und von denen wir hier lesen. Christoph Peters erzählt unaufgeregt, einfühlsam und ruhig von einer wohlsituierten Mittelstandsfamilie vor dem Hintergrund der Schwierigkeiten und Spannungen anlässlich des geplanten Reaktorbaus in der noch jungen Bundesrepublik. „Dorfroman“ ist eine packende und kluge Coming of Age-Geschichte, die ein recht genaues und ziemlich interessantes Bild des damaligen westdeutschen Zeitgeschehens und des ländlichen Milieus mit seinen Sitten und Bräuchen vermittelt. Christoph Peters präsentiert mit seinem Buch anspruchsvolle, interessante und lesenswerte Unterhaltung Übrigens: Der „schnelle Brüter“ in Kalkar wurde 1985 fertiggestellt, aber wegen sicherheitstechnischen und politischen Bedenken nie in Betrieb genommen. 1991 wurde das Projekt eingestellt.
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Interessante und unterhaltsame Coming of Age Geschichte vor brisanter Thematik.

https://lieslos.blog/ am 02.12.2020
Bewertungsnummer: 1410088
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In dem Roman geht es im Großen um eine der größten, umstrittensten und bekanntesten Investitionsruinen im Nachkriegsdeutschland: Der „schnelle Brüter“ von Kalkar. Im Kleinen geht es um das Aufwachsen und Erwachsen werden des Ich-Erzählers Peter. Die Meinungen der Bewohner eines bäuerlich und katholisch geprägten Dorfes am unteren Niederrhein gehen stark auseinander, als in den 80-er Jahren in ihrer Nähe, in Kalkar, ein Kernkraftwerk, ein sogenannter Brutreaktor oder „schneller Brüter“, gebaut werden soll. Zwei gegensätzliche Haltungen stoßen aufeinander: Es gibt die Konservativen und Traditionsbewussten, die am Alten festhalten und das Bewährte und Gewohnte schätzen und es gibt die Fortschrittlichen und Modernen, die Veränderung und Entwicklung favorisieren, weil sie darin die Voraussetzung für wirtschaftlichen Wohlstand sehen. Ein Teil des Kirchenvorstands will kirchliche Ländereien an die Kraftwerksgesellschaft verkaufen, der andere Teil und die Landwirte sind gegen den Bau des Hochtemperaturreaktors. Als wäre das nicht schon konfliktträchtig genug, schaltet sich noch eine dritte Gruppe von außerhalb dazu: die Atomkraft-Gegner. Sie wollen mit ihren politischen Aktivitäten den Bau blockieren und unterbinden, wodurch sie den Aufruhr im Dorf noch verstärken. Die Konflikte kochen hoch, die bis dahin gut funktionierende Dorfgemeinschaft wird zerstört. Peter wächst mitten in diesem Tumult auf, erzählt melancholisch und beschreibt detailliert in drei Handlungssträngen und Zeitebenen seine Geschichte und die des Dorfes. Wir lernen ihn in seiner Kindheit, in der Teenagerzeit und als Erwachsenen kennen und erleben sämtliche Entwicklungsphasen mit. Er bewundert seinen Vater, der ein Entscheidungsträger im Kirchenvorstand ist, für dessen Engagement, was den Bau des Reaktors anbelangt. Er setzt sich mit seinen Eltern, der Kirche und dem politischen Geschehen auseinander, hinterfragt Obrigkeiten, zweifelt Autoritäten an, rebelliert, protestiert. Er verliebt sich mit fast 16 Jahren erstmals in die um sechs Jahre ältere Juliane, eine Atomkraft-Gegnerin, entwickelt ein politisches Bewusstsein, kehrt dem Dorf den Rücken, zieht nach Berlin und besucht schließlich Jahrzehnte später seine inzwischen hochbetagten Eltern in dem Dorf seiner Kindheit und Jugend. Ein Besuch, der Erinnerungen weckt und von denen wir hier lesen. Christoph Peters erzählt unaufgeregt, einfühlsam und ruhig von einer wohlsituierten Mittelstandsfamilie vor dem Hintergrund der Schwierigkeiten und Spannungen anlässlich des geplanten Reaktorbaus in der noch jungen Bundesrepublik. „Dorfroman“ ist eine packende und kluge Coming of Age-Geschichte, die ein recht genaues und ziemlich interessantes Bild des damaligen westdeutschen Zeitgeschehens und des ländlichen Milieus mit seinen Sitten und Bräuchen vermittelt. Christoph Peters präsentiert mit seinem Buch anspruchsvolle, interessante und lesenswerte Unterhaltung Übrigens: Der „schnelle Brüter“ in Kalkar wurde 1985 fertiggestellt, aber wegen sicherheitstechnischen und politischen Bedenken nie in Betrieb genommen. 1991 wurde das Projekt eingestellt.

