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Produktbild: Wer möchte nicht im Leben bleiben
Artikelbild von Wer möchte nicht im Leben bleiben
Helene Bukowski

1. Wer möchte nicht im Leben bleiben

Wer möchte nicht im Leben bleiben

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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Sarah Dorsel

Spieldauer

7 Stunden und 32 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

30.04.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

8

Verlag

Hörbuch Hamburg

Sprache

Deutsch

EAN

9783844948097

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Sarah Dorsel

Spieldauer

7 Stunden und 32 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

30.04.2026

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

8

Verlag

Hörbuch Hamburg

Sprache

Deutsch

EAN

9783844948097

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  • Bewertung

    5/5

    19.09.2026

    Hörbuch-Download (MP3)

    Emotional ohne viel Tamtam!

    . Ein Roman, der dich mitnimmt auf eine Reise durch die DDR, nach Russland und zugleich tief hinein in das Leben einer Frau, die der Musik alles gegeben hat, was sie hatte. Eine Geschichte voller Sehnsucht, Schmerz und großer Emotionen, die dich berührt, lange nachhallt und sich auch nach der letzten Seite nicht einfach abschütteln lässt. Ein Roman, der den Blick dafür schärft, wie einsam ein Leben sein kann, selbst wenn man niemals wirklich allein ist. Aufwühlend und klar… „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ hat es verdient von jedem gelesen zu werden. 5/5 ⭐️ . Aber worum geht es eigentlich genau… 1985 nimmt sich eine junge Pianistin in Neubrandenburg das Leben. Jahrzehnte später begibt sich Helene Bukowski auf die Spuren von Christina und rekonstruiert behutsam ihr viel zu kurzes Leben. Sie erzählt von einem Vater, der seine eigenen Träume in der Tochter verwirklichen will, von einer musikliebenden Mutter und einem Leben zwischen kalten Übungsräumen in Berlin und dem Konservatorium in Moskau. Zwischen Leistungsdruck, Einsamkeit und unerfüllten Träumen zeichnet sich dabei auch das Bild einer Krankheit ab, für die es erst Jahrzehnte später eine Diagnose geben wird. . In „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ folgen wir Helene, die sich auf die Spuren von Christina begibt und versucht, das viel zu kurze Leben einer realen, hochbegabten Pianistin zu rekonstruieren. Einer Frau, die der Musik alles gab und dabei sich selbst immer mehr verlor. . Besonders außergewöhnlich empfand ich die Art des Erzählens. Helene erzählt, als würde sie Christina gegenübersitzen und ihr selbst ihre eigene Lebensgeschichte zurückgeben. Immer wieder spricht sie sie direkt an. Christina, die selbst nie zu Wort kommt, wird so dennoch zu einer ständigen, beinahe greifbaren Präsenz. Es entsteht eine bemerkenswerte Intimität, fast so, als säße man gemeinsam mit den beiden bei einer Tasse Kaffee am Tisch und würde einer leisen, persönlichen Unterhaltung lauschen. Dazu passt auch die angenehme Stimme von Drosel, die dem Hörbuch eine zusätzliche Wärme verleiht. . Die Geschichte kommt ohne große Dramaturgie, ohne Tamtam und ohne künstliche Effekte aus und gerade deshalb geht sie so unmittelbar ans Herz. Bukowski findet hier genau den richtigen Ton. Manchmal liegt im Schlichten eben das Größte. . Obwohl Christina selbst nicht erzählt, konnte ich mich erstaunlich gut in sie hineinversetzen. Besonders beeindruckt hat mich, wie geschickt Helene ihre eigene Geschichte mit der von Christina verwebt und dabei Verbindungen sichtbar macht, die zunächst kaum greifbar scheinen. . Dieses Buch – beziehungsweise Hörbuch – hat mich deutlich stärker berührt, als ich erwartet hatte. Christinas Leben ist geprägt von einem unerbittlichen Leistungsdruck und dem unerfüllten Ehrgeiz ihres Vaters. Ein Leben in einem System, das keine Pausen und kein Versagen duldet. Was zunächst wie Disziplin und Ehrgeiz erscheint, wird immer mehr zu einem Gefängnis, das Christina vereinsamen lässt und in eine leise, schleichende Depression führt. Kälte, Einsamkeit und zerbrochene Träume ziehen sich durch diese Geschichte. Und obwohl man von Anfang an weiß, wie Christinas Geschichte enden wird, verliert sie nichts von ihrer Spannung. Im Gegenteil… man bleibt an den Seiten hängen oder beim Hörbuch, an den Kopfhörern und möchte verstehen, wie es überhaupt so weit kommen konnte. . Beeindruckend, tiefsinnig und leise eindringlich. Ich kann dir „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ wirklich sehr ans Herz legen!

