Nach der Machtergreifung ist in Ginsterburg Alltag eingekehrt. Lothar träumt vom Fliegen. Seine Mutter Merle misstraut der neuen Ordnung, kann aber nur ohnmächtig zusehen, wie sein Traum ihren Sohn in die Arme der Hitlerjugend treibt. Manche Einwohner der kleinen Stadt leiden, andere profitieren – und die meisten versuchen, sich irgendwie zu arrangieren. Doch der Krieg, an fernen Fronten geschlagen, ist bald auch in Ginsterburg zu spüren, in den erschütterten Beziehungen und Seelen der Menschen. Und über allem schwebt ein britischer Bomberpilot, der sich dem einstmals beschaulichen Städtchen unaufhaltsam nähert. Ungekürzte Lesung mit Heikko Deutschmann 2 mp3-CDs | ca. 15 h 2 min
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
clematis
3/5
15.02.2025
Hörbuch (Audio)
Krieg 1935: Langsam, aber…
Krieg 1935: Langsam, aber spürbar ändert sich im kleinen Städtchen Ginsterburg die Stimmung. Die Jugend marschiert zur HJ bzw. zum BDM, Lothar lässt sich zum Piloten ausbilden, Blumenhändler Gürckel wird Kreisleiter. Über einen Zeitraum von zehn Jahren beobachtet Arno Frank, wie der Krieg die Menschen beeinflusst. Drei große Abschnitte, drei Jahre, 1935, 1940 und 1945, führen durch die Handlung, welche eher eine Ansammlung an Puzzlestücken ist als ein dahinfließendes Geschehen. Mehrere Personen aus Ginsterburg stehen im Mittelpunkt, und obwohl sie vieles am gemeinsamen Wohnort verbindet, gibt es große Verschiedenheiten, ganz besonders im Umgang mit dem Krieg. Obwohl Arno Frank mit seinen Figuren beste Beispiele erschafft, wie Menschen auf Judenhass, Paragraf 175 oder Gier nach Macht reagieren, wie auch Familienzusammenhalt und Liebe weitergehen können, so verspürt man beim Lesen kaum Gefühlsregungen. Einzelne, häufig wechselnde Szenen, nüchterne Beschreibungen, teilweise ohne Dialoge, lassen die Handlung manchmal eher zäh erscheinen, in die Figuren hineinversetzen, das funktioniert nur selten. Es braucht keine brutalen Episoden in solch einem historischen Roman, aber ein wenig mehr an Emotionen hätte schon sein dürfen. So fügen sich leider nur viele kleine Puzzlesteine aneinander, die zwar wichtige Themenbereiche ansprechen, aber das Gefühl einer real ablaufenden Geschichte vermissen lassen. Ein nüchtern und kühl gehaltener Roman über die Zeit von 1935 bis 1945 mit einer Fülle an Botschaften, die jedoch die emotionale Ebene beim Leser kaum erreichen.
Ramses
aus Bayern
2/5
12.02.2025
Hörbuch (Audio)
Extrem langatmig und ausschwei…
Extrem langatmig und ausschweifend Ginsterburg, eine kleine Ortschaft wie es hunderte in Deutschland gibt. Dort leben Merle und ihr Sohn Lothar. Es wird erzählt wie das Leben in einer Kleinstadt kurz vor und während dem zweiten Weltkrieg war. Meine Meinung Dies ist mein erstes Buch dieses Autors und es konnte mich überhaupt nicht packen und fesseln. Der Schreibstil war extrem ausschweifend und detailliert, so dass Spannung nur selten aufkam. Des öfteren habe ich mich ertappt, wie ich Abschnitte übersprungen habe. Die Personen blieben farblos und distanziert, dabei wäre diese Geschichte extrem wichtig. Da gibt es bessere. Leider kann ich dieses Buch überhaupt nicht weiter empfehlen und vergebe 2 Sterne
CracklinRosie
aus Stolberg
5/5
13.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein schleichender Prozess
Arno Frank nimmt uns Lesende mit in das fiktive Städtchen Ginsterburg. Ihm ist ein ausgesprochen gelungener und spannender Roman gelungen. Wobei man spannend nicht mit thrill oder action verwechseln darf.
