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Produktbild: Von Norden rollt ein Donner

Von Norden rollt ein Donner Roman Shortlist Deutscher Buchpreis 2024

23

15,99 €

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

53522

Erscheinungsdatum

15.10.2024

Verlag

C.H.Beck Digital

Seitenzahl

287 (Printausgabe)

Dateigröße

833 KB

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783406822483

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Verkaufsrang

53522

Erscheinungsdatum

15.10.2024

Verlag

C.H.Beck Digital

Seitenzahl

287 (Printausgabe)

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3. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783406822483

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  • drawe

    aus Landau

    4/5

    25.10.2024

    eBook (ePUB)

    Lauernde Gefahren

    Mein Lese-Eindruck: Jannes, 19, ist Schäfer. Seine Familie betreibt seit Generationen einen Schäferhof in der Lüneburger Heide. Romantische Vorstellungen eines naturverbundenen und idyllischen Lebens lässt der Autor jedoch gar nicht erst aufkommen. Der Leser trifft auf ein eher düsteres Szenario. Der Hof liegt nämlich in der Hörweite eines Truppenübungsplatzes der Bundeswehr und in der Nähe des ehemaligen KZs Bergen-Belsen. Die düstere Anfangsstimmung wird verstärkt durch den Donner eines aufziehenden Gewitters. Auf dem Hof leben mehrere Generationen ein eher bescheidenes, vergnügungsarmes Leben, das von täglicher Sorge um die Tiere und harter Arbeit in der Natur gekennzeichnet ist. Die Familie hat finanzielle Probleme und lädt daher zu Hofführungen ein, auch das Fernsehen ist zu Gast, dennoch nehmen die finanziellen Probleme nicht ab. Eine neue Bedrohung taucht zunehmend stärker auf: der Wolf ist zurück. Mit der Romantisierung des Wolfes habe ich persönlich noch nie viel anfangen können, weil ich die Klagen der Viehbauern in meiner Heimat im Ohr habe. Auch Jannes‘ Familie befindet sich in dem Spagat zwischen den Naturschützern, die die Auswilderung der Wölfe unterstützen, und den Bauern, die Einbußen an ihrer Herde zu verkraften haben und diese Bedrohung ihrer Existenz ohne die Unterstützung der Politik meistern müssen. Sehr schön konterkariert der Autor die tägliche Arbeit der Familie mit den Vorstellungen der städtischen Besucher, die das Leben mit den Tieren in der Natur als Idylle wahrnehmen. Der Autor gönnt seinem Leser zwar sehr schöne Beschreibungen der kargen Südheide, aber von Anfang stellt er klar, dass die Idylle trügt. Mit jeder Heideromantik a la Hermann Löns und mit jeder Verklärung von Traditionen, von Heimat und Natur räumt der Autor gründlichst auf. Sehr gut gefallen hat mir auch, wie der Autor die Übernahme der aufgelassenen Höfe durch völkisch angehauchte Siedler beschreibt: eine Bewegung, die nicht nur in der Lüneburger Heide zu beobachten ist. Und beobachtet werden sollte. Mit dem Namen „Röder“ leistet sich Thielemann ebenfalls einen zwar versteckten, aber eindeutigen Verweis. Röder ist der nicht nur der Name eines rechtsextremen Zeitgenossen namens Manfred Röder, sondern der Name verweist auch auf den üblen Nazi-Richter gleichen Namens, der u. a. Dietrich Bonhoeffer in den Tod schickte, der aber in allen Ehren und mit einer schönen staatlichen Pension sein Leben beschließen durfte. Die Wahl des Namens ist sicherlich beabsichtigt. Ein kleiner, aber effektvoller Hinweis auf den gefährlichen braunen Sumpf, der nach wie vor unter einer friedlichen Oberfläche lauert. Schleichend kommt eine weitere Bedrohung auf Jannes zu, die wie die Wölfe auch zunächst unsichtbar ist, sich aber zunehmend konkretisiert. Jannes wird von unklaren Ängsten und schließlich auch Visionen gequält, und seine Ängste verbinden sich schließlich mit Ereignissen rund um das Frauen-KZ Bergen-Belsen, um die in der Familie eine Mauer des Schweigens errichtet worden war. Hier fragt man sich als Leser allerdings, ob die Aufdeckung dieser verdrängten Ereignisse nicht auch ohne Jannes‘ Visionen möglich gewesen wäre; das Ende des Romans wirkt dadurch recht überzogen. Trotz dieser Einschränkung besticht Thielemanns grundlegende Idee: unter einer zur Idylle erklärten Oberfläche bewegen sich dunkle und auch grausame Mächte, denen er Autor die Metapher des Wolfes zuordnet. Dieses Böse ist nicht greifbar und wird nie konkret gesichtet, aber es ist präsent und kann jederzeit hervorbrechen. Fazit: Ein lesenswerter, bildstarker Roman über die Zusammenhänge der individuellen Geschichte mit der Zeitgeschichte, um Verdrängung und um das, was Heimat eigentlich ist.