  • Bücherhummelchen

    4/5

    03.09.2026

    Hörbuch-Download (MP3)

    Zwischen Klavier, Druck und großer Einsamkeit

    Das Hörbuch „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ von Helene Bukowski ist ein ungewöhnlicher literarischer Roman, der sich mit dem kurzen Leben der jungen Pianistin Christina beschäftigt. Als Hörbuch wird die Geschichte von Sarah Dorsel gelesen. Christina wächst in der DDR auf und wird schon früh zur Pianistin ausgebildet. Zwischen musikalischem Talent, den hohen Erwartungen ihres Vaters, dem strengen Ausbildungssystem und ihrer zunehmenden Einsamkeit führt ihr Weg bis nach Moskau. 1985 nimmt sie sich mit gerade einmal 24 Jahren das Leben. ... Warum es zum Selbstmord kam, beantwortet Helene Bukowski nicht eindeutig. Stattdessen nähert sie sich Christina vorsichtig an und lässt Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Besonders gefallen hat mir die ungewöhnliche Erzählweise. Die Autorin spricht Christina direkt mit „du“ an und versucht, aus Dokumenten, Erinnerungen und Leerstellen ein Leben nachzuzeichnen. Dabei vergleicht sie Christinas Erlebnisse auch oft mit ihren Eigenen. Auch der Schreibstil war für mich etwas ganz Neues. Bukowski schreibt sehr bildhaft, ruhig und teilweise poetisch. Allerdings gab es für mich auch einige Längen, durch die die Geschichte zwischendurch etwas an Spannung verlor. Zudem hat mich das Gendern im Hörbuch kolossal gestört. Das hörbare Stocken bei den gegenderten Formulierungen hat meinen Hörfluss immer wieder unterbrochen. Sarah Dorsel liest ruhig und einfühlsam und passt damit grundsätzlich sehr gut zur melancholischen Stimmung des Romans. Stellenweise hätte ich mir allerdings etwas mehr Abwechslung in der Betonung gewünscht. Insgesamt ist „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ ein nachdenkliches und sprachlich besonderes Hörbuch, das noch eine Weile nachwirkt. Besonders geeignet ist es für alle, die ruhige, anspruchsvolle Literatur und ungewöhnliche Erzählperspektiven mögen.

  • Bewertung

    Orell Füssli Book Circle Community

    5/5

    02.10.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    4,5 Herzen für diese traurigschöne Geschichte

    Von Anfang an hat mich der besondere Schreibstil gepackt. Die Autorin schreibt sich in das Leben der Protagonistin, spricht sie an, spricht mit ihr. Wir gehen mit durch die Kindheit und die Adoleszenz von Christina, leiden mit ihr und fühlen, was sie fühlt. Die Beschreibungen ihrer Gedanken und Gefühle während dem Klavier spielen sind malerisch und wunderschön. Ab und an hatte das Buch ein paar Längen, doch insgesamt bin ich sehr gerne eingetaucht in dieses schöne Buch.

