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Produktbild: Das Wasser im August

Das Wasser im August Roman | Longlist Deutscher Buchpreis 2026

7

19,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

1243

Erscheinungsdatum

26.08.2026

Verlag

Fischer E-Books

Seitenzahl

320 (Printausgabe)

Dateigröße

7976 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783104916286

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

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  • hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund
  • entspricht der Vorgabe Epub Barrierefreiheit 1.1
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  • Navigation über vorher / nachher Elemente
  • ARIA-Rollen vorhanden
  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.1
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level AA

Verkaufsrang

1243

Erscheinungsdatum

26.08.2026

Verlag

Fischer E-Books

Seitenzahl

320 (Printausgabe)

Dateigröße

7976 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783104916286

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  • Bewertung

    aus Quickborn

    4/5

    08.09.2026

    eBook (ePUB 3)

    Beim Vorlesen verheddert sich alles, Vergangenheit, Gegenwart, Liebe

    Ingo Schulze hat es mit seinem Roman auf die Longlist des Deutsche Buchpreises 2026 geschafft, wie, das weiß ich nicht genau. Ich hätte dieses Buch – sogar nach mehrmaligem Lesen einiger schöner Passagen – nicht als preiswürdig eingestuft. Worum geht es? Ein Schriftsteller – fantasiebegabtes Alter Ego des Autors – wird zu einem ehemaligen Klassenkameraden, Manfred genannt, der in der Erinnerung eher ein Verräter als ein Freund war, zum runden Geburtstag eingeladen, mit der Bitte, etwas aus einem noch nicht veröffentlichten Text zu lesen. Wird gut bezahlt, ohne Mehrwertsteuer, an der Steuer vorbei. Ob der Autor das so wollte, bleibt dahingestellt. Er macht sich jedenfalls nach einem kleine Ehestreit mit dem eheeigenen Altpolo auf den Weg nach Meckpomm. Leider streikt das Auto und er wird etwas hektisch, bis ihm ein Dr. Schulenberg, der fortan auch in meinem Kopf nur Schuldenberg heißt, eine Mitfahrgelegenheit anbietet. Man macht sich auf den Weg, zwischenstoppt in Nebel, in einem kleinen Dorf, das eine große Kathedrale hat, lädt noch eine interessierte/interessante Frau, Patricia, mit ein und fährt zum Ort des (Miss)-Vergnügens. Nachdem sich der Autor, angereist im Campingoutfit, in einen respektablen Anzugträger verwandelt hat, geht die Vorlesearie los. Bis dahin fand ich das Buch gut geschrieben und unterhaltsam zu lesen. Es folgt das erste Kapitel eines neuen Werks, das der Autor genremäßig als Novelle einordnet, und mit der guten Unterhaltung war es bei mir nicht mehr so weit her. In der besagten Novelle „Das Wasser im August“, die auch dem gesamten Roman den Titel gibt, die in den späten 1970ern spielt, wird die Hauptperson Thomas (wieder eine Alter Ego des Romanautors), ein DDR-Teenager mit literarischen Ambitionen, seinen Freunden dann aus seiner allerersten Novelle vorlesen. Ja, und dann muss man die ganzen Ideen und Erlebnisse, die dieser Thomas hat, an der Seite des mäßig begeisterten Publikums anhören bzw. selbst lesen. Man lernt Emmy kennen, Paul, Sonja, Siegmund. Thomas erzählt und erlebt im steten Hin- und Her. Und er versucht, das Betrachten, Bobachten und das darüber Schreiben zu erlernen. Unterbrochen von gelegentlichem Klatschen und feinem Abendessen geht es immer weiter. Ob sich auch die Zuhörer die Frage stellten, wann ist er fertig? Die Nacht bringt wenig Ruhe, am nächsten Morgen geht es weiter. Dann kommt im letzten Kapitel der erlösende Satz des Autors »Das war’s«, sagte ich. »Weiter bin ich noch nicht.« Mir war die Geschichte in der Geschichte zu gedrechselt und ich freute mich darauf, dass es endlich zur Jetztzeit etwas zu trinken geben würde. Das lenkte vom Trübsinn etwas ab und ich konnte mich an einem sehr eleganten, fast übernatürlichen Schluss erfreuen. Wieder einmal musste ich feststellen, dass mich Coming-of-Age-Stories nicht interessieren, auch nicht, wenn sie in die alte DDR zurückversetzt werden. Auch nicht, wenn sie vieldeutig oder mit Stasiideen beladen sind. Es kann ja sein, dass andere Leser vollkommen begeistert sind, ich will auch niemanden das Buch schlechtreden. Ich habe mir aber eben große Hoffnungen gemacht, die nur am Anfang und am Ende erfüllt wurden. Auf die Shortlist kam das Buch im richtigen Leben am Ende nicht. Fazit: Ingo Schulze kann wunderbar fabulieren und ineinander verschachtelte Geschichten erzählen, die mich an komplizierte Escher-Grafiken erinnern. Und er kann vergangene Liebe wieder lebendig machen. Schon das allein verdient ein paar Sterne. Diese Rezension gibt meine eigene Meinung wieder und wurde nicht mit Hilfe von KI erstellt.

