Nach ihren gefeierten Romanen über Exil und postmigrantische Gegenwart legt Shida Bazyar eine literarische Archäologie der Heimat vor. In einer präzisen Tiefenbohrung der Provinz stellt sie die radikale Frage: Auf welchen Fundamenten bauen wir unsere Heimat?
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre Vergangenheit aktiv verschweigt und zugleich zum Zufluchtsort für diejenigen wird, die hier Geborgenheit suchen. Der Roman führt uns durch die Jahre und die Köpfe derer, die das Dorf prägten: von jüdischen Familien, die alles verloren, über NS-Profiteure, die sich als unschuldige Mitläufer neu erfanden, bis hin zu den Familien Sharifi und Karimpour, die Jahrzehnte später aus dem Iran flüchten.
Shida Bazyar gelingt ein virtuoses Erzählmosaik über die Last der Geschichte, die Lüge des Neubeginns und den Wunsch, endlich eine Heimat zu finden.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
09.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein großartiges Buch
Die Lücken – Shida Bazyar
Deutscher Buchpreis 2026
Die namenlose Erzählerin reist im Traum zurück in das Dorf, Heimesbach, ein Dorf im Hunsrück, in dem sie nur 3 Jahre gelebt hat, „die Götter haben sie dort hingeschickt“, erzählt es ihrer 2 Jahre älteren Schwester Lou.
„Ich war 10 Jahre, als wir hierher flohen. Ich war dreizehn Jahre alt, als wir gingen, weil sie uns wegschicken wollten.“
„Entweder hat man uns versehentlich hierhergeschickt oder ich bin in der Hölle gelandet.“
In einer Reise durch die Jahre erfährt sie Dinge, die sie bisher nicht gewusst hat. Ihre Zeitreise beginnt in den 20er Jahren und verfolgt 100 Jahre Geschichte des Dorfes und seiner Menschen.
Lore und Johanna, einst unzertrennliche Freundinnen gehen getrennte Wege. Lore wird eines Tages erfolgreich für die Nationalsozialisten agieren, Johanna wird als Jüdin verfolgt und ermordet.
Und so wie Johanna ergeht es auch den anderen jüdischen Familien im Dorf, sie werden verfolgt, vertrieben, enteignet und ermordet in einem der Konzentrationslager der Nationalsozialisten.
Emil Ackermann, nach Israel geflohen vor den Nationalsozialisten, kehrt in seinen Geburtsort zurück und möchte entschädigt werden, aber: „Nach der Diktatur der Nationalsozialisten herrschte hier die Diktatur der Gleichgültigkeit.“
Und so bleiben in vielen Familien die Geheimnisse im Verborgenen, auch wenn die Enkelkinder in den 80er und 90er Jahren Fragen an die Großeltern stellen.
Gab es Juden in dem Dorf? Hast du welche gekannt? Was ist mit ihnen geschehen?
In dem ehemaligen „Gaumusterdorf“ wurde bereits 1927 die erste Ortsgruppe der NSDAP gegründet und viele fanden dort „Beachtung“ und eine „Heimat“.
In der Reichskristallnacht 1933 werden die Geschäfte der 3 jüdischen Inhaber zerstört, der Tierarzt und andere jüdische Menschen in Schutzhaft genommen, das Dorf macht mit oder schaut gleichgültig zu. Die Autorin schildert in makaberer Genauigkeit die Grausamkeit wie aus einem „Lehrbuch der Perversion“.
Resi, früher angestellte im jüdischen Kaufhaus der Familie Lichter, arbeitet auch weiter bei deren Nachfolgern, wird verfolgt von Erinnerungen und kann doch nicht darüber sprechen. „Ihre Schuld bestand ja aus dem, was sie nicht getan hatte (…).“
Man hatte herausgefunden, (…) „wie man es schaffte, von damals zu erzählen und gleichzeitig zu schweigen“ (…). Manche der „Alten“ trauern den guten Zeiten nach.
Die nachfolgenden Generationen sind politisch interessiert, engagiert oder desinteressiert.
In den 80er Jahren leben auch zwei geflüchtete Familien aus dem Iran im Dorf, es gibt freundliche Menschen, die ihnen helfen und sie unterstützen.
Und während noch die Elterngeneration verwirrt in diesem fremden kalten Land hadert, finden die Kinder Kontakte, Freundschaften, Beziehungen und Bildung.
Die Erzählungen über die Menschen, die Vielfältigkeit der Charaktere, ihre Familien, ihre Geschichte, laufen parallel, die einzelnen Erzählstränge müssen miteinander verknüpft werden, wobei jede einzelne Geschichte eine eigene Faszination hat, zusammen ergeben sie ein Mosaik.