  • hamburg.lesequeen

    aus Bargfeld-Stegen

    5/5

    10.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sehr tiefgründig

    WER MÖCHTE NICHT IM LEBEN BLEIBEN Helene Bukowski ET: 26.02.26 Helene Bukowski erhält eine Kiste aus dem Nachlass einer jungen Pianistin, die sich mit gerade einmal 23 Jahren das Leben nahm. Aus Fotos, Notizbüchern und Briefen rekonstruiert sie das Leben der talentierten Christina, die 1961 in Leipzig geboren wurde. Schon als Kleinkind erweist sich Christina als musikalisches Wunderkind. Mit vier Jahren erhält sie täglich Unterricht von ihrem Vater, der selbst Opernsänger ist und für seine Tochter eine Karriere als Pianistin plant. Während andere Kinder im Hof spielen, muss Christina am Klavier üben. Sie ist folgsam und übt in jeder freien Minute. Nur selten überkommt sie die Wehmut, nicht dazuzugehören und keine Freunde zu haben. Der Vater organisiert Hauskonzerte und lässt sie bei Musikwettbewerben vorspielen. Mit elf Jahren kommt Christina an die „Spezi“, eine Spezialschule für hochbegabte Kinder in Berlin. Die Räume sind kalt, es gibt nicht genug zu essen, doch zum ersten Mal findet Christina so etwas wie Freundinnen. Aber sie lässt sich nicht ablenken. Sie übt unermüdlich, gewinnt Wettbewerbe und wird genau das, was das System der DDR aus ihr machen möchte. Zuneigung, Empathie oder echtes Interesse an ihr als Mensch gibt es kaum. Es zählen Leistung, Erfolg und die richtige Vermarktung. Später wechselt sie an das Konservatorium nach Moskau. Doch ich möchte euch gar nicht zu viel verraten. Lest dieses Buch, das zu Recht für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert wurde, am besten selbst. Was mich an diesem Buch besonders berührt hat, ist die unglaublich einfühlsame Art, mit der Helene Bukowski Christinas Leben erzählt. Immer wieder begegnen wir auch Helene selbst, die versucht, Christina eine Freundin zu sein, ihr in bestimmten Situationen zu helfen oder ihr die Hand zu reichen. Diese ungewöhnliche Verbindung zwischen Autorin und Protagonistin hat das Buch für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht. Dabei gelingt es Helene Bukowski, nicht nur Christinas persönliches Schicksal greifbar zu machen, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte zu erzählen. Die Härte, mit der junge Talente gefördert und gleichzeitig geformt wurden, die Kälte des Systems und die Trostlosigkeit des grauen DDR-Alltags werden auf eine sehr eindringliche Weise spürbar. Je mehr ich über Christina erfahren habe, desto mehr hat mich ihre Geschichte beschäftigt. Ein junges Mädchen, das früh zu etwas Besonderem gemacht wird und dabei immer weniger als Mensch gesehen wird. Eine Geschichte über Talent, Ehrgeiz, Erwartungen, Einsamkeit und die Frage, was passiert, wenn das eigene Leben irgendwann nur noch aus Leistung besteht. Ein tiefgründiges, intensives und sehr berührendes Buch, das bei mir noch lange nachwirken wird. Chancen auf den Buchpreis? Unbedingt – dachte ich zumindest.

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    08.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Förderung und Überforderung liegen nahe beeinander

