Ein Café und seine Menschen. Ein Mann, der seiner Sehnsucht folgt. Robert Seethalers neuer Roman.
Wien im Jahr 1966. Robert Simon verdient sein Brot als Gelegenheitsarbeiter auf dem Karmelitermarkt. Er ist zufrieden mit seinem Leben, doch zwanzig Jahre nach Ende des Krieges hat sich die Stadt aus ihren Trümmern erhoben. Überall wächst das Neue, und auch Simon lässt sich mitreißen. Er pachtet eine Gastwirtschaft und eröffnet sein eigenes Café. Das Angebot ist überschaubar, und genau genommen ist es gar kein richtiges Café, doch die Menschen aus dem Viertel kommen, und sie bringen ihre Geschichten mit – von der Sehnsucht, vom Verlust, vom unverhofften Glück. Sie kommen auf der Suche nach Gesellschaft, manche hoffen sogar auf die Liebe, und während die Stadt um sie herum erwacht, verwandelt sich auch Simons eigenes Leben.
»Das Café ohne Namen« ist ein Roman über den menschlichen Drang zum Aufbruch. Mit einem Reigen unvergesslicher Figuren und seiner besonderen Aufmerksamkeit für die Details des Lebens erzählt Robert Seethaler davon, wie eine neue Welt entsteht, die wie alles Neue ihr Ende schon in sich trägt. Gelesen von Star-Schauspieler und Hörbuchpreisträger Matthias Brandt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
5/5
13.08.2023
Hörbuch (CD)
"Man sollte sich immer ein bisschen mehr Hoffnung als Sorgen machen"
Nach dem Wiederaufbau erwacht das Wien der 60er Jahre wieder zum Leben. Auch für Robert Simon beginnt ein Neuanfang. Noch im Krieg geboren und in einem Waisenhaus aufgewachsen, verdient er zunächst als Gelegenheitsarbeiter seine Brötchen. Als sich für Robert die Möglichkeit ergibt ein Café zu eröffnen, greift er zu. Auch wenn ihm kein Name dafür einfallen will, so hat er bald eine feste Stammkundschaft, die nicht nur ihm, sondern auch uns Lesern schnell ans Herz wächst: Freundschaften entstehen, Ehen werden geschlossen oder scheitern, es wird getratscht, das Leben gefeiert, aber auch getrauert…
Robert Seethaler hat eine Gabe. Seine Sätze sind derart auf den Punkt gewählt, dass er nicht allzu viele Worte verschwenden muss. Trotzdem hat man das Gefühl in ganze Lebensgeschichten einzutauchen. Ein wundervoller Roman, der durch den ebenfalls wunderbaren Matthias Brandt erst recht seinen Zauber entfaltet.
Hägar
aus Vorderpfalz
5/5
08.08.2023
Hörbuch (CD)
so eine ehrliche Sprache
Der neue Roman des Bestsellerautors von "Der Trafikant" gefält mir sehr gut. Worauf kommt es in Wirklichkeit im Leben an? Eine gute Frage.
Robert Seethaler hat einen philantropischen, ruhigen Erzählstil, dem Effektheischerei fremd ist.
Bewertung
aus Horn-Bad Meinberg
5/5
22.07.2023
Hörbuch (CD)
In Wien
Der Autor Robert Seethaler ist für tiefgründige Bücher über historische Ereignisse und Persönlichkeiten bekannt und das hier vorliegende Werk bildet hier keine Ausnahme. Im Mittelpunkt steht diesmal der junge Robert Simon, der sich 1966 einen großen Traum erfüllt: Ein eigenes Café in Wien zu eröffnen. Hier finden sich dann ganz unterschiedliche "einfache" Menschen ein und Robert und seine Kellnerin - eine ehemalige Näherin - erfahren viele von deren Geschichten, Freud und Leid. Durch die Schreibweise Seethalers können die Leser*innen und Hörer*innen so einen guten Eindruck von dem Leben der Menschen in Wien zur damaligen Zeit erhalten.
Matthias Brandt spricht die Geschichte so lebendig ein, dass die Hörer*innen auf jeden Fall dabei bleiben und sich ganz auf die leisen tiefgründigen Töne der Geschichte einlassen können. Ein sehr gelungenes Werk.
Elaine
aus Horn-Bad Meinberg
5/5
22.07.2023
Hörbuch (CD)
In Wien Der Autor Robert…
In Wien Der Autor Robert Seethaler ist für tiefgründige Bücher über historische Ereignisse und Persönlichkeiten bekannt und das hier vorliegende Werk bildet hier keine Ausnahme. Im Mittelpunkt steht diesmal der junge Robert Simon, der sich 1966 einen großen Traum erfüllt: Ein eigenes Café in Wien zu eröffnen. Hier finden sich dann ganz unterschiedliche "einfache" Menschen ein und Robert und seine Kellnerin - eine ehemalige Näherin - erfahren viele von deren Geschichten, Freud und Leid. Durch die Schreibweise Seethalers können die Leser*innen und Hörer*innen so einen guten Eindruck von dem Leben der Menschen in Wien zur damaligen Zeit erhalten. Matthias Brandt spricht die Geschichte so lebendig ein, dass die Hörer*innen auf jeden Fall dabei bleiben und sich ganz auf die leisen tiefgründigen Töne der Geschichte einlassen können. Ein sehr gelungenes Werk.