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Zwischen gestern und heute

Bewertung aus Vaihingen an der Enz am 24.11.2020

Bewertungsnummer: 1406381

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Tradition und/oder Moderne, zwischen diesen beiden Polen pendeln die beiden Romane, die ich bisher von Christoph Peters gelesen habe, ein Thema, das ihn auch in seinem „Dorfroman“ beschäftigt. In der unmittelbaren Nähe eines verschlafenen Ortes am Niederrhein soll ein Kernkraftwerk, ein „schneller Brüter“ gebaut werden, ein Vorhaben das für tiefe Risse in der dörflichen Gemeinschaft sorgt. Auf der einen Seite die Zauderer, die an den Beziehungen und den gewachsenen Strukturen des dörflichen Lebens festhalten wollen, auf der anderen Seite die Fortschrittsgläubigen, die auf Veränderung und wirtschaftlichen Wohlstand hoffen. Und dann gibt es noch eine dritte Gruppe von außerhalb, die Anti-Atomkraft-Aktivisten, von beiden Seiten misstrauisch beäugt, die den Bau um jeden Preis verhindern wollen und mit ihren politischen Aktionen zusätzliche Unruhe in das Dorf bringen. In diesem Spannungsfeld wächst der Ich-Erzähler auf, der identisch mit dem Autor ist. In drei Zeitebenen – Kind, Teenager, Erwachsener – beschreibt er nicht nur die durch den Kraftwerksbau ausgelösten Veränderungen seiner Heimat, das Auseinanderbrechen dörflicher Strukturen, sondern auch seine persönliche Entwicklung. Die Auseinandersetzungen mit den Eltern, das allmähliche Hinterfragen unumstößlicher Autoritäten, die erste Liebe, die Entwicklung eines politischen Bewusstseins, die Abkehr und die Heimkehr. Peters‘ melancholischer Rückblick ist nicht nur eine Mischung aus Coming-of-Age Roman und Beschreibung einer politischen Sozialisation, sondern auch ein bemerkenswertes Zeitzeugnis. Und das werden am ehesten diejenigen bestätigen können, die wie der Autor in diesen Jahren aufgewachsen sind. Und übrigens, Kalkar, der „schnelle Brüter“, wurde zwar gebaut, ging aber niemals ans Netz.
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Zwischen gestern und heute

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Bewertungsnummer: 1406381
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Tradition und/oder Moderne, zwischen diesen beiden Polen pendeln die beiden Romane, die ich bisher von Christoph Peters gelesen habe, ein Thema, das ihn auch in seinem „Dorfroman“ beschäftigt. In der unmittelbaren Nähe eines verschlafenen Ortes am Niederrhein soll ein Kernkraftwerk, ein „schneller Brüter“ gebaut werden, ein Vorhaben das für tiefe Risse in der dörflichen Gemeinschaft sorgt. Auf der einen Seite die Zauderer, die an den Beziehungen und den gewachsenen Strukturen des dörflichen Lebens festhalten wollen, auf der anderen Seite die Fortschrittsgläubigen, die auf Veränderung und wirtschaftlichen Wohlstand hoffen. Und dann gibt es noch eine dritte Gruppe von außerhalb, die Anti-Atomkraft-Aktivisten, von beiden Seiten misstrauisch beäugt, die den Bau um jeden Preis verhindern wollen und mit ihren politischen Aktionen zusätzliche Unruhe in das Dorf bringen. In diesem Spannungsfeld wächst der Ich-Erzähler auf, der identisch mit dem Autor ist. In drei Zeitebenen – Kind, Teenager, Erwachsener – beschreibt er nicht nur die durch den Kraftwerksbau ausgelösten Veränderungen seiner Heimat, das Auseinanderbrechen dörflicher Strukturen, sondern auch seine persönliche Entwicklung. Die Auseinandersetzungen mit den Eltern, das allmähliche Hinterfragen unumstößlicher Autoritäten, die erste Liebe, die Entwicklung eines politischen Bewusstseins, die Abkehr und die Heimkehr. Peters‘ melancholischer Rückblick ist nicht nur eine Mischung aus Coming-of-Age Roman und Beschreibung einer politischen Sozialisation, sondern auch ein bemerkenswertes Zeitzeugnis. Und das werden am ehesten diejenigen bestätigen können, die wie der Autor in diesen Jahren aufgewachsen sind. Und übrigens, Kalkar, der „schnelle Brüter“, wurde zwar gebaut, ging aber niemals ans Netz.