    Fremdbestimmung. Einsamkeit. Spurensuche. Ein sehr interessantes Buch, das mir richtig gut gefallen hat. Mit „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ ist der Autorin Helene Bukowski ein faszinierender Roman gelungen, der durch die brillante Hörbuchsprecherin Sarah Dorsel noch einmal ganz besonders zur Geltung kommt. Zu Beginn musste ich mich erst einmal ein wenig in der Geschichte zurechtfinden. Die Erzählweise ist außergewöhnlich und ich wusste anfangs nicht so recht, aus welcher Perspektive hier eigentlich erzählt wird. Doch genau das hat für mich auch einen gewissen Reiz ausgemacht. Im Mittelpunkt steht eine junge, außergewöhnlich talentierte Pianistin. Leider sind mit diesem Talent auch sehr viel Druck und Fremdbestimmung verbunden. Der große Ehrgeiz ihres Vaters spielt dabei eine enorme Rolle. Auf der einen Seite stehen der Drill und das Talent und auf der anderen die damit einhergehende Einsamkeit, die mich beim Hören immer wieder sehr berührt hat. Die Geschichte zeigt sehr eindrücklich, wie schmal der Grat zwischen Förderung und Überforderung sein kann. Die Geschichte beruht auf intensiven Recherchen und das fand ich ehrlich gesagt spannend. Helene Bukowski hat sich auf die Spuren dieser jungen Frau begeben und versucht, ihr Leben anhand verschiedener Dokumente und Erinnerungen zu rekonstruieren. Für mich bekommt die Geschichte dadurch noch einmal einen ganz besonderen Touch. Christinas Vater hat mich beim Hören immer wieder beschäftigt. Im Grunde möchte er nur das Beste für seine Tochter. Er sieht ihr außergewöhnliches Talent und möchte dieses natürlich unbedingt fördern. Irgendwann verschwimmen jedoch die Grenzen zwischen Fördern und Fordern. Es ist nicht nur das Elternhaus, sondern auch ihre Ausbildung und das damalige System der DDR. Alles ist geprägt von Leistung und einem hohen Erwartungsdruck. Immer funktionieren, immer abliefern müssen, immer zu den Besten gehören. Wie viel kann ein junger Mensch wirklich aushalten? Und welchen Preis zahlt man für diesen Erfolg? Ich habe mich beim Hören immer wieder gefragt: Wo bleibt bei all dem eigentlich das Leben? Ein ganz großes Kompliment möchte ich Sarah Dorsel machen, die das bei Hörbuch Hamburg erschienene Hörbuch sehr einfühlsam, ruhig, aber auch unglaublich eindringlich eingesprochen hat. „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ ist für mich ein emotionales und bewegendes Hörbuch, das mich noch lange beschäftigt hat. Ein großes Talent zu fördern und dabei die richtige Balance zwischen Leistung und Leben zu finden, stelle ich mir unglaublich schwierig vor. Den Erzählstil von Helene Bukowski fand ich sehr gelungen und kann das Hör-Buch aus diesem Grund wirklich sehr weiterempfehlen. ⚠️ Triggerwarnung: Suizid, psychische Belastung Vielen Dank an Hörbuch Hamburg und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst.

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Bewertungen (9)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Jonas Schindhelm

    Jonas Schindhelm

    Thalia Leipzig – Allee-Center

    Buchhändler*in

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    5/5

    12.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Literarisch stark

    Bukowski schafft etwas, das ich sonst nur von Illies kenne. Sie schreibt einen wundervollen Roman über das Leben einer 24-jährigen Pianistin. Dabei verwebt Sie biografische Element so spielerisch, dass es zu keinem Zeitpunkt aus der Handlung wirft. Sowohl erzählerisch, als auch thematisch ganz großes Kino. Ein wenig Schade, dass der Roman nicht für die Shortlist nominiert wurde. In meinen Augen hatte er das Zeug dazu!
  • Zum Bewerterprofil von Milehi Kiatkoh

    Milehi Kiatkoh

    Thalia Nürnberg

    Buchhändler*in

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    5/5

    02.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die Stille nach der Musik

    Helene Bukowski komponiert in diesem Roman ein Leben aus Fragmenten und Sehnsucht: Sie folgt Christina, einer jungen Pianistin aus der DDR, durch Kindheit, Moskauer Konservatorium und zurück in die Einsamkeit von Neubrandenburg, wo die 24-Jährige 1985 starb. Die Autorin spricht in einer Du-Erzählung zur Toten, behutsam und ohne Beschönigung, und füllt die Leerstellen zwischen Fakten und Vermutung mit einer Sprache, die selbst musikalisch wirkt. Sie zeigt Christina in ihrer ganzen Zerrissenheit: das Klavier als Kanal für Wut und Genie, die Eltern in ihren widersprüchlichen Lieben, die Kälte des Leistungsdrucks und die Momente großen Glücks, die umso schmerzhafter werden. Dieses Buch ist ein Akt der Zärtlichkeit gegenüber einem verlorenen Leben, eine Rekonstruktion, die mehr über Trauer und Mitgefühl aussagt als über bloße Biografie. Wer sich auf diese poetische, emotional dichte Prosa einlässt, wird von einer der besten literarischen Arbeiten dieses Jahres berührt.
  • Zum Bewerterprofil von Ingbert Edenhofer

    Ingbert Edenhofer

    Thalia Mayersche Bottrop

    Buchhändler*in

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    5/5

    29.08.2026

    eBook (ePUB)

    So!