Bewertung
aus Baden-Baden
4/5
02.05.2023
Hörbuch (CD)
Der typische Seethaler- Sound
Robert Seethaler kehrt mit „ Das Café ohne Namen“ in seine Geburtsstadt Wien zurück. Hier hat er schon seinen erfolgreichen Roman „ Der Trafikant“ angesiedelt und hier steht das titelgebende Café.
Im Viertel um den Karmelitermarkt, „ eines der ärmsten und schmutzigsten in Wien“ entdeckt Robert Simon im Spätsommer 1966 ein heruntergekommenes Lokal, das zur Pacht angeboten wird . Er will es wagen und nach sieben Jahren Gelegenheitsarbeit auf dem Markt was Eigenes aufbauen. Vom Fach ist er nicht, aber zupacken kann er und vor Herausforderungen ist er noch nie zurückgeschreckt.
Leicht wurde ihm in seinen bisher einunddreißig Jahren nichts gemacht. Sein Vater kommt aus dem Krieg nicht mehr nach Hause und die Mutter stirbt drei Monate nach der Nachricht vom Heldentod an einer Blutvergiftung. Er kommt zu den Barmherzigen Schwestern in ein Haus für Kriegswaisen. Mit fünfzehn verlässt er die Schule, versehen mit den notwendigen Grundkenntnissen. Das und seine freundliche und entschlossene Wesensart müssen ausreichen für sein Vorhaben.
Nach Wochen voller Plackerei ist es soweit. Simon kann sein Café am Markt eröffnen. Die Karte ist nicht groß: zum Trinken gibt es Kaffee und Limonade, Soda und Bier, sowie Wein, rot und weiß; zum Essen Schmalzbrot mit oder ohne Zwiebel, Gurken und Salzstangen. Und die Gäste lassen nicht lange auf sich warten. Im Verlaufe der Zeit gibt es ein treues Stammpublikum, Marktbetreiber und Schichtarbeiter, Fabrikmädchen und kleine Angestellte. Bald braucht Simon Hilfe. Da passt es gut, dass die nunmehr arbeitslose Näherin Mila vor dem Café ohnmächtig vor Hunger umfällt. Mit ihr hat Simon eine tüchtige und zuverlässige Mitarbeiterin gefunden. Auch nach ihrer Hochzeit mit einem der Stammgäste steht ihm Mila weiter bei.
Es sind Jahre voller Arbeit, viele Stunden jeden Tag, sechs Tage die Woche, immer auch in Sorge um das wirtschaftliche Überleben. Doch Simon liebt seine Arbeit und seine Gäste. „ Simon musste lächeln, wenn er an all die verlorenen Seelen dachte, die sich jeden Tag in seinem Café zusammenfanden.“
Diese Stammgäste portraitiert Robert Seethaler grandios. Er braucht nur wenige Sätze und Szenen, um die Figuren lebendig und unverwechselbar zu machen. Da gibt es z.B. Simons langjährigen Freund, den Fleischermeister Johannes Berg, der sich fürsorglich um seinen alten Vater kümmert und kaum mehr weiß, wie er seine immer größer werdende Familie unterhalten soll. Oder die üppige Käsehändlerin Heide Bartholome, die eine verrückte Liebe mit dem treulosen Maler Mischa verbindet. Auch Milas Ehe mit dem Ringer Renee vom Heumarkt hat seine Höhen und Tiefen.
Dazwischen belauscht man immer wieder zwei ältere Frauen an ihrem Stammplatz im Café. Sie wissen den neuesten Klatsch und Tratsch und geben ihre im Laufe des Lebens gewonnenen Weisheiten zum Besten. „ Schmerzen sind bloß kleine Bosheiten des Lebens. Richtig schlimm wird es erst, wenn du sie nicht mehr spürst.“ und auf den Ratschlag, weniger auf das Äußere zu achten, kommt die Reaktion „ Bei den meisten gibt das Innere auch nicht viel her.“
Am stärksten aber berührt die Hauptfigur Robert Simon. Er ist genügsam, freut sich an kleinen Dingen. Glück bei den Frauen ist ihm allerdings nicht vergönnt. Die Liebe zu der jungen Jascha aus Jugoslawien ist kurz und unklar. Beständig bleibt dagegen die Beziehung zu seiner Zimmerwirtin, einer Kriegerwitwe. Sie unterstützt und ermutigt ihn und als sie alt und verwirrt ist, besucht Simon sie wöchentlich im Heim.
Simon ist ein Pragmatiker, der Rückschläge klaglos hinnimmt. Als ihm nach zehn Jahren der Pachtvertrag gekündigt wird, feiert er noch ein großes Fest mit seinen Stammgästen und schließt das Café.
Es sind alltägliche, meist wenig spektakuläre Schicksale, die Robert Seethaler in seinem Roman ausbreitet, Portraits von den sog. „ kleinen Leuten“. Die Weltgeschichte und das Zeitgeschehen werden nur im Hintergrund angedeutet. Da heißt es von einem ehemaligen Nazi, er habe „ sein Hakenkreuz mit der Rohrzange zum Jesuskreuz umgebogen“. Einem anderen erscheint der Einsturz der Reichsbrücke 1976 als Zeichen für den endgültigen Untergang des alten Österreichs. Der Aufbau des kriegszerstörten Wien wird nur an einzelnen Details angedeutet.
Denn dem Autor geht es weniger um ein Gesellschaftsportrait, sondern um eine Haltung dem Leben gegenüber. Scheitern und weitermachen, seinen Platz im Leben finden, anderen mit Liebe und Güte gegenübertreten.
So ist „ Das Café ohne Namen“ trotz seiner melancholischen Grundstimmung ein positives Buch. Dies zu vermitteln gelingt Robert Seethaler mit seinem ganz eigenen Sound: eine ruhige Erzählstimme und eine schnörkellose und unsentimentale Sprache.
Auch wenn sein neuester Roman nicht an mein absolutes Lieblingsbuch von Robert Seethaler „ Ein ganzes Leben“ heranreicht, so habe ich ihn doch sehr gerne gelesen.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
10.08.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Ein Cafe voller Geschichten
Betreten Sie ein kleines Cafe in Wien 1966. Lernen Sie den Wirt Robert Simon kennen, der sich nach dem Krieg mit Gelegenheitsarbeiten verdingte. Und lernen Sie seine Bekannten, Freunde und Gäste kennen. Es ist kein edles Cafe, solche gibt es in Wien an anderen Ecken... Sondern eines für die "kleinen Leute", Menschen, die es schwer haben im Leben und hier einen Zufluchtsort finden. Bauarbeiter nach der Schicht. Prostituierte. Ein Pfarrer, der alkoholisiert zu predigen beginnt. Schaukämpfer vom Wiener Heumarkt. Hier findet sich eine Gemeinschaft, es wird einem geholfen. Aber es gibt auch einige Geschichten mit harten Schicksalsschlägen. Unterschwellig merkt man auch, dass eine vom Krieg traumatisierte Gesellschaft zusammenkommt. Im "Cafe ohne Namen" verlieben sich die Menschen, verleben heitere Stunden, streiten sich, lästern über Gott und die Welt, betrinken sich an schlechten Tagen, spielen Skat und gehen sich mitunter an die Gurgel. Aber es herrscht dennoch eine Atmosphäre der Menschenfreundlichkeit vor. Und der Leser darf all diesen Geschichten lauschen als wäre er ein unsichtbarer Tischnachbar.
Ich liebe Robert Seethalers feine Beobachtungen. Und seine klare, einfache aber dennoch kunstvolle Sprache. Ein wundervolles Buch voller Geschichten!
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
01.01.2025
eBook (ePUB 3)
Schöner Wohlfühl-Roman für Zwischendurch
Wien in den 1960er Jahren. Die Hauptperson Robert Simon entschließt sich mit seinen Gelegenheitsjobs auf dem Markt aufzuhören und sein eigenes Café zu eröffnen. Er erlebt mit diesem Café gute und auch schwierige Zeiten. Man lernt seine Besucher kennen, die alle ihre persönlichen Geschichten mitbringen.
Mir waren die Charaktere in diesem Buch alle sehr sympathisch. So mancher findet sich bestimmt selbst in den Geschichten und Problemen der Besucher wieder.
Für mich ein schöner Wohlfühl-Roman, den ich bestimmt irgendwann noch einmal lesen werde. Ein gutes Buch für Menschen, die gerne ruhige Bücher mit etwas Tiefgang Lesen.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
28.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie ein Spaziergang im lauen Frühlingswind...
Wie ein Spaziergang im lauen Frühlingswind entlang der Donau. Gemächlich & ohne reißerische Wendungen. Absolut genial porträtiert Seethaler hier die kuriosesten Gäste & ermöglicht unaufdringlich Einblick in deren Leben. 60er Jahre Flair trifft auf zynische Tragik & Leichtigkeit.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
13.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Man trifft im Café ohne Namen...
Man trifft im Café ohne Namen im Wien der 60 er Jahre so viele unterschiedliche Menschen und Charaktere, die Robert Seethaler ganz wundervoll porträtiert. Es sind Gäste aus der Nachbarschaft, die einfachen Bürger Wiens. Es ist ein atmosphärisches Buch mit Tiefgang.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
14.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
So herrlich unaufgeregt
Ich mag Robert Seethaler. Es sind immer wieder schöne Geschichten, die er schreibt; unaufgeregt, und dennoch fesselnd. Ihm gelingt es in seinen Büchern, interessante Charaktere herauszuarbeiten, mit denen man sich wunderbar solidarisieren kann. Sei es mit dem Cafébesitzer aus Leidenschaft, dem alternden Ringer oder anderen Charakteren, die im Kosmos des Cafés leben.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.