Es ist ein heißer Sommer, als Dora nach vielen Jahrzehnten in ihren Heimatort Hausen zurückkehrt. Stundenlang wandert sie durch die fremdvertrauten Straßen – zu ihrem Elternhaus, aber auch zu dem Fachwerkhaus, in dem einst ihre beste Freundin wohnte. Als sie entdeckt, dass vor diesem Haus Stolpersteine verlegt wurden, ist Dora fassungslos. Denn dort liegen nur vier Steine, doch sie weiß genau, dass es fünf sein müssten: Der ihrer ehemals besten Freundin Fanny fehlt. Was ist damals mit ihr geschehen? Mitreißend liest Maria Hartmann die Geschichte eines Dorfes in dunklen Zeiten.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Brigitte
aus Chemnitz
5/5
13.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Aufarbeitung
Der Roman "Und mittendrin der Birnbaum " von Ute Mank hat ein wunderbares
Buchcover, eine Birne, inmitten darin zwei Mädchen, um diese geht es in den
Roman.
Dora, die wir begleiten werden ist schon alt und ihr Mann ist vor kurzen verstorben.Trotz Kinder und Enkelin in der Nähe, beschließt Dora wieder in ihr Heimatdorf zu ziehen, nach Hausen. Dort angekommen, meidet sie die Straße, wo ihre beste Freundin gewohnt hat, bis die Nazis gekommen sind und die Juden vertrieben haben. Ihre Freundin war Jüdin.
Eines Tages traut sie sich doch bis an das Haus, wo sie der jungen Pia begegnet, die jetzt dort wohnt.
Vor dem Haus sind vier Stolpersteine, aber die Familie hatte drei Kinder. Der Stolperstein von Fanny fehlte, was ist mit ihr geschehen, hat sie vielleicht überlebt.
Pina die jetzt dort wohnt beginnt mit Hilfe von Dora in der Vergangenheit zu graben.
Die Geschichte um Dora und Fanny ist sehr einfühlsam geschrieben. Es geht um Freunschaft und Schuld. Mir hat der Schreibstil, der eher ruhig ist , sehr gut gefallen.
Bewertung
aus Freiburg
5/5
12.10.2026
eBook (ePUB)
Regt zum Nachdenken an
Dora kehrt im hohen Alter in das Dorf zurück, in dem sie aufgewachsen war. Als sie vor dem Haus ihrer Kindheitsfreundin Fanny Stolpersteine entdeckt, erinnert sie sich an die Freundin und deren Familie, die dort gewohnt hat.
Eine Geschichte, wie ich schon sehr viele gelesen habe und die es wahrscheinlich nicht mehr braucht, dachte ich mir zuerst. Aber dann kam etwas Neues dazu, nämlich Doras Gefühle damals, als sie ihre Freundin verließ - im Stich ließ, sie ihrem Schicksal überließ? Und noch heute empfindet Dora Schuldgefühle, die sie immer noch daran hindern, ihren eigenen Anteil an Fannys Schicksal zu erzählen und damit sogar ihre gegenwärtigen neuen Freundschaften belasten. Auch Doras junge Freundin Pina macht sich Gedanken, weil sie in einem Haus wohnt, das Juden weggenommen worden war. Auswirkungen der Nazizeit auf heute und die heutige Generation, ich fand es sehr interessant, über dieses Thema in romanhafter Form zu lesen. Beinahe wider Erwarten hat mich das Buch begeistert und zu neuen Gedanken angeregt.
KerMeliest
Thalia Book Circle Community
5/5
08.10.2026
eBook (ePUB)
Eine Geschichte, die noch lange nachklingt
Schon das wunderschön gestaltete Cover von „Und mittendrin der Birnbaum“ hat mich begeistert. Es ist eines dieser Bücher, die mich im Buchladen sofort magisch anziehen. Doch nicht nur äußerlich hat mich der Roman von Ute Mank überzeugt, auch die Geschichte selbst hat mich tief berührt.