    Es gibt so oft Bücher, die Preise gewinnen oder nominiert sind oder anderweitig hochgelobt sind, ohne dass sich mir die allgemeine Begeisterung erschließt - und dann gibt es "Wer möchte nicht im Leben bleiben" von Helene Bukowski. Ich bin relativ zuversichtlich, dass das der beste Roman ist, den ich dieses Jahr bisher gelesen habe - und wenn nichts Besseres mehr kommt in 2026, dann zeigt das nur, wie wunderbar dieses Buch ist. Es ist sehr modern - einmal durch eine Beschreibung von Depression, die gleichzeitig schonungslos und behutsam ist, andererseits aber auch durch den beeindruckenden Erzählansatz: Helene Bukowskis Erzähl-Ich erzählt vom Leben einer ostdeutschen Pianistin, die mir 24 Selbstmord begeht. Diese Biografie schreibt sie als Du-Erzählung an die Tote, und sie spricht immer wieder die Leerstellen an, die sie kreativ füllt. Das ist etwas, das in den meisten Biografien und allen biografischen Romanen passieren wird, aber es dermaßen in die Erzählung zu integrieren, habe ich noch nicht gelesen. Wenn irgendein anderer Roman auf der diesjährigen Longlist für den Deutschen Buchpreis da mithalten kann, haben wir ein wirklich hochwertiges literarisches Jahr!
  • Zum Bewerterprofil von Jules Iff

    Jules Iff

    OSIANDER Bamberg

    Buchhändler*in

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    5/5

    25.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Mein persönlicher Gewinner des deutschen Buchpreises 2026

    Helene Bukowski erzählt unheimlich feinfühlig von Christina; einer jungen Frau, deren Leben in einer späteren Zeit so anders hätte verlaufen können. Wir folgen unserer Protagonistin von Kindesbeinen an über das Musikstudium in Moskau bis hin zu jenem Tag, an dem sie sich in ihrer Kindheitswohnung in Neubrandenburg tragischerweise das Leben nimmt. Gespickt mit Anekdoten aus der Jugend in der DDR sowie dem Alltag im sowietischen Russland ließ mich dieser Roman Nostalgie für eine Zeit empfinden, die ich selbst nie miterlebt habe. Meisterhaft verknüpft Bukowski dabei biographische Fakten mit spekulativen Details, die sich so oder so ähnlich hätten zutragen können. Dabei stets im Hintergrund: Die Erzählerin, der man über den Verlauf des Buches immer mehr anmerkt, wie gerne sie Christina in ihren dunkelsten Momenten einfach mal in den Arm genommen hätte. Und was soll ich sagen - mir ging es dabei ganz genauso.
  • Zum Bewerterprofil von Simone Büchner

    Simone Büchner

    Thalia Coburg

    Buchhändler*in

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    5/5

    29.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Zerbrechlich

    Eine große musikalische Begabung ermöglicht Christina zu DDR-Zeiten an einem Konservatorium in Moskau zu studieren. Neben ihrer Liebe zum Klavierspiel fühlt sie auch eine unbändige Wut, im Spiel kann sie das Gefühl kanalisieren. Die Autorin rekonstruiert das kurze Leben der Künstlerin aus ihrem Nachlass. Ein Roman, der berührt, klare Sprache findet für die Zerrissenheit und das Sein von Christina als lesenswertes Buch in unsere Zeit holt. Der gewählte auktoriale Stil macht Christina menschlich und nahbar.

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Bewertungen (8)

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