Die Geschichte mit zahlreichen Protagonisten ist in 3 Teile gegliedert, über die Jahre 1935, 1940 und 1945. Neben der Schilderung teils wirklich banaler Vorkommnisse finden sich immer wieder eingefügte "Dokumente" wie Zeitungsmeldungen, Gesetzesauszüge, Briefe etc. was durchaus auflockern und gleichzeitig informieren kann.
Spannend ist vor allem, wie sich die Gesellschaft und der Umgang miteinander ändert. Und diese Änderung betrifft auch die Protagonisten, die man anfangs durchaus als eher sympathisch empfand und ist eher ein schleichender Prozess. Es verdeutlicht, dass niemand wirklich gefeit ist gegen geschickte Manipulation. Gerade aktuell ist es wichtig, aufmerksam zu bleiben und diese Mechanismen zu durchschauen.
Nicht unerwähnt bleiben soll der wunderbare Schreibstil des Autors, der es einem ausgesprochen einfach macht dran zu bleiben, obwohl die Protagonisten einem nicht wirklich nahe kommen. Zum Glück, will man fast sagen.
Bewertung
aus Stolberg
5/5
13.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein schleichender Prozess…
Ein schleichender Prozess Arno Frank nimmt uns Lesende mit in das fiktive Städtchen Ginsterburg. Ihm ist ein ausgesprochen gelungener und spannender Roman gelungen. Wobei man spannend nicht mit thrill oder action verwechseln darf. Die Geschichte mit zahlreichen Protagonisten ist in 3 Teile gegliedert, über die Jahre 1935, 1940 und 1945. Neben der Schilderung teils wirklich banaler Vorkommnisse finden sich immer wieder eingefügte "Dokumente" wie Zeitungsmeldungen, Gesetzesauszüge, Briefe etc. was durchaus auflockern und gleichzeitig informieren kann. Spannend ist vor allem, wie sich die Gesellschaft und der Umgang miteinander ändert. Und diese Änderung betrifft auch die Protagonisten, die man anfangs durchaus als eher sympathisch empfand und ist eher ein schleichender Prozess. Es verdeutlicht, dass niemand wirklich gefeit ist gegen geschickte Manipulation. Gerade aktuell ist es wichtig, aufmerksam zu bleiben und diese Mechanismen zu durchschauen. Nicht unerwähnt bleiben soll der wunderbare Schreibstil des Autors, der es einem ausgesprochen einfach macht dran zu bleiben, obwohl die Protagonisten einem nicht wirklich nahe kommen. Zum Glück, will man fast sagen.
bookloving
5/5
10.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Faszinierendes Portrait einer Kleinstadt im Schatten des Nationalsozialismus
Mit seinem historischer Roman "Ginsterburg" ist Arno Frank eine eindrucksvolle Darstellung der düsteren Ära des Nationalsozialismus in Deutschland gelungen. Der Autor bietet eine feinfühlige und vielschichtige Erkundung der menschlichen Natur in Zeiten extremer Herausforderungen, schwindender Menschlichkeit und wachsender Skrupellosigkeit in einer von Angst, Opportunismus und ideologischer Verblendung geprägten Gesellschaft.
Der Roman ist geschickt in drei Teile gegliedert, die als Momentaufnahmen aufschlussreiche Einblicke in die Jahre 1935, 1940 und 1945 gewähren.