Die Autorin beherrscht das Spiel mit der Sprache, passend zu den Menschen und der historischen Zeit.
Sie ist auch eine perfekte Beobachterin der „deutschen“ Rituale, vom „Kindergeburtstag“, „Kinderturnen“ bis zum „St.-Martins-Umzug“ über „Kneipengesprächen“ unter Männern“.
Das Buch ist eine große literarische Konstruktion über Ungesagtes, Verantwortung und Schuld, aber auch um Heimat, Verlust sowie Flucht und Vertreibung.
Mir gefällt besonders, wie meisterhaft die Autorin die harte Welt des deutschen Dorfes in persische Dichtkunst einbettet. Die Erzählerin, die über allem schwebt, fast traumhaft, distanziert, Grauenvolles beobachtend, die Puzzleteile des Erzählens, die ein Ganzes ergeben, das Unrecht an den jüdischen Menschen, der Schmerz, die Traurigkeit und Sehnsucht der geflüchteten Menschen aus dem Iran, ihre Suche nach Heimat und Menschlichkeit.
Die „Lücken“, die Leerstellen, das Ungesagte fordern uns auf, nachzudenken.
Shida Bazyar ist zu diesem fiktiven Roman inspiriert worden durch die Recherchen in dem „Gaumusterdorf“ Hermeskeil, ihrem Geburtsort.
Es ist ein großartiges Buch.
KiWi 2026
Bewertung
aus Graz
5/5
07.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hochverdienter Buchpreis
Sprachlich sehr interessant geschrieben. Der Roman nimmt sich Zeit und spielt nicht mit einem. Der Text öffnet einen Zeitgeschichte, ein exemplarisches Dorf, mit Menschen und Einzelschicksalen / Leben, die einem zu einem großen Ganzes führen. Das Ergebnis kennen wir. Auch die Botschaft des Romans ist im Grunde mit dem Cover schon klar gemacht. Die Kunst der Literatur liegt vor allem im Schaffen von Bildern und dem Benutzen von Sprache, die bei der Leserin im Herzen und der Seele hängen bleiben. Geschafft. Klare Empfehlung.
Bewertung
5/5
28.09.2026
eBook (ePUB 3)
Hervorragende Gesellschaftsanalyse
Was wir uns nicht eingestehen wollen und was wir vielleicht nicht verstehen und nicht richtig reflektieren... Das Buch ist ein Hammer und ein Aufmerksamkeits-Spot zugleich. Ich wünsche ihm den Deutschen Buchpreis.
Hanna (text.reisen)
5/5
27.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Ort, der Zeuge ist - zwischen Gaumusterdorf und Kleinstadidyll
Ich habe dieses Jahr schon über 50 Bücher gelesen, wenn ich eines empfehlen könnte, wäre es wohl dieses - ein unglaublich starkes und wichtiges Buch, das jede:r lesen sollte!
Im Mittelpunkt des Romans steht der fiktive Ort Heimesbach im Hunsrück und seine Bewohner:innen. Was Shida Bazyar dabei besonders gut gelungen ist, ist es den Ort zu mehr als einem Schauplatz zu machen. Der Ort ist lebendig; er beobachtet, wird Zeuge von Ungerechtigkeiten, Gewalt, aber auch Neuanfängen und Zusammenhalt ... Der Ort wird vom Gaumusterdorf unter Hitler zu einer verschlafenen Kleinstadt, in der die wenigen Migrant:innen durchaus willkommen geheißen werden, ohne aber je wirklich dazu zu gehören. Was ist damals passiert? Welche Rolle spielten die Einwohner:innen? Was liegt dazwischen? Wie geht man mit der eigenen Geschichte um und inwiefern prägt die Vergangenheit die Gegenwart? All dem versucht die Autorin auf sehr einfühlsame Art und Weise mit einem breiten Figurenrepertoire nachzuspüren. Es geht um Schuld, Verantwortung und Vergessen. Der Einstieg in die Geschichte kann durchaus herausfordernd sein - es gibt zahlreiche Zeitsprünge und die Beziehungen zwischen den verschiedenen Personen, offenbaren sich erst nach und nach. Ich empfehle daher, das Buch ohne allzu lange Pausen zu lesen, um im Lesefluss zu bleiben und den Überblick zu behalten. Ich selbst konnte es ohnehin kaum aus der Hand legen - das lag aber nicht zuletzt, an Shida Bazyars wundervollem Schreibstil. Sie ist eine unglaubliche versierte Beobachterin und schafft es, das Alltägliche nicht nur in wunderschöne Sprache, sondern auch aussagekräftig Bilder zu verpacken, die sich in einen größeren gesellschaftlichen und politischen Kontext fügen. Dabei steht zwischen den Zeilen mindestens genauso viel wie im eigentlichen Text. In Anbetracht der aktuellen Wahlergebnisse in Deutschland hätte ich mir am Schluss ein etwas eindeutigeres „Nie wieder!“ gewunschen, aber davon abgesehen, dass der Roman ja bereits davor geschrieben wurde, hätte es bei genauerer Überlegung tatsächlich auch nicht dem Stil des Buches entsprochen ... Denn ich denke nicht, dass die Geschichte einen aktivistischen Anspruch erhebt, viel mehr ist sie ein Spiegel für uns; eine Erinnerung daran, dass auch Zuschauen und Schweigen Mittäterschaft sein kann und dass es an uns liegt, offen für verschiedene Erfahrungen und Lebensrealitäten zu sein, die unsere Gesellschaft in ihrer Vielfalt ausmachen.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
5/5
22.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kollektives Schweigen
Werbung | Rezensionsexemplar
Schweigen.