  • Literaturhexle

    aus Baden-Württemberg

    5/5

    13.10.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Verschachtelte Zeitreise

    Der neue Roman von Ingo Schulze spielt sich auf zwei Ebenen ab. In der Gegenwart wird der namenlose Autor und Ich-Erzähler zu einer Lesung nach Mecklenburg anlässlich des Geburtstages seines ehemaligen Schulfreundes Manfred eingeladen. Er soll dort einen bisher unveröffentlichten Text vortragen. Delikat ist die Tatsache, dass sich der Erzähler einst mit Manfred wegen eines Verrats überworfen hat. Eine Autopanne macht die Anreise schwierig, allerdings gibt sie den leicht verschmitzten Ton vor und charakterisiert den Protagonisten als relativ lebensunpraktischen Kopfmenschen. Zum Glück lernt er an der Tankstelle Dr. Schulenberg kennen, der ihn nicht nur ans Ziel kutschiert, sondern auch vor Ort bleibt, um an der Lesung teilzunehmen. In die Gegenwartshandlung eingebaut wird das abschnittweise Lesen der Novelle, in der der damals 16-jährige Thomas (Alter Ego des Autors) den Sommer 1979 am Tollensesee verbringen durfte, um sich erstmals ganz seinem Schreiben zu widmen. Er wohnt bei dem Künstlerpaar Emmy und Paul, wo er auch die deutlich ältere Sonja kennenlernt, zu der er sich sehr stark hingezogen fühlt. Wir erleben einen einzigartigen Sommer der Freiheit, der Hoffnung auf Veränderung, der Kunst und der ersten Liebe. Er wird von fein beobachteten Landschaftsbeschreibungen, authentischen (auch politischen) Diskussionen, zwischenmenschlichen Konflikten sowie dem weichen Augustwasser des Sees begleitet. Dieser Sommer prägt Thomas nachhaltig. Zum ersten Mal im Leben fühlt er sich von Erwachsenen ernst genommen und als Schriftsteller akzeptiert. Er kehrt in Gedanken immer wieder gerne an die Zeit am Tollensesee zurück. Diese anschauliche Sommeratmosphäre wird wunderbar kolportiert, auch die Besonderheiten des Aufwachsens und Lebens in der DDR finden ihren Raum. Das Interessante ist, dass im Publikum Weggefährten von damals sitzen, die die Parallelen der fiktiven Novelle mit der tatsächlichen Handlung abgleichen können und diese anschließend mit dem Autor diskutieren wollen. Der Autor lässt sich insbesondere durch Angelika verunsichern, die in der Novelle eine Hauptrolle zu spielen scheint. Trotzdem besteht er auf der künstlerischen Freiheit in der Gestaltung von Handlung und Figuren, so dass der Leser selbst entscheiden muss, welchen Verlauf er als den wahren anerkennen will. Dieses Verschwimmen der Ebenen bereitet Schulze kurzweilig, unterhaltsam und stilistisch ansprechend auf - immer mit einem Augenzwinkern. Erwartungen werden durchbrochen, Realität, Fiktion und unzuverlässige Erinnerungen laufen ineinander. Dazu finden sich immer wieder kleine Hinweise und Symbole, die man zu einem Mosaik zusammenfügen darf. Wer sich mit Kunst und russischer Literatur auskennt, wird sich über Bezüge freuen. Immer lese ich eine Spur Schalk und Selbstironie im Text. Sowohl Ich-Erzähler als auch Thomas wirken etwas hölzern im Umgang mit anderen Menschen, während Kreativität und Beobachtungsgabe eine anderes Bild zeichnen. Das gesamte Figurenpersonal wirkt lebensecht und bietet reichlich Diskussionsfläche. Ingo Schulze ist ein Könner seines Fachs. Seine fein ziselierten Beschreibungen, die Reflexionen über das Schreiben oder das Leben in der DDR und als Schriftsteller, die pointierten Dialoge und manch humoristische Szene haben kleine empfundene Längen in diesem für Thomas so wichtigen Sommer für mich in den Hintergrund treten lassen. Dem vorangestellten Motto von Péter Esterázy wird der Roman auf seine Weise wunderbar gerecht: „Es ist schwer zu lügen, wenn man die Wahrheit nicht kennt.“ Mir hat das verschachtelte Verwirrspiel um Wahrheit und Fiktion viel Spaß gemacht!