  • meerblick

    4/5

    04.10.2024

    eBook (ePUB)

    Trügerische Idylle

    Trügerisch gibt sie sich die niedersächsische Heidelandschaft, über die Jannes, der neunzehnjährige Schäfer aus dessen Perspektive erzählt wird, tagein tagaus die Schafherde führt. Das vermeintliche Idyll im Naturschutzgebiet zeigt sich in einem eher kargen Braun, in dem der Wolf sein Unwesen treibt und Schaden im Tierbestand anrichtet. Die Politik sieht hier keinen Konflikt und hält sich raus aus den lebhaften, düsteren Diskussionen der Ortsansässigen. Seit Generationen ist Jannes' Familie verbunden mit dieser Gegend, in dem sie traditionsreich das Geschäft der Schäferei betreiben und zusammen ihren Hof bewirtschaften. Meinungsverschiedenheiten werden offen ausgetragen, belasten den Alltag, der durch harte Arbeit und Einsamkeit bestimmt ist. Marcus Thielemann wählt in seinem Roman 'Von Norden rollt ein Donner' eine sehr einfache, reduzierte Sprache bei den Unterhaltungen der Dorfbewohner, die stark vom ansässigen Dialekt gefärbt ist und damit eine Beschränkung auf das Wesentliche zum Ausdruck bringt. Uraltes Wissen, wird nicht breitgetragen und steckt doch tief im Bewusstsein, macht sich breit im täglichen Handeln. Hier lässt der Autor Freiraum für eigene Gedanken durch gesetzte Metapher, die unmittelbaren aktuellen Bezug erlauben. Das Buch steht auf der Short-List des Deutschen Buchpreises 2024.

  • Bewertung

    aus Berlin

    5/5

    14.06.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

    In der Lüneburger Heide geht der Wolf um. Seit Jahrzehnten galt er als ausgestorben, nun versetzt er die Schäfer wieder in Angst und Schrecken. So auch Jannes und seine Familie. In dritter Generation arbeiten sie als Schäfer und in gleicher Konstellation leben sie auch auf ihrem Hof mitten in der Heide. Was für andere romantisierten Urlaub verspricht, ist für sie harte Realität. Doch die Familie kämpft nicht nur mit äußeren Einflüssen auch in ihrem Inneren schwelt ein Brand. Oma Erika ist verrückt geworden. Und so wie sich ihr Geisteszustand in der Zeit verrückt hat, so hat sie auch ihre Familie örtlich verrückt, nämlich in ein Heim. Jannes Vater wird immer vergesslicher, aber darüber schweigt man lieber. Auch Jannes beginnt in der Heide nicht nur seine Schafe und die Landschaft zu sehen, sondern auch Unaussprechliches. Für dieses Buch brauchte ich etwas Anlauf. Erst nach einigen Seiten konnte ich in diese Geschichte abtauchen und dann war es wie Magie. Ein Wandel zwischen Realität und Fiktion. Auf der Spur von Sagen, Brauchtum und Geschichte und doch im Hier und Jetzt. Der Wolf als Symbol des Bösen, dass weniger in der Natur als unter den Menschen lauert. Großartig erzählt, düster und doch mitten unter uns. Etwas Unterschwelliges, dass mitschwingt, ohne greifbar zu sein, dass ist wirklich hohe Erzählkunst. Von mir gibt’s dafür eine klare Leseempfehlung!