Wiederholung.
Heimat.
Wow! Ich verstehe, warum dieses Buch der Favorit für den Deutschen Buchpreis 2026 ist.
Mit „Die Lücken" ist Shida Bazyar ein sensationeller Roman gelungen, der durch seine ruhige, fast nüchterne Schreibweise das Schweigen des Ortes über Generationen hinweg beinahe von den Seiten schreien lässt.
Das Buch spielt in einem unscheinbaren kleinen Dorf. Heimesbach. Keiner spricht über die Geschehnisse des letzten Jahrhunderts. Alles wird verschwiegen. Aber man kann schwer verschweigen, was in den Mauern steckt, in den Häusern, auf dem Friedhof. Ein Ort trägt in sich, was ausgelöscht werden sollte.
Die Synagoge niedergebrannt in der Reichskristallnacht. Jüdische Familien, Nachbarn, enteignet. Deportiert. Ausgelöscht. Ihr Besitz blieb zurück. Wurde umverteilt. Von anderen weitergenutzt. Jahrzehnte später kommen iranische Familien an. Flüchtlinge. Heimesbach soll nun ihr Zuhause werden. Es liegen Jahrzehnte zwischen den beiden Geschichten. Aber es wiederholt sich. Immer stellen sich die gleichen Fragen: Wer bleibt. Wer dazugehört. Wer ausgegrenzt wird.
Beim Martinsumzug ziehen die Geflüchteten mit Laternen durchs Dorf. Dazugehören oder nur mitlaufen? Und wer blickt da wie drauf? Wer entscheidet, was richtig und was falsch ist? Wann ist man wirklich integriert? Und wann ist man deutsch genug? Ausgrenzung fängt nicht erst da an, wo man sie sieht.
Es gibt keine Täter mehr. Alle waren nur mal Mitläufer. Es gibt keine Stimme mehr, die spricht. Alle schweigen. Der Mantel des Vergessens liegt darüber. Der ehemalige Nazi war höchstens Mitläufer. Er ist fröhlich bei Familienfeiern. Ist Vater, Großvater, Nachbar, Freund. Das macht es nicht leichter. Und wer wohnt in wessen Haus? Gehört das Bild an der Wand wirklich ihm? Kann ein friedliches Zusammenleben nach dem Krieg überhaupt stattfinden ohne kollektives Vergessen?
Alles wiederholt sich. Immer. Ein Ort, der verdrängt. Der die Vergangenheit nicht benennen kann. Alles steckt in den Personen. In den Orten. Orte überdauern Personen. Personen können schweigen, aber Orte vergessen nicht. Ein Zuhause, das auf Schweigen gebaut ist. Ein brüchiges Fundament. Dieses kollektive Vergessen-Wollen. Diese Erinnerungslücken. Genau diese Lücken schaffen ein löchriges Fundament. Und das bricht immer ein. Es ist nur eine Frage der Zeit.
Die Lücken, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, ist für mich ein sensationeller, gesellschaftskritischer Roman, der die fundamentalen Themen anspricht, auf denen unser Zusammenleben basiert, und ihre permanenten, fehlerhaften Wiederholungen offenlegt. Für mich ist das Buch ein klarer Favorit für den Deutschen Buchpreis 2026. Ein Highlight! Von mir gibt es eine absolute, uneingeschränkte Leseempfehlung.
Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst
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5/5
12.10.2026
eBook (ePUB 3)
Ein Dorf im Zeitenwirbel - ein Buch voller Geschichte und Geschichten
Wie in einem Zeitenwirbel wird man durch dieses Buch getragen, bis tief hinein in die dunkelsten Kapitel eines kleinen saarländischen Dorfes. Anfangs musste ich mich etwas gewöhnen an die Erzählweise. Dann konnte ich mich nicht mehr losreißen von den zahlreichen Figuren, die dieses Buch bewohnen. Man lernt beim Lesen zwei Freundinnen in den 20er Jahren auf dem Nachhauseweg von einer Feier in der Dorfkneipe kennen. Wenig später wird man aber in die Zukunft katapultiert in ein Altenwohnheim in den 90er Jahren. Oder zu einer iranischen Flüchtlingsfamilie in den 80er Jahren. Und dann springt das Buch in die Zeit der Reichsprogromnacht. Und so entsteht nicht nur das Porträt eines saarländisches Dorfes sondern überhaupt der Geschichte Deutschlands im vergangenen Jahrhundert. Und beim Lesen - jedenfalls mir erging es so - denkt man plötzlich auch an die Lücken in der eigenen Familiengeschichte, an seltsame Sprüche auf Familienfeiern, an nicht erzählte Geschichten der Großeltern und anderer Verwandten.
Ein wichtiges Buch - gerade in einer Zeit, in der nicht Wenige die NS-Vergangenheit zu einem "Vogelschiss" in der deutschen Geschichte erklären möchten.
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5/5
10.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Neunzig Jahre Stille – was ein Dorf verschweigt
Shida Bazyar nimmt ihre Leserinnen und Leser mit auf eine aufwühlende Reise durch die verborgenen Schichten eines deutschen Dorfes, wo neunzig Jahre Geschichte in Mauern und Schweigen eingelagert sind. Mit einer Erzählkunst, die zwischen Zärtlichkeit und Anklage oszilliert, enthüllt sie die Lügen, auf denen Heimat gebaut wird – die verdrängten Schulden der NS-Zeit, die Heuchelei der Mitläufer, die sich als Unschuldige neu erfanden. Der Roman wird zur Archäologie des Vergessens, wenn iranische Flüchtlingsfamilien Jahrzehnte später in diesem Dorf Zuflucht suchen und dabei unbewusst auf die Gräber einer verdorrten Vergangenheit treten. Bazyar schreibt mit einer Präzision, die wehtut, und einer Empathie, die keine einfachen Antworten zulässt – sie fragt stattdessen, was Heimat bedeuten kann, wenn ihre Fundamente aus Lücken bestehen. Dieses Buch ist nicht nur literarisch virtuos, sondern auch ein notwendiger Spiegel für eine Gesellschaft, die ihre eigene Geschichte noch immer nicht vollständig zu sehen wagt.
Grandios geschrieben! Zu Recht Roman des Jahres 2026!
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5/5
07.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Shida Bazyar erhält den Deutschen Buchpreis 2026
Gegen das kollektive Vergessen – verdrängte Erinnerungen aus dem Hunsrück. Der Wechsel der Zeitebenen zu Geflüchteten der jüngsten Vergangenheit und der Verzicht auf eine klassische Chronologie ergeben vielstimmige Biografien – ein besonderes und wichtiges Buch über Verantwortung, das lang und intensiv nachhallt.
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5/5
06.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Chroniken von Heimesbach
Heimesbach: irgendwo mitten in Deutschland, Erinnerungslücken gehören hier zur Tagesordnung. Selbst in der Ortschronik hat man so einiges übersprungen und weggelassen. Doch wer genauer hinschaut, stellt sich Fragen, macht Entdeckungen und überlegt: was bedeutet Heimat?
Virtuos und innovativ, sowohl mit viel Empathie als auch Kenntnis erzählt Shida Bazyar von der Geschichte eines Ortes und seiner alteingesessenen wie zugezogenen Persönlichkeiten. Grandios!
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5/5
05.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Shida Bazyars größtes Buch!
Ein Dorf wie eine Lüge, die eigene Geschichte durchlöchert von Halbwahrheiten und Verschwiegenheit. Es ist eine von unzähligen bundesdeutschen Nachkriegserzählungen, die sich durch familiäre, politische, kulturelle und wirtschaftliche Belange durchziehen wie ein roter Faden auf weißem Papier - und dabei auch jene nicht aus den Augen verliert, die mit Erinnerungskultur nur wenige Berührungspunkte haben. So schreibt Shida Bazyar mit 'Die Lücken' eine Auseinandersetzung mit fehlender historischer Auseinandersetzung - und das auf literarischem Höchstniveau. Der Shortlist des Deutschen Buchpreises mehr als würdig - und ganz klar mein Favorit für den Siegertitel.
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