  • Bewertung

    aus Heyerode

    5/5

    13.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Sprachlich und inhaltlich eindrucksvoll und lesenswert

    Ich habe erst weniger Bücher des Autors gelesen, dieses hier hat mich vom Rückentext sofort angesprochen. sodass ich zugegriffen und gelesen habe. Zuerst ein paar Worte zur Umschlaggestaltung, die ganz besonders interessant ist, nicht auf den ersten Blick, aber ... Es ist ein Detail aus dem Kunstwerk von Gerda Lepke "Landschaft mit Himmel" aus dem Jahr 1990. Finde ich mal eine geniale Idee und perfekt passend zum Inhalt. Wir befinden uns örtlich in Mecklenburg und lernen den Erzähler kennen, der zu einer Lesung aus seinem noch nicht fertigen Manuskript eingeladen wird. Zeitlich einzuordnen befinden wir uns im Juni vergangenen Jahres. Sein Text spielt im Sommer 1979 dort, wo er auch zu lesen gedenkt, von den ersten Versuchen des Schreibens, von der ersten Liebe und dem Erwachsenwerden. Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen sozusagen, als er während seiner Lesung jemand begegnet ... Mehr möchte ich von der Handlung garnicht verraten, um nicht zu viel vorwegzunehmen. Eines sei gesagt, neben der spannend lebendigen Handlung und den perfekt dargestellten Charakteren ist dieses Buch nachdenklich machend über verschiedene Lebensfragen. Das Buch ist in 22 Kapitel gegliedert. Ich fand es sehr angenehm zu lesen, vielleicht an einigen Stellen nicht ganz einfach, was aber alles andere als negativ gemeint ist. Man fühlt sich prima ein und kann in sein eigenes Leben mitnehmen. Absolut lesenswert !!!

  • Minzeminze

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    28.09.2026

    Hörbuch-Download (MP3)

    Eine Novelle mit Ecken und Kanten

    Das Hörbuch aus der Feder von Ingo Schulze und gesprochen von Joachim Schönfeld , hat mich zunächst einmal durch den Buchtitel angesprochen. Ich habe den Klappentext gelesen und war neugierig auf den Inhalt. Zunächst einmal finde ich das Cover welches den Titel wiederspiegelt , passend. Der Sprecher hat eine angenehme Stimme der man gern zu hört , ganz schlicht bringt er jns den Inhalt näher. Eine Novelle der mit mehreren in sich verwobenen Geschichten aufwartet. Ein Autor der davon erzählt wie er zum schreiben kam , gleichzeitig in Gegenwart und Vergangenheit blickt. Er fährt auf eine Lesung bei der er eine unfertige Geschichte vortragen will , ausgerechnet bei Manfred , welcher im Vergangenheitsstrang auch eine nicht gerade positive Rolle spielt. Ich hatte etwas zutuen , den verschiedenen Strängen zu folgen und mir war etwas zu verwiirend und langatmig. Auch wenn ich verstanden habe was er uns im Kern sagen wollte , bin ich mit der Geschichte nicht richtig warm geworden. Das ist schade.