  • Lesehonig

    aus Berlin

    5/5

    14.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wer hat Angst vorm bösen…

    Wer hat Angst vorm bösen Wolf? In der Lüneburger Heide geht der Wolf um. Seit Jahrzehnten galt er als ausgestorben, nun versetzt er die Schäfer wieder in Angst und Schrecken. So auch Jannes und seine Familie. In dritter Generation arbeiten sie als Schäfer und in gleicher Konstellation leben sie auch auf ihrem Hof mitten in der Heide. Was für andere romantisierten Urlaub verspricht, ist für sie harte Realität. Doch die Familie kämpft nicht nur mit äußeren Einflüssen auch in ihrem Inneren schwelt ein Brand. Oma Erika ist verrückt geworden. Und so wie sich ihr Geisteszustand in der Zeit verrückt hat, so hat sie auch ihre Familie örtlich verrückt, nämlich in ein Heim. Jannes Vater wird immer vergesslicher, aber darüber schweigt man lieber. Auch Jannes beginnt in der Heide nicht nur seine Schafe und die Landschaft zu sehen, sondern auch Unaussprechliches. Für dieses Buch brauchte ich etwas Anlauf. Erst nach einigen Seiten konnte ich in diese Geschichte abtauchen und dann war es wie Magie. Ein Wandel zwischen Realität und Fiktion. Auf der Spur von Sagen, Brauchtum und Geschichte und doch im Hier und Jetzt. Der Wolf als Symbol des Bösen, dass weniger in der Natur als unter den Menschen lauert. Großartig erzählt, düster und doch mitten unter uns. Etwas Unterschwelliges, dass mitschwingt, ohne greifbar zu sein, dass ist wirklich hohe Erzählkunst. Von mir gibt’s dafür eine klare Leseempfehlung!

  • Josephine

    aus Hamburg

    5/5

    07.02.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Mein persönlicher Buchpreis-Gewinner!

    Ein unglaublich starkes Buch und definitiv ein Jahreshighlight für mich! Ich habe es jedem Kunden in der Buchhandlung empfohlen, der davor stand und noch überlegt hat. Markus Thielemann hat mit den kleinsten Nuancen so eine große Spannung aufgebaut, dass ich es kaum weglegen konnte. Obwohl auch mit mystischen Elementen gearbeitet wird, verliert es nie den Bezug zur Realität. Die Angst vor dem Wolf, die NS-Vergangenheit des Heimatortes, die eigene Familiengeschichte, der an Demenz erkrankte Vater, die schleichende Gefahr neuer rechter Ideologien im ländlichen Niedersachsen - alles reale Themen, die uns schon beschäftigen oder uns mehr beschäftigen sollten; Thielemann schafft es, sie alle miteinander zu verknüpfen.

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Bewertungen (23)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Peter Zielke

    Peter Zielke

    Thalia Leipzig – Grimmaische Straße

    Buchhändler*in

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    5/5

    07.05.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Zwischen Schafen, Bauern und dem Erstarken rechter Kräfte...

    Im Norden braut sich etwas zusammen, ein Gewitter vielleicht. Wolkenverhangen und von Stürmen gezeichnet wird schnell klar: es wird dunkel in dieser Region Deutschlands. Denn Heimt, das wird ebenfalls schnell deutlich, ist oft mehr als ein romantisierter Sehnsuchtsort. Mit litarischer Kraft und Schwere erzählt Markus Thielemann eine Geschichte zwischen Schafen, Bauern und dem Erstarken rechter Kräfte. 2024 stand das Buch absolut zurecht auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis - und hätte den Sieg ebenfalls mehr als verdient.
  • Zum Bewerterprofil von Jonas Schindhelm

    Jonas Schindhelm

    Thalia Leipzig – Allee-Center

    Buchhändler*in

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    5/5

    29.04.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wenn Sehnsuchtslandschaften zu Brutstätten für Ideologie werden