Angesiedelt in der fiktiven Kleinstadt Ginsterburg zeichnet Frank ein nuanciertes Bild der Gesellschaft unter dem NS-Regime und in den Kriegszeiten über einen Zeitraum von 1935 bis 1945. Durch atmosphärische und detailreiche Schilderung des Alltags in Ginsterburg versteht es Frank hervorragend, eine beklemmende Authentizität zu schaffen, die unter die Haut geht. Eindringlich beleuchtet er die komplexe Realität jener Epoche, die von tiefgreifenden gesellschaftlichen Umwälzungen und vielfältigen moralischen Verstrickungen geprägt war. Aus wechselnden Erzählperspektiven wird die dramatische Entwicklung der Geschehnisse facettenreich dargestellt. Im Mittelpunkt der Erzählung steht die verwitwete Buchhändlerin Merle, die dem politischen Wandel und neuen Regime sehr skeptisch gegenübersteht, und hilflos zusehen muss, wie die Flugbegeisterung ihren jugendlichen Sohn Lothar in die Fänge der Hitlerjugend treibt.
Eindrücklich zeigt Frank auf, wie der Nationalsozialismus allmählich in alle Lebensbereiche eindringt, die Meinungsfreiheit zunehmend eingeschränkt wird und sich eine neue Ordnung mit einem veränderten Wertekompass etabliert.
Mit beeindruckender Detailgenauigkeit und psychologischem Feingefühl verknüpft Frank die persönlichen Schicksale seiner Charaktere - ihre Träume, Ängste und moralischen Kämpfe - mit den größeren gesellschaftlichen Umwälzungen und verleiht dem historischen Kontext eine zutiefst menschliche Dimension.
Gekonnt portraitiert der Autor die schleichende Veränderung des Alltags, Spaltung des gesellschaftlichen Gefüges, die allmähliche Erosion ethischer Grenzen sowie die unter der vermeintlichen Normalität lauernden Abgründe.
Eine besondere Stärke des Romans liegt in der einfühlsamen Darstellung der faszinierenden Charaktere, die in mit ihren komplexen Persönlichkeiten und Widersprüchlichkeiten sorgfältig und überzeugend ausgearbeitet sind. Hautnah erleben wir die persönlichen Konflikte und moralischen Dilemmata der Figuren mit. Anschaulich füht uns Frank die ganze Bandbreite des Umgangs der Bevölkerung mit den neuen Gegebenheiten in Ginsterburg vor Augen. Diese reicht von opportuner Macht- und Profitgier, über ohnmächtigen Rückzug bis hin zum verzweifeltem Versuch vieler, sich entgegen ihren Überzeugungen anzupassen und Überlebensstrategien in dem gnadenlosen totalitären System zu entwickeln.
Ob nun der opportunistische Blumenhändler Gürckel, der geschickt die Gunst der Stunde für seine Karriere nutzt, der Fabrikant und Kriegsgewinnler Jungheinrich oder der skrupellose Arzt Hansemann – sie alle zählen zu den Profiteuren der NS-Zeit, deren moralischer Kompass durch die Naziideologie rasch ins Wanken gerät.
Besonders bewegend ist die Entwicklung des idealistischen Lothar, der mit seinem jugendlichen Enthusiasmus leicht zu indoktrinieren ist und sein Traum vom Fliegen auf tragische Weise von den Nazis missbraucht wird. Es wäre allerdings hilfreich gewesen, wenn der Autor in einem Nachwort darauf hingewiesen hätte, dass es sich bei Lothar Sieber nicht um eine fiktive Figur sondern um eine reale historische Persönlichkeit handelt, was ich erst durch eigene Recherchen erfahren habe.
Die eingeschobenen Textpassagen mit Korrespondenzen, die zunächst nicht zuzuordnen sind, klären sich erst zum Ende des Romans auf und runden die Geschichte ab. Die offenen Enden einiger Handlungsstränge regen zum Nachdenken über den Ausgang und das mögliche Schicksal der Charaktere an.