  • Christian1977

    aus Leipzig

    4/5

    25.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Porträt eines Künstlers

    Als der Ich-Erzähler im Rahmen der Geburtstagsfeier eines ehemaligen Mitschülers nach Mecklenburg eingeladen wird, um dort zu lesen, ist er zunächst alles andere als begeistert. Ausgerechnet Geburtstagskind Manfred war damals dafür mitverantwortlich, dass seine Eltern unter Beobachtung der Stasi standen. Und dann wünscht sich dessen Gattin auch noch, dass er etwas lesen soll, was noch niemand zuvor gehört hat. Kurzum entscheidet sich der Schriftsteller dazu, aus seiner unfertigen Novelle zu lesen. Diese spielt in derselben mecklenburgischen Landschaft und begleitet den 16-jährigen Thomas auf seinem Weg, Schriftsteller zu werden. "Das Wasser im August" ist der neue Roman von Ingo Schulze, der bei S. Fischer erschienen ist. Schulze verknüpft darin auf geschickte und kluge Weise die Rahmenhandlung um den lesenden namenlosen Schriftsteller mit der Novelle, die im Sommer 1979 angesiedelt ist. Die verschachtelte Erzählweise ist dabei recht komplex, bietet aber durch die zahlreichen Einschübe, mit denen der Ich-Erzähler seine Lesung immer wieder unterbricht, genügend Luft, um seine Gedanken wieder zu ordnen. Dabei gelingt es Schulze, einen Blick auf die DDR-Gesellschaft und -Mentalität der 1970er-Jahre mit einer Coming-of-Age-Geschichte rund um Thomas zu verbinden. Dieser Thomas verbringt den Sommer 1979 beim malenden Künstlerpaar Emmy und Paul und lernt bei ihnen, was es heißt, zu beobachten und zu schreiben. Wie es gelingen kann, seine Eindrücke auf Papier festzuhalten und dabei das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Für Thomas selbst ist das Wesentliche allerdings Sonja, eine ca. 13 Jahre ältere Frau, die beim Pfarrer lebt und sich dort um diesen und dessen halbverwaiste Kinder kümmert. Mit ihr erlebt Thomas so etwas wie den Sommer der ersten Liebe. Auch wenn Ingo Schulze auf einer Lesung betont hat, dass für ihn beide Ebenen gleichberechtigt seien, ist es vor allem die Binnenerzählung, die Novelle um Thomas, die zu überzeugen weiß. Schulze entwirft darin auf sprachlich beeindruckende Weise das Porträt eines angehenden jungen Künstlers und siedelt diesen in einer nicht nur landschaftlich wunderbar geschilderten Umgebung an. Denn auch das Personal der Novelle weiß zu überzeugen. Da ist die fokussiert erotische Sonja, der zweifelnde Pfarrer Siegmund, Künstlerin Emmy, die für Thomas die wichtigste Bezugsperson ist, und ihr etwas blasser Partner Paul. Vor allem ist es aber die Figur des Thomas selbst, die außerordentlich gut gelungen ist. Ständig spürte ich dessen Unsicherheit und Zweifel, die er unter einer Maske des Selbstbewusstseins zu verstecken versucht, seine Formbarkeit und seine wachsende Bildung. Auch wenn beispielsweise Emmys Vortrag über Ernst Barlach ein wenig ausufert und dabei auch die Leser langweilt, weist die Novelle hier typische Merkmale eines Bildungsromans auf. Positiv hervorzuheben ist auch die Ambivalenz der Figuren, die dazu führt, dass man sich nie ganz sicher sein kann, wer überhaupt auf welcher Seite steht. Ingo Schulze zeigt sich hier wie schon in "Die rechtschaffenen Mörder" als ebenso feiner Beobachter wie Thomas selbst. Verbunden werden die beiden Ebenen durch die Figur der Angelika, bei der schnell klar wird, dass es sich um ebenjene Sonja aus der Novelle handelt. Diese Angelika besucht mehr als 45 Jahre nach dem Treffen in Mecklenburg erstmals eine Lesung des Erzählers. Doch was eigentlich ein genialer Kniff sein könnte, spielt Schulze nicht vollends aus. Denn während die Binnenhandlung konsequent voranschreitet, stagniert die Rahmenhandlung und verliert sich in zahlreichen Dialogen zwischen den Figuren, denen es an Profil fehlt. Was beispielsweise der Arzt eigentlich möchte, der den Protagonisten seit einer Autopanne begleitet, hat sich mir nicht ausreichend erschlossen. Und auch der erzählerische Knalleffekt kommt letztlich etwas zu kurz, weil die Hauptfigur darauf nicht glaubwürdig reagiert. Trotz dieser Schwächen ist "Das Wasser im August" ein lesenswerter Roman, der neben den genannten Vorzügen vor allem zu Beginn auch durch seinen feinen Humor und den unzuverlässigen Erzähler überzeugt. Ein kluges Vexierspiel zwischen Erinnerung und Realität. 3,5/5