    Wolfsrisse in der Lüneburger Heide, ein Dorf in Aufruhr, völkische Siedler, die das Thema kapern. Aber Thielemann nutzt diesen Konflikt nicht als Anlass für Agitprop — er nutzt ihn als Türöffner. Der 19-jährige Jannes, der täglich seine Schafe über die Heide treibt wie sein Vater und Großvater, wird zur Figur, die zwischen zwei Welten zerrieben wird: der Welt seiner Familie (Tradition, Pragmatismus, Schweigen) und der Welt der Ideologen, die sein Dorf zu vereinnahmen versuchen. Keine Sätze, die mehr sagen als nötig, aber jeder Satz trägt. Ein Roman für Leser:innen, die sich mit der Gegenwart auseinandersetzen wollen — nicht durch Lautstärke, sondern durch Präzision. Thielemann zeigt, wie Ideologie nicht von außen kommt, sondern aus dem Schweigen wächst. Das ist unbequem, intelligent und literarisch hochwertig.
  • Zum Bewerterprofil von Annika Bade

    Annika Bade

    Thalia Münster – Münster-Arkaden

    Buchhändler*in

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    5/5

    16.09.2025

    Buch (Taschenbuch)

    Gegen Heimatkitsch und geschürte Ängste

    Wenn die Weite der Lüneburger Heide plötzlich einengt und Wünsche an das Leben abgeschnürt werden; wenn ein Unwetter nicht wohlbehütet im Haus, sondern draußen auf dem Feld ertragen werden muss; wenn ein Wolf umgeht und nicht nur die Schafherde panisch agiert: Dann lesen wir den ungemein stimmungsvollen Roman von Markus Thienemann. der junge Protagonist mäandert irgendwo zwischen Traditionsbewusstsein, Aufbruchslust und Generationenkonflikt. Aber es ist mehr als ein Coming-of Age-Roman, es zerstört die Idylle des Landlebens und zeigt, welche Kräfte den Begriff Heimatschutz für ihre Zwecke definieren und nutzen. Aktuell und gesellschaftskritisch!
  • Zum Bewerterprofil von P. Kellner

    P. Kellner

    Thalia Göttingen – Kauf Park

    Buchhändler*in

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    5/5

    11.08.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Einfach nur begeistert!

    Ich erwartete nicht viel von dem Buch, als ich mir vornahm, es zu lesen. Eigentlich wollte ich mich nur in einem neuen Genre ausprobieren und die Kurzbeschreibung klang ganz interessant. Dazu gefiel mir auch das Cover sehr.  Mit diesem Buch habe ich einen absoluten Glücksgriff gemacht. Obwohl der Hauptcharakter ein Junge ist, konnte ich mich gut in seine Lage versetzen und seinen Gefühlszustand nachvollziehen.  Die Geschichte ist von Anfang an packend und baut eine super spannende Atmosphäre auf, in der man beim Lesen förmlich versinkt. Die unerwartet gruseligen Momente und die dunklen Geheimnisse machten es zu einem meiner sofortigen Lieblingsbücher.  Obwohl ich normalerweise keine offenen Enden mag, kann ich an diesem nichts aussetzen. Dieses Buch verdient seine Platzierung auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2024 zu einhundert Prozent und zeigte mir, dass es sich durchaus lohnt, etwas Neues auszuprobieren.
  • Zum Bewerterprofil von Carla Lindner

    Carla Lindner

    Thalia Hamburg – Europapassage

    Buchhändler*in

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    5/5

    10.06.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Wolf ist zurück

    'Von Norden rollt ein Donner" ist der beste deutsche Roman den ich seit langem gelesen habe. Thielemann schafft mit seinen Worten eine einzigartig echte Atmosphäre, so bedrückend und trist, dass es mir teilweise schwer fiel weiter zu lesen (was keinesfalls Kritik ist). Der Roman behandelt so viel wichtiges auf so vielen Ebenen, und schafft es trotzdem, die Themen nicht nur anzuschneiden und dann liegen zu lassen. Für mich war 'Von Norden rollt ein Donner' ein willkommener Tapetenwechsel in der deutschen Literaturszene, und wäre dem deutsche Buchpreis sicherlich gerecht geworden. Unbedingt lesenswert!

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