"Ginsterburg" ist ein Roman, der durch seine nuancierte Darstellung verschiedener Grautöne des menschlichen Verhaltens überzeugt. Geschickt wirft er bedeutsame, universelle Fragen nach moralischen Werten, Verantwortung, Grenzen der Anpassung, Widerstandskraft und Schuld auf und regt zum Nachdenken an.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
12.06.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nie wieder ist jetzt!
Ginsterburg, das ist eine Stadt der Mitläufer und Karrieristen. Es sind die Schilderungen der Werdegänge ausgewählter Einwohner Ginsterburg, die eindrucksvoll die schleichenden Veränderungen innerhalb der Gesellschaft und die Auswirkungen der NS-Ideologie auf den Einzelnen aufzeigen. Der Autor verzichtet auf den erhobenen Finger oder das Moralisieren und unterstreicht gerade hier die Anpassungsfähigkeit der Menschen in schwierigen Zeiten und die Komplexität unterschiedlichen menschlichen Verhaltens innerhalb eines totalitären Regimes.
Bildgewaltig, mitreißend und scheinbar mühelos gelingt des dem Autor die Atmosphäre und das Ambiente der damaligen Zeit einzufangen. Ihm gelingt, das Leben der Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus greifbar zu machen und die gesamte Bandbreite der Gesellschaft einzufangen.
Historische Dokumente runden ergänzend die Geschichte ab. Der Roman zeigt deutlich wie schnell alles Kippen kann, wie fragil Demokratie und Freiheit sind. 80 Jahre nach Kriegsende und angesichts des nach 3 Generationen gefährlichen erstarken der Rechtspopulisten bekommt der Inhalt dieses Buches eine aktuelle Brisanz: Wie konnten Menschen so unberührt bleiben vom Gang der Dinge?
Dazu kommt dieser ruhige unaufgeregte Stil des Autors. Arno Frank zeigt am Ende ein sehr differenziertes Bild einer Gesellschaft, die sich schrittweise an die Nationalsozialisten gewöhnten und abrutsche. Dieser Roman sollte uns Mahnung sein „Nie wieder ist jetzt!“
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
15.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schleichendes Gift
Eine Kleinstadt im Dritten Reich. In drei Erzählsträngen wird der schleichende Prozess in der Gesellschaft veranschaulicht. Anfänglich (1935) sind dies noch Randerscheinungen, glaubt man, dass man diese noch händeln kann. 1940, mitten im Krieg, glaubt man noch an die Sache, dass man siegreich sein wird. In der beschaulichen Provinz ist dieser eher in den Köpfen angekommen. Erst 1945, kurz vor der Kapitulation, realisiert man was dieser Krieg in allen auslöst, dass es kein Zurück mehr gibt, sondern nur den Abgrund.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
07.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gänsehautmomente
Gänsehautmomente hat mir das Buch von Arno Frank reihenweise beschert.
Was als trügerisches, scheinbar idyllisches Kleinstadtleben beginnt, entwickelt sich rasant zu einem Spiegelbild des 2.Weltkrieges .
Wir begleiten die Ginsterburger durch die
30er und 40 er Jahre, erleben ebenso
beschauliches und abstoßendes
Zwischendurch fühlte ich mich an aktuelles Geschehen in unserem Land erinnert und da waren sie - die Gänsehautmomente.
Ein so eindrückliches Buch das ich so schnell nicht vergessen werde. Große Lese- oder Hörempfehlung
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
03.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Leben in dunklen Zeiten
Ginsterburg ist ein großer Roman über Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten. Das Buch spielt in einer fiktiven Kleinstadt in Deutschland und zeigt die Entwicklung der Protagonisten in den Jahren 1935/1940/1945.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
19.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bitte Lesen!
Ein ganz großartiger und bewegender Roman über eine Kleinstadt in den Wirren des Nationalsozialismus und des 2. Weltkrieges. Über Mitläufer, Opportunisten und darüber wie Menschen zu Tätern werden.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.