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Bewertungen (7)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Matthias Kesper

    Matthias Kesper

    Thalia Kassel

    Buchhändler*in

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    5/5

    30.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Es gibt kein Alter, das sich nicht für grundsätzliche Fragen eignet, oder?"

    Ingo Schulze ist ein literarisches Vexierspiel par excellence gelungen! Der Inhalt? Klingt wenig aufregend, aber....! Alles beginnt mit einem Streit eines Ehepaares, er, arrivierter Schriftsteller, Anfang 60, muss an diesem Tag zu einer privaten Autorenlesung. Die Veranstaltung ist ein Geschenk an einen ehemaligen Mitschüler, organisiert von dessen Ehefrau. Einzige Bedingung der Auftraggeberin: Der Text muss neu bzw unveröffentlicht sein. Die Anreise scheint fast nicht zu klappen, ein defekter Anlasser auf halber Strecke sorgt für heftige Probleme, zum Glück in der Nähe einer Tankstelle. Es ergibt sich eine Mitfahrgelegenheit, kurz vor knapp wird das Ziel erreicht, die Lesung beginnt "just in time". Die Novelle, unvollendet, die der Autor vorträgt, ist die Geschichte seines 16-jährigen Alter Ego. Es ist ein flirrender Sommer, 1979, in der ehemaligen DDR. Jetzt-Zeit und Vergangenheit verschmelzen immer mehr zu einer Einheit, zumal einige der wichtigsten Bezugspersonen des Protagonisten im Publikum der Lesung sitzen... Eine "Coming-of-Age-Geschichte"? Ostalgie zuhauf? Am Ende gar ein "Früher war alles besser"? Kurz und knapp: Nein nein, hier schreibt kraftvoll Ingo Schulze. Ruhig, aber nicht betulich, voller Erinnerungen, sein feiner Humor blitzt zum Glück auch auf, wohldosiert, ja, dieses Buch ist preiswürdig (Der Roman steht auf der Long-List des Deutschen Buchpreises!) Diese Matrjoschka in Buchform ist mehr als nur empfehlenswert - mit einem Schlusspunkt, der überraschend, wenn auch nicht unerwartet, ist! Dabei hat die gelesene Novelle ja noch gar kein Ende... :-)
  • Zum Bewerterprofil von Eva Seitz-Brückner

    Eva Seitz-Brückner

    RavensBuch Osiander Ravensburg

    Buchhändler*in

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    4/5

    06.10.2026

    Hörbuch-Download (MP3)