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Dorfroman

von Christoph Peters

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Dagmar Küchler

Mayersche Essen

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5/5

...ein Dorf zerbricht!

Bewertet: eBook (ePUB)

In den Siebzigerjahren wird in Kalkar der" Schnelle Brüter" gebaut. Das Dorf unseres Erzählers ist gespaltener Meinung über diese neue Energiequelle. Es gibt die Atomkraftwerkgegner und die Befürworter. Das Dorfgefüge scheint auseinanderzufallen. Mitten in diese Auseinandersetzungen wächst unser Erzähler auf und muss eine eigene Meinung zum Thema bilden. Für mich war es eine persönliche Reise in die Vergangenheit, weil Anfänge der Fernsehkultur, Fernsehserien, aber auch die politischen Themen angesprochen wurden, die mir ins Gedächtnis kamen. So ist es aber auch mit dem Erzählstil dieses Buches. Es spielt auf drei Erzählebenen, springt aber wie meine Erinnerungen immer hin und her. Mal berichtet unser Erzähler, dessen Name übrigens nie genannt wird, aus seiner Sicht als Kind, mal als Jugendliche oder dann als Heimkehrer als erwachsener Mann. So verändert sich auch seine Erkenntnis. Ein großartiges Buch, das mir viel Freude bereitet hat.
5/5

...ein Dorf zerbricht!

Bewertet: eBook (ePUB)

In den Siebzigerjahren wird in Kalkar der" Schnelle Brüter" gebaut. Das Dorf unseres Erzählers ist gespaltener Meinung über diese neue Energiequelle. Es gibt die Atomkraftwerkgegner und die Befürworter. Das Dorfgefüge scheint auseinanderzufallen. Mitten in diese Auseinandersetzungen wächst unser Erzähler auf und muss eine eigene Meinung zum Thema bilden. Für mich war es eine persönliche Reise in die Vergangenheit, weil Anfänge der Fernsehkultur, Fernsehserien, aber auch die politischen Themen angesprochen wurden, die mir ins Gedächtnis kamen. So ist es aber auch mit dem Erzählstil dieses Buches. Es spielt auf drei Erzählebenen, springt aber wie meine Erinnerungen immer hin und her. Mal berichtet unser Erzähler, dessen Name übrigens nie genannt wird, aus seiner Sicht als Kind, mal als Jugendliche oder dann als Heimkehrer als erwachsener Mann. So verändert sich auch seine Erkenntnis. Ein großartiges Buch, das mir viel Freude bereitet hat.

Dagmar Küchler
  • Dagmar Küchler
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Tina Neutschmann

Thalia Bad Zwischenahn

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4/5

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein bewegender Roman, eine Hommage an die Herkunft. Man kennt alle. Aber als ein Kernkraftwerk, der Brüter, gebaut werden soll, spaltet sich das Dorf. Aus Sicht als Erwachsener und beim Aufwachsen erhält man tiefe Einblicke. Am Ende ist die Welt ein Dorf. Bewegend.
4/5

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ein bewegender Roman, eine Hommage an die Herkunft. Man kennt alle. Aber als ein Kernkraftwerk, der Brüter, gebaut werden soll, spaltet sich das Dorf. Aus Sicht als Erwachsener und beim Aufwachsen erhält man tiefe Einblicke. Am Ende ist die Welt ein Dorf. Bewegend.

Tina Neutschmann
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