Im Mittelpunkt steht die inzwischen über achtzigjährige Dora, die nach vielen Jahrzehnten in ihr Heimatdorf Hausen zurückkehrt. Dort wird sie mit Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend während der Zeit des Nationalsozialismus konfrontiert. Besonders die Freundschaft zu dem jüdischen Mädchen Fanny beschäftigt sie. Als Dora vor dem ehemaligen Haus ihrer Freundin vier Stolpersteine entdeckt, obwohl es eigentlich fünf sein müssten, kommen Fragen auf, denen sie sich lange nicht stellen wollte. Was ist damals mit Fanny geschehen?
Ute Mank gelingt es auf wunderbare Weise, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden. Doras Erinnerungen wirken zunächst warm und beinahe nostalgisch. Man kann sich das damalige Dorfleben mit seinen Häusern, Straßen und Menschen richtig gut vorstellen. Doch je tiefer Dora in ihre Vergangenheit eintaucht, desto deutlicher werden die Risse in diesem vermeintlich schönen Bild. Gerade dieser Gegensatz hat bei mir ein beklemmendes Gefühl hinterlassen.
Was mir besonders gefallen hat, ist die ruhige und unaufgeregte Art, mit der die Autorin diese Geschichte erzählt. Sie braucht keine künstlich dramatischen Szenen, um mich zu berühren. Vielmehr sind es die kleinen Begebenheiten, die unausgesprochenen Dinge und die Entscheidungen der Menschen, die nachdenklich machen. Denn nicht jeder war damals ein überzeugter Anhänger des Nationalsozialismus, aber viele haben geschwiegen, weggesehen oder von der Situation anderer profitiert. Und genau hier stellt sich die Frage, wie viel Verantwortung jeder Einzelne trägt.
Auch die Figuren wirken glaubwürdig, mit all ihren Schwächen, Erinnerungen und Entscheidungen, die man selbst vielleicht anders getroffen hätte. Niemand kann die Vergangenheit ändern, aber man kann sich ihr stellen, auch wenn die Wahrheit schmerzhaft ist.
„Und mittendrin der Birnbaum“ ist für mich eine wundervolle, warmherzige und gleichzeitig bedrückende Geschichte über Freundschaft, Verlust, Schuld und Vergebung. Ein Roman, der zeigt, dass Geschichte nicht nur aus großen Ereignissen besteht, sondern auch in Häusern, Straßen und Familiengeschichten weiterlebt. Manchmal genügt ein einziger fehlender Stolperstein, um längst verdrängte Erinnerungen wieder ans Licht zu bringen.
Für mich ist dieses Buch ganz klar 5 Sterne wert. Es gehört zu den Geschichten, die mit dem Zuklappen des Buches nicht einfach vorbei sind. Ich denke auch danach noch daran zurück und möchte es unbedingt weiterempfehlen.
Bewertung
aus Dettelbach
5/5
24.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Highlight
In ihrem Roman Und mittendrin der Birnbaum erzählt Ute Mank die Geschichte einer besonderen Freundschaft von zwei Mädchen aus ganz unterschiedlichen Kulturen und Schichten. Die Autorin schildert diese Freundschaft auf eine berührende, emotionale und bewegende Art und Weise. Sie verbindet dabei historische Geschichte und emotionale Erzählung.
Vor allem in der heutigen Zeit ist die Erinnerung an die Judenverfolgung essenziell wichtig und darf nicht vergessen werden. Solche Geschichten wie diese von Ute Mank füllen historische Fakten mit Leben und machen es so begreifbar und emotional erlebbar.
Die Geschichte ist gut geschrieben, voller Gefühl, voller stimmiger Bilder und Worten, die bewegen.
Ich finde dieses Buch sehr wichtig und wenige Bücher in diesem Jahr haben mich so sehr bewegt wie dieses. Daher ein absolutes Highlight 2026.
stina23
5/5
22.09.2026
eBook (ePUB)
Wie wird erinnert?
Dora ist über 80, als sie beschließt in ihr Heimatdorf zurückzukehren und um dort in ein Seniorenheim zu ziehen. Ihre Schwägerin, die ebenfalls in Hausen lebt, ist eine Ansprechpartnerin für Dora, mit ihrem Bruder verbindet sie wenig. Dennoch will sie in ihrem Alter einen letzten Neuanfang wagen. Womit die rüstige Frau nicht gerechnet hat, sind die Erinnerungen, die sie in ihrer alten Heimat einholen. Dora erinnert sich besonders an ihre Kindheits- und Jugendfreundin Fanny, die jüdischen Glaubens war und die mit ihrer Familie während des zweiten Weltkrieges ermordet wurde. Doch Dora findet bei ihren Spaziergängen heraus, dass Fanny kein Erinnerungsstein/Stolperstein vor ihrem ehemaligen Haus gewidmet ist. Dora beginnt Nachforschungen zum Schicksal ihrer damaligen Freundin, wird dabei immer wieder von Schuld geplagt und von der Verdrängungskultur im Dorf ausgebremst. In der jungen Studentin Pina findet Dora eine Mitstreiterin. Gemeinsam gehen sie einen Weg, der vielen unbequem ist, jedoch das wahrhafte Erinnern lebt.
In Dora findet man eine Protagonistin, die für mich bisher einzigartig ist. Zuvor hatte ich noch kein Buch gelesen, in dem die Erlebnisse einer über 80ig-Jährigen im Mittelpunkt standen. Eine Frau, die auf viel Lebenserfahrung zurückblicken und diese nutzen kann, um vorwärtszukommen und um gleichzeitig Vergangenes neu zu sehen, hat mir imponiert. Dora war mir auch schnell sympathisch. Klug, eigenwillig, wissbegierig und selbstbewusst. Sie setzt sich recht schonungslos mit ihrer eigenen Verantwortung am Leid ihrer jüdischen Freundin auseinander und zeigt das vermeintliche Unwissen und Wegsehen im Dorf damals und heute auf. Schuld hat dabei viele Gesichter. Den Mut sich für diejenigen einzusetzen, denen Leid und Unrecht angetan wird, hatten nur einzelne.
Mich hat das Buch tief berührt. Es erzählt leise, aber mit Nachdruck von Menschen, wie sie waren und wie sie auch heute sind und von dem, was es bedeutet, welchen Weg man einschlägt.
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5/5
13.10.2026
eBook (ePUB)
Dieser Roman hat mich sehr berührt!
Nach vielen Jahrzehnten kehrt Dora in ihren beschaulichen Heimatort Hausen zurück. Als sie dort durch vertraute und ihr heute doch fremde Straßen läuft und zu dem Fachwerkhaus kommt, in dem einst ihre beste Freundin Fanny lebte, ist die Überraschung groß: Denn vor dem Haus sind vier Stolpersteine verlegt, doch einer fehlt, nämlich der von Fanny. Was ist ihr widerfahren? Hat sie das Grauen vielleicht doch überlebt? Dora macht sich auf die Suche und erfährt nach und nach mehr über das Geschehen. Endlich kann sie sich selber die ihr auferlegte Schuld eingestehen und mit ihrer Vergangenheit Frieden schließen.
Ute Mank erzählt mit großer Kraft eine berührende und mitreißende Geschichte von Freundschaft und Hoffnung in dunklen Zeiten.
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5/5
23.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mitverantwortung
Auch Ute Manks dritten Roman habe ich mit großem Interesse gelesen. Das Thema ist ein wiederkehrendes in der Literatur, und doch gelingt es der Autorin, ihm eine eigene Facette abzugewinnen. Dora entscheidet sich, ihren Lebensabend in einem Seniorenheim in ihrem Heimatort Hausen zu verbringen. Zurück am Ort ihrer Kindheit rücken auch die Erinnerungen wieder näher. Vor allem eine lässt sie nicht los: Fanny, ihre ehemals beste Freundin. Als die Nationalsozialisten erstarken, geraten Fanny und ihre jüdische Familie zunehmend ins Visier der Dorfgemeinschaft. Dora erlebt, wie Fanny in der Schule gedemütigt wird, und doch findet sie damals nicht den Mut, zu ihrer Freundin zu stehen. Dann ist Fanny plötzlich verschwunden. Lässt sich viele Jahrzehnte später noch klären, was damals mit ihr geschah? Mank erzählt soghaft von einer Dorfgemeinschaft in dunklen Zeiten und von Verantwortung für das eigene Handeln und Wegsehen. Eine anrührende Lektüre.
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5/5
22.09.2026
eBook (ePUB)
Ein tiefgründiges Meisterwerk über Schuld und Freundschaft!
Ute Mank hat mich mit „Und mittendrin der Birnbaum“ zutiefst bewegt. Der Roman zeigt auf berührende Weise, wie wertvoll echte Freundschaft ist, wenn das Leben ins Wanken gerät. Gleichzeitig beleuchtet das Buch meisterhaft ein wichtiges Thema: Wie viele Menschen damals die eigene Schuld verdrängt haben, um sich ihr nicht stellen zu müssen. Ein feinsinniges, ehrliches und unglaublich fesselndes Buch mit Charakteren, die im Gedächtnis bleiben. Absolute Kaufempfehlung!
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5/5
22.09.2026
eBook (ePUB)
Sehr berührend
Dieses Buch hat mich wirklich nicht mehr losgelassen.
Die Geschichte von Dora, die im Alter zurück in ihr Dorf Hausen kommt und vor dem Haus ihrer besten Freundin Fanny steht - und dort vier Stolpersteine sieht, wo fünf sein müssten - die ist mir richtig unter die Haut gegangen.
Ich musste immer wieder innehalten und mich fragen: Hätte ich damals mehr Mut gehabt? Es ist so eindrücklich beschrieben, wie aus einer Dorfgemeinschaft, in der jeder jeden kennt, plötzlich Ausgrenzung und Schweigen wird. Und wie schwer es Dora bis ins hohe Alter fällt, sich ihrer eigenen Schuld zu stellen.
Es ist ein sehr stilles, aber umso berührenderes Buch über Freundschaft, die eigentlich ein Leben hält, über Schuld und über die Hoffnung, doch noch Frieden zu finden.
Für mich ein echtes Herzensbuch. Absolute Leseempfehlung.
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5/5
12.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mitschuld tragen
Eine Geschichte über das Verschweigen und Vergessen der eigenen Schuld - damit legt Ute Mank den Finger in eine Wunde, die noch lange nicht geschlossen ist!
Als alte Frau kehrt Dora in ihren Heimatort zurück. Hier lauern an jeder Ecke Erinnerungen, die nicht nur schön sind. Vor allem diejenigen, die die Juden in der kleinen überschaubaren Dorfgemeinschaft zur Zielscheibe des nationalzozialistisch geschürten Hasses machten, hängen schwer an der alten Frau. Als sie beginnt, sich dieser Geschichte und damit ihrer eigenen zu stellen und Nachforschungen zu der verschollenen jüdischen Freundin Fanny betreibt, deren Stolperstein vor dem einst elterlichen Haus fehlt, kommen damit auch der Schmerz und die Schuld über das eigene Versagen und das eines ganzen Dorfes, ans Tageslicht.
Mich hat diese Sichtweise auf ein Stück deutscher Geschichte sehr berührt und mitgenommen. Auch wenn man denkt, schon alles zu diesem Kapitel gelesen zu haben, gibt es immer wieder einen Aspekt, der etwas Neues bereithält. Beim Lesen ist mir klar geworden, wie wichtig diese Frage nach der Mitschuld in Zeiten ist, in denen der Mut zum Aufstehen und Stimme erheben wieder an Bedeutung gewinnt!
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