    Werdegang eines Schriftsteller

    Ich habe das Hörbuch von Ingo Schulzes Roman gehört und war sehr angetan von der Stimme von Joachim Schönfeld. Er hat immer den richtigen Ton getroffen für dieses Buch. Im Grunde ist es eine Geschichte in der Geschichte: der Erzähler wird zu einer privaten Lesung eingeladen und fährt nach Mecklenburg. Der Beschenkte ist ein ehemaliger Jugendfreund von ihm, der Geburtstag hat und dessen Frau die Lesung initiiert hat. Thomas, so heißt der Schriftsteller liest dem Publikum aus seiner bisher noch nicht veröffentlichten Novelle vor. Es geht um das Jahr 1979 in der damaligen DDR, der 16 jährige Thomas will Schriftsteller werden und wird in das Haus eines Malerehepaares am Tollensee eingeladen, bei denen er beobachten lernen soll, um einen Schreibprozess bei sich auszulösen. Er ist oft noch unbeholfen in der Welt der Erwachsenen und dieser Sommer löst vieles in ihm aus. Er lernt die viel ältere Sonja kennen , eine Zahnärztin, und verliebt sich in sie und es könnte fast eine Liebesgeschichte sein. Es ist wohl viel Autobiografisches in dem Roman und Wahrheit und Fiktion sind nicht genau umrissen, zumal 46 Jahre zwischen dem Erlebten und der Gegenwart stehen. Ein Roman, der vieles andeutet, aber auch vieles offen lässt und den ich sehr gerne gehört habe.
  • Zum Bewerterprofil von Angela Franke

    Angela Franke

    Thalia Magdeburg – Allee-Center

    Buchhändler*in

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    4/5

    11.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Erinnerungen, die zu Literatur werden

    Ein Autor wird zu einer privaten Lesung nach Mecklenburg eingeladen. Er liest aus einem autobiografischen Manuskript über den Sommer, den er dort vor 46 Jahren als 16 Jähriger erlebt hat. Unter den Zuhörenden befinden sich Menschen, die damals dabei waren. Es geht um Begegnungen, Liebe, die Kunst des Schreibens und die Unmöglichkeit, sich verlässlich zu erinnern. Ein kluges und zurecht für den Deutschen Buchpreis nominiertes Buch.
  • Zum Bewerterprofil von Ingbert Edenhofer

    Ingbert Edenhofer

    Thalia Mayersche Bottrop

    Buchhändler*in

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    3/5

    28.08.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wird besser

    Bisher kannte ich von Ingo Schulze nur seine Geschichtensammlung "Handy", die ich prinzipiell mochte - deshalb hielt ich es für vernünftig, ihn meine Reise durch die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2026 anführen zu lassen. Zunächst wirkte das allerdings wie keine gute Entscheidung. Der Anfang wirkt recht belanglos - aufgebauschte Momentaufnahmen, die mich bei Daniel Glattauer oder Heinz Strunk relativ kalt lassen. Wenn der Protagonist aber beginnt, seinen Text zu lesen und Querverweise auf seine Vergangenheit aufdeckt, wird das Buch interessanter. Immer wieder blitzt Tiefgang auf, und manchmal dachte ich auch an "Die Holländerinnen", den gewinnenden Roman 2025. Aber Helene Bukowskis "Wer möchte nicht im Leben bleiben" zeigt im Vergleich, wie beeindruckend ein Buch übers Schreiben sein kann. Bei Schulze habe ich teilweise dann doch den Eindruck, eine Vorlage für eine turbulente Boulevard-Komödie mit ein bisschen Niveau zu lesen.
  • Zum Bewerterprofil von G. Knollmann-Wachsmuth

    G. Knollmann-Wachsmuth

    Thalia Bad Salzuflen

    Buchhändler*in

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    1/5

    13.09.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nicht meine Themen!

    92 Seiten und dann habe ich den Roman abgebrochen. Coming of Age in der DDR ist nicht dass, was ich lesen möchte. Da gibt es bestimmt viele andere die mit Begeisterung diesen Text